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Bolivien - Naturschule Santa Cruz

Die Menschen in Bolivien gehören zu den Ärmsten der Erde. Sie verlassen zu tausenden ihre Dörfer, um in den Städten eine bessere Zukunft für sich und ihre Kinder zu suchen. Größte Anziehungskraft hat Santa Cruz, das Zentrum des Wirtschaftswachstums. Santa Cruz ist inzwischen eine Millionenstadt. Und die Zahl der Einwohner wächst schnell. Genauso schnell wachsen die Gefahren für Mensch und Natur.

Die Ausgangsituation

In Santa Cruz arbeitet die Industrie ohne Blick für die Zukunft. Die Stadt liegt am Fuße der Anden. Die Folgen einer gigantischen Abwasser- und Luftverschmutzung reichen bis ins Amazonas-Tiefland. Hier sterben einzigartige Tierarten aus. In einigen Flüssen ist bereits alles Leben erloschen. Die Wälder sterben. Seltene Tiere und Pflanzen sind verloren.

In der Millionenstadt leiden vor allem die Kinder: Atemwegserkrankungen, offene Hautausschläge, Missbildungen und Fehlgeburten häufen sich seit Jahren. Die Vergiftung von Flüssen und Feuchtwäldern gefährdet zudem die Existenz tausender Bauernfamilien.

Die Kinder erben eine Verantwortung, die sie nicht alleine tragen können. Das Wissen um die lebenswichtige Bedeutung einer intakten Umwelt ist in der Bevölkerung nicht vorhanden. Nur wenige wissen, wie sie selbst ihre Umwelt schonen können. Deshalb geht es hier nicht um kurzfristige Hilfe. Hier müssen Bewusstsein, Wissen um das Lebensnetz und eigene Handlungsmöglichkeiten geschaffen werden. Die Kinder von heute müssen lernen, sich so zu verhalten, dass die Zukunft lebenswert bleibt. Sie werden in wenigen Jahren darüber zu bestimmen haben, ob die Millionenstadt und ihreUmgebung eine sterbende Region ist oder ob sie zum Modell einer Mut machenden Entwicklung werden, indem die Armut beseitigt und zugleich die natürlichen Lebensgrundlagen erhalten werden.

Projektziele und -maßnahmen

Diese Chancen werden von der Naturschule am Naturhistorischen Museum Santa Cruz im Zentrum der Metropole  eröffnet. Der Aufbau der Schule und die ersten Betriebsjahre wurden von OroVerde finanziert. Im ersten Jahr ihres Bestehens war sie Treffpunkt, Naturspielplatz und Lernstätte für tausende Kinder. Die Naturschule ist die größte Hoffnung für ein Gebiet mit einer Fläche größer als Deutschland. Zu den zahlreichen Veranstaltungen zählten neben Lernausflügen in den Zoo und umliegende Wälder vor allem Unterrichts- und Spielkurse über die Natur als Lebensgrundlage. Das ganze Jahr über werden Kurse, Exkursionen und Baumpflanzaktionen für Kinder und Jugendliche angeboten. Lehrer und Studierende werden im Fach Umwelterziehung ausgebildet und Unterrichtsmaterialien erstellt.

Ergebnisse

Die Schule liegt an einem der meistbesuchten Orte der Stadt: Mitten im Zoo mit jährlich 800.000 Besuchern. Auch aus diesem Grund konnten bis heute mehr als 26.000 Schüler erreicht werden. Die schlechte gesundheitliche Lage, immer sichtbarere dramatische Naturschäden, und das breite Angebot der Naturschule steigern das Interesse der jungen Menschen. Nach der Anfangsfinanzierung durch OroVerde gelang es der Naturschule, Sponsoren und Förderer vor Ort zu finden.
Stand: Juli 2007

Projektgebiet

Projektdauer

März 2000 - 2005

Baumpflanzaktion mit Kindern.