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Regenwaldschutz in Zusammenarbeit mit den indigenen Völkern und den Maroons in Surinam

Surinam liegt im Nordosten von Südamerika und beherbergt eine der letzten noch unberührten Regenwaldregionen Amazoniens mit einer reichen biologischen Vielfalt und vielen endemischen Arten. Surinams Landschaft unterteilt sich in drei Hauptgebiete: Der Norden des Landes wird von einer mit Sümpfen durchsetzten Küstenebene bestimmt, die bis zu 80 Kilometer breit ist. Das Zentralplateau mit weiten Savannen und Dünenlandschaften sowie bewaldeten Gebieten schließt sich daran an. Im Süden erhebt sich eine dicht bewaldete Berglandschaft bis auf 1280 Meter. Insgesamt sind rund 90 Prozent der Landesfläche von Wald bedeckt.
Das Klima ist tropisch mit Jahrestemperaturen zwischen 22,8 und 32,2 °C. Heftige Regenfälle führen von Dezember bis April häufig zu Überflutungen.

In Surinam leben vier indigene Völker und sechs Maroon-Gemeinschaften (die Nachfahren entlaufener Sklaven, die sich im Tropenwald niedergelassen haben), die zusammen ca. 13-15 Prozent der Gesamtbevölkerung Surinams ausmachen. Sie bewohnen den Wald noch relativ im Einklang mit der Natur und nehmen vielerorts eine Funktion als "Hüter des Waldes" ein.

Die Ausgangssituation

Surinam ist eines der Länder, das der indigenen und afroamerikanischen Bevölkerung ihre Rechte vorenthält. Nicht einmal grundlegendste Rechtsgarantien werden durch die Gesetzgebung des Landes anerkannt.

Über 50 % der Erwachsenen des Binnenlandes sind Analphabeten, weiterführende Schulen gibt es nur in der Küstenregion. 60 % der Kinder hier haben kaum eine Chance, jemals eine Schule zu besuchen. Wegen der großen Entfernungen und der schlechten Verkehrsanbindung sind die Dörfer von der dicht besiedelten Küstenregion und deren modernen Kommunikations- und Informationsmöglichkeiten weitestgehend abgeschnitten (kein Telefon, Fernsehen, Zeitung etc.).

1977 begann die Regierung, brasilianischen Goldsuchern Schürfkonzessionen in Surinam zu erteilen. Seither kamen zwischen 15.000 – 40.000 Brasilianer ins Land, viele illegal. Es hat offene Konflikte mit den Maroons und den indigenen Gemeinschaften gegeben, von denen einige blutig endeten, und es kam zu gravierenden Umweltverschmutzungen.

Dieses Problem wird verstärkt durch die Vergabe von Holzeinschlags- und Bergbaukonzessionen an internationale Unternehmen, von denen einige einen zweifelhaften Ruf in Bezug auf Umwelt- und Menschenrechte genießen.
Die Konzessionen bedrohen ca. 60 Prozent aller Gemeinschaften der Indigenen und der Maroons und wurden ohne irgendwelche Konsultationen oder Verträge vergeben. Einige Dörfer liegen inmitten von Bergbaugebieten, andere wurden, teilweise unter Einsatz von Zwangsmaßnahmen, gezwungen ihr Land zu verlassen. Auch Holzeinschlagskonzessionen haben zu gravierenden Umweltproblemen und sozialen Konflikten geführt.

Projektziele und -maßnahmen

Solarfunk für eine bessere Vernetzung abgelegener Dörfer

Seit 1997 baute die lokale Vereinigung der Indigenen Dörfer (Association of Indigenous Village Leaders in Suriname - VIDS) mit Unterstützung von OroVerde ein Netzwerk von Solarfunkstationen in abgelegenen Dörfern Surinams auf. Die Funkstationen helfen VIDS ihre Mitglieder zu informieren und Dorfgemeinschaften dabei zu unterstützen, gegen Holzeinschlag und Bergbauaktivitäten vorzugehen.
Für die Gemeinschaften sind diese Funkstationen die einzige Möglichkeit für regelmäßigen Austausch und Diskussion, weswegen sie sehr positiv aufgenommen werden.

Radio Saramaaka - Umweltbildung per Radio

Der Aufbau einer leistungsfähigen Radiosendestation durch die lokale Bevölkerung als effizientes und vergleichsweise kostengünstiges Instrument, um die Bildung zu erhöhen, war das Ziel eines zweiten Projektes. Wegen der Abgeschiedenheit der Gebiete und der schlechten Transportsituation sind Radioprogramme die einzig sinnvolle Alternative zur Verbreitung von Informationen und Umweltwissen (z.B. über die Problematik von Goldsuche mit Quecksilber, den Zusammenhang Abholzungen und Erosion, den Wert der Artenvielfalt und den Aufbau des Ökosystems Regenwald etc.).

Ergebnisse

OroVerde unterstütze den Ausbau des Solarfunk-Netzwerks  der indigenen Gemeinschaften. In Gunsi, einem kleinen Ort am oberen Surinamefluss, wurde zudem eine lokale Radiostation eingerichtet. SORTS (Stichting Ontwikkeling Radio en Televisie), die OroVerde Partnerorganisation, hat zweisprachige Informations- und Bildungsprogrammen zu verschiedenen aktuellen Themen (Biodiversität, Gesundheit und Umwelt, Abholzung, etc.) entwickelt, die sowohl als Radioprogramm, als auch als Unterrichtsmaterial zur Unterstützung der 18 Schulen in der Region dienen.

Projektgebiet

Surinam ist reich an Tier- und Pflanzenarten.