Diese Webseite verwendet Cookies. Mit der Nutzung der Seite erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Einzelheiten entnehmen Sie bitte den Datenschutzbestimmungen.

×

Sarayaku – Was passiert in dem Projekt?

Das 135.000 ha große Territorium der Gemeinde Sarayaku liegt östlich der Anden inmitten des ecuadorianischen Amazonastieflands in der Provinz Pastaza. In sieben Dörfern am Fluss Bobonaza leben die etwa 1200 indigenen Kichwa größtenteils von Jagd, Fischfang und Landwirtschaft für den eigenen Bedarf. Der Bobonaza-Fluss und kleinere Nebenarme sind die Hauptverkehrswege in ihrem Gebiet, und nur vereinzelt gibt es Trampelpfade durch den weitgehend ursprünglichen Regenwald.

Schon seit Jahrzehnten wehren sich die Kichwa gegen die Erdölförderung auf ihrem Territorium. Seit 2003 unterstützt OroVerde sie in diesem Kampf, und 2012 konnte ein wichtiger Etappensieg erreicht werden: Damals urteilte der Interamerikanische Gerichtshof für Menschenrechte, dass die Vergabe von Erdölförderrechten auf dem Territorium von Sarayaku durch den Ecuadorianischen Staat nicht rechtmäßig war. Doch damit ist die Gefahr nicht gebannt. Die Erdölförderung in umliegenden Gebieten hat auch negative Auswirkungen auf das Territorium von Sarayaku, und der Ecuadorianische Staat ignoriert auch weiterhin das Recht indigener Völker auf vorherige Konsultation bei Eingriffen in deren Territorien.

Infolge dieser Bedrohungen und großen Herausforderungen haben die Kichwa von Sarayaku eine Reihe von wichtigen Maßnahmen eingeleitet, die dabei helfen, ihr Territorium gegen Eindringlinge zu schützen. So haben sie vor Jahren angefangen, eine Kette von auffällig blühenden Bäumen – die sogenannte Lebenslinie - entlang der Grenzen ihres Gebiets zu pflanzen, damit dieses von weither sichtbar ist und auch von den Waldwächtern der Gemeinde leichter kontrolliert werden kann. Doch mit ca. 150km Grenzverlauf ist dies eine Mammutaufgabe, die nun im Rahmen des Projekts fortgeführt und verbessert wird.

Außerdem haben die Bewohner von Sarayaku ein eigenes Konzept entwickelt, um ihre Wälder und Flüsse – und damit ihre Lebensgrundlage – dauerhaft in einem selbstverwalteten und von der ecuadorianischen Regierung anerkannten Schutzgebiet zu erhalten. „Kawsak Sacha“ heißt dieses Konzept in ihrer indigenen Sprache Kichwa, was in etwa „Lebende Wälder“ bedeutet, und neben dem Regenwald als Ressourcenspender auch dessen Bedeutung für die exotische Kultur und faszinierende Identität der Indigenen berücksichtigt. Im Rahmen des Projektes soll dieses Konzept nun weiter in Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen und juristischen Experten ausgearbeitet werden, mit dem Ziel, es zu einem Modell für andere indigene Völker und deren Territorien zu gestalten. So geht die Gemeinde Sarayaku als Vorbild für viele weitere indigenen Stämme voran.

Dabei unterstützt OroVerde die Kichwa von Sarayaku bei der Umsetzung des Konzepts der Lebenden Wälder in folgenden Bereichen: 

  • Markierung des Territoriums von Sarayaku,
  • Schutz der natürlichen Ressourcen,
  • Nachhaltige Nutzung und Ernährungssicherheit,
  • Deklaration des Territoriums als "Lebender Wald" - Kawsak Sacha
  • Sensibilisierung der Öffentlichkeit für den Waldschutz und indigene Rechte

Dazu wird eine Vielzahl von Einzelmaßnahmen durchgeführt, welche alle dazu beitragen, dass der Regenwald von Sarayaku auch weiterhin ein Lebender Wald bleibt. Helfen Sie uns dabei!

Die Baumsetzlinge werden im Regenwald ausgepflantz ©J. Heiler
Die Kichwa protestieren gegen die Ölkonzerne in ihrem Regenwald ©Sarayaku
Das Fortbewegungsmittel im Regenwald: Ein Einbaum ©S. Schreier

Aktuelle Fortschritte

Informieren Sie sich über aktuelle Fortschritte aus dem Projekt.

"Grüner Regenwald statt schwarzes Gold" Fortschritte Ecuador

Projektgebiet