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Sauberes Trinkwasser durch Waldschutz

Der Nationalpark Patuca im Südwesten von Honduras zählt zu den wichtigsten Biodiversitäts-Korridoren in Zentralamerika und ist ein Hotspot der Artenvielfalt. Puma, Jaguar und Ozelot sind hier genauso anzutreffen wie Ameisenbären, Tapire, diverse Affen- und Froscharten und die seltene Harpyie.

Armut, fehlende Einkommensalternativen und mangelnde Bildung sind die größten Gefahren für den einzigartigen Regenwald im Patuca- Nationalpark. Seine Zukunft hängt maßgeblich von der Einbindung der Menschen vor Ort in die Entscheidungen über Schutz und Nutzung ab.

Die Ausgangssituation

Durch die Abholzung des Waldes rund um die Gemeinden, für Brennholz, Bau und Verkauf, sinkt auch das Wasserspeicherpotential der Böden enorm. Durch die Abholzung der Wassereinzugsgebiete hat sich der Wasserhaushalt in der Region verringert und somit verschlechtert. In Folge dessen kommt es zu Problemen bei der Trinkwasserversorgung der Bewohner des Parks, da in Trockenzeiten die Flüsse nur sehr wenig Wasser führen. Dagegen steigt der Wasserstand in den Regenzeiten durch die Entwaldung viel stärker an als normal. Es treten vermehrt Überflutungen auf, welche den fruchtbaren Boden abtragen und die Flüsse verschlammen. Durch die hohe Konzentration an Bakterien und anderen Verunreinigungen im Wasser erkranken die Bewohner häufig an Magen-Darm-Infektionen.

Projektziele und -maßnahmen

Im Rahmen eines Pilotprojektes ging es darum, den Bewohnern die Auswirkungen des Holzeinschlages zu vermitteln und gemeinsam die entstandenen Probleme zu lösen, um die Lebensgrundlagen der Bewohner zu verbessern und die Trinkwasserversorgung wieder herzustellen. Mit großem Interesse und Eifer engagierten sich die Bewohner drei Gemeinden bei der Anlage und Pflege von drei Baumschulen, in denen über 4.000 Setzlinge großgezogen und auf gerodeten Flächen gepflanzt wurden, um weitere Erosionsschäden zu verhindern und die Wasserspeicherkapazität des Bodens wiederherzustellen.

Um einen gesicherten Zugang zu sauberem Trinkwasser zu gewährleisten, wurden zunächst Landnutzungspläne erarbeitet und gemeinsam mit den Bewohnern alle Wasserläufe, Quellen, Wohnhäuser, Wälder und entwaldete Flächen erfasst. Daraufhin konnte festgelegt werden, welche Flächen zukünftig geschützt und welche genutzt werden können. Diese Umsetzung sichert langfristig den Erhalt des Trinkwassers.

14 Wassereinzugsgebiete wurden per Satellitenbild erfasst, im Gelände markiert, abgegrenzt und Schutzmaßnahmen mit den Bewohnern in Aktionsplänen vereinbart. Sie verpflichteten sich dazu, in den Gebieten weder zu siedeln, noch zu roden oder in anderer Weise Einfluss zu nehmen. Die Asociación Patuca beantragte gemeinsam mit den Gemeinden, eine 17 Hektar große Waldfläche offiziell als Wasserschutzgebiet von der Regierung auszuweisen.

Die Einrichtung eines Trinkwassersystems gewährleistete eine konstante Versorgung mit sauberem Trinkwasser. Zehn Sammelbecken wurden errichtet, von denen das aufgefangene Wasser durch Rohrleitungen zu den Häusern transportiert wird. Hundert Haushalte bzw. 600 Personen aus acht Dörfern erhielten einen Trinkwasserfilter.

Ergebnisse

Die Setzlinge in den Baumschulen gereihten prächtig und so konnten auf 18.000 m² degradierter Fläche 2.300 Setzlinge mit einheimischen Baumarten ausgepflanzt werden.

Der Einsatz von Wasserfiltern und die Versorgung der Haushalte mit einer konstanten Wasserleitung trugen deutlich zur Verbesserung der Gesundheit der Parkbewohner bei. Das Auftreten von Krankheiten durch verunreinigtes Wasser verringerte sich um unglaubliche 62%.

Damit die Instandhaltung und Überwachung der Filteranlagen auch nach Projektende weiterlaufen kann, wurde ein Komitee aus der lokalen Bevölkerung und den Mitgliedern der Asociación Patuca gebildet, das sich um die Wartung der Anlagen kümmert.

Die Bewohner der Gemeinden haben realisiert, dass der Wald eine bedeutende Funktion hat und das Wasserspeicherpotential durch das Abholzen der Bäume schwindet. Das von Rotary International geförderte Projekt zeigt deutlich den Zusammenhang zwischen dem Schutz des Ökosystems Wald und der Verbesserung der Lebensbedingungen der dort lebenden Menschen. Die Gemeindemitglieder wurden stets in die Planungen miteinbezogen, was die Nachhaltigkeit des Projektes und das Verständnis für Waldschutzmaßnahmen sicherstellt.

Nach dem Erfolg des Projektes haben nun weitere Parkgemeinden Interesse gezeigt. Aufbauend auf die wichtigen Erfahrungen und mit Unterstützung von OroVerde plant die Asociación Patuca mit weiteren Gemeinden die Einrichtung von Baumschulen, die Durchführung gezielter Wiederaufforstungsmaßnahmen zum Schutz der lokalen Wassereinzugsgebiete und die Aufklärung und Schulung der Gemeinden über Maßnahmen zum Trinkwasserschutz.

Spenden für den Regenwald
Kind beim Waschen