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Waldschutz in Vietnam

Die Einwohner von Ky Thuong wussten, wie sehr sie dem unberührten Regenwald schadeten, als sie mit seiner intensiven Landnutzung begannen – aber aufgrund der Armut kannten sie keine Alternative.

Als das Institut CRES der Universität Hanoi viele seltene und sogar endemische Arten fand, begann OroVerde ein Projekt zum Schutz des Regenwaldes bei Ky Thuong. Hauptziel war es, den Menschen zu vermitteln, wie sie den Wald  nutzen können, ohne ihm zu schaden. Neues Reissaatgut brachte zudem mehr Ertrag, so dass der Nutzungsdruck auf die Wälder gesenkt werden konnte. Und auch ein durchdachter Gartenbau und mehrere Imkereien tragen zur Selbstversorgung bei.

Auch die Nachzucht empfindlicher Regenwaldbäume gelang. Der "Wald der Wunder", der einige Wunder offenbarte, z.B. eine neu entdeckt Hirschart, den Riesen-Muntyak, ist heute sicherer, weil die rund tausend Familien des Ortes das Projekt aus voller Überzeugung unterstützten. 

OroVerde finanzierte den Postgraduiertenkurs „Ökologische Methoden zur Ressourcenentwicklung, Landnutzung und Bewertung von Umweltbelastungen“. Die bislang elf Kurse absolvierten 275 Teilnehmer. Sie kommen aus allen Gegenden Vietnams und haben im Umweltschutz auf lokaler und nationaler Ebene großen Einfluss.

Projektziele und -maßnahmen

Das Übergeordnete Ziel war es, ein Schutzgebiet von 20.000 Hektar Größe auszuweisen, um den Regenwald als Lebensraum und Existenz der von ihm abhängigen Menschen, zu sichern. Eine Pufferzone, in der die Bevölkerung Ressourcenschonende und nachhaltige Wirtschaftsweisen erlernen, wurde eingerichtet. Durch ein umfassendes Umweltbildungsprogramm und  das Verbot von Jagd- und Holzeinschlag im Schutzgebiet, ist der erhöhte Nutzungsdruck von dem Gebiet genommen worden. Der Zutritt und das Sammeln von Nichtholzprodukten waren jederzeit gestattet.

Die Maßnahmen umfassten:

  • Stärkung lokaler Naturschutzbehörden
  • Verbesserung der Ausbildung des Personals
  • Einrichtung einer Pufferzone
  • Erstellung Managementplänen für Schutzgebiet
  • Exkursionen von Wissenschaftlern um natürliche Ausstattung in floristischer, faunistischer, klimatischer, und pedologischer  Hinsicht zu dokumentieren
  • Ausrüstung der Exkursionen
  • Zoologische und Botanische Bestandsaufnahme zur Entdeckung endemischer Arten
  • Festlegung und Kennzeichnung der Grenzen des Schutzgebietes (200 Schilder)
  • Dokumentation der Bedeutung des Waldes als Wassereinzugsgebiet
  • Dezentrale Stromversorgung mit Wasser getriebenen Kleinstromaggregaten
  • Umwelterziehungsmaßnahmen
  • Erstellung von Schulmaterialien zur ökologischen Bedeutung verschiedener Tierarten
  • Schulung in nachhaltigen und naturverträglichen Nutzungsmöglichkeiten des Waldes

Ergebnisse

Die Beteiligung der Bevölkerung war mit 90% sehr hoch. Durch die Vermittlung von Umweltwissen hat sich die allgemeine Lebensqualität verbessert und die Versorgung mit Grundnahrungsmitteln ist qualitativ und quantitativ angestiegen. Durch das bestehende Jagdverbot war der Ausfall der Fleischversorgung ein großes Problem, was durch die Einführung von Schweinezuchten allerdings ausgeglichen wurde.

Ebenfalls wurde eine Verbesserung im Gesundheits- und Bildungswesen erreicht.

In Vietnam konnte erstmals ein Waldgebiet als Schutzgebiet durch die Initiativen der lokalen Bevölkerung ausgewiesen werden.

Projektgebiet

Projektdauer

April 1999 - Dezember 2000