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Regenwald - Das bedrohte Paradies

Unser Projektgebiet befindet sich im Regenwald auf dem Raja Ampat Archipel, welcher sich mit seinen 610 Inseln bis zu 1.300 m Höhe vor der Küste West-Papuas inmitten des so genannten Korallendreiecks befindet. Raja Ampat bedeutet „die vier Könige“ – und ebenso reich ist dieser Archipel. Es ist eines der artenreichsten Ökosysteme der Welt sowohl an Land, als auch im Wasser. Die kaum berührten, ursprünglichen mit Regenwald bewachsenen Inseln beherbergen über 200 Baum- und Mangrovenarten pro Hektar, das sind mehr heimische Arten als in ganz Europa. Nach Einschätzungen von führenden internationalen Wissenschaftlern ist es eines der letzten Rückzugsgebiete für ca. 450 Vogel- und Säugetierarten, wie zum Beispiel den seltenen Paradiesvögeln, dem Baumkänguru, dem endemischen Tüpfelkuskus und den zahlreichen Flughund- und Fledermausarten. Dadurch ist das Gebiet mit seinem Regenwald von globaler ökologischer Bedeutung.

Das Korallenriff, welches den Archipel umsäumt, weist mit über 600 Korallenarten eine enorm hohe Artenvielfalt auf. Noch nie zuvor haben Wissenschaftler während eines einzigen Tauchganges so viele Arten entdeckt. Somit liegen in dem Raja Ampat Archipel die wichtigsten CO2-Speicher der Welt – der Regenwald und die Korallenriffe. Die Aufnahme von CO2 ist allerdings nur gewährleistet, wenn diese Ökosysteme intakt sind.

Bedrohung der Ökosysteme

Illegale Rodungsaktivitäten im Regenwald, kommerzieller Bergbau und Dynamitfischerei drohen, das ökologische Gleichgewicht dieses sensiblen Ökosystems zu zerstören. Immer weiter dringen die Rodungsschiffe in die entlegenen Winkel des Archipels ein. Internationale Rodungsfirmen, die die finanzielle Abhängigkeit der Inselgemeinden ausnutzen, holzen die wertvollen Bäume im Regenwald schonungslos ab. Auch viele Bewohner der Inseln verkaufen aus Armut das Holz ihres Landes, obwohl ihnen bewusst ist, dass sie damit ihre eigene Lebensgrundlage, den Regenwald, gefährden. Die Bewohner des Archipels sind größtenteils Selbstversorger und haben nur geringes Einkommen, das zum Kauf von Kleidern, Geräten, Treibstoff und Nahrungsmitteln dient. Der Gewinn durch den Holzverkauf wird für die Finanzierung des Schulbesuchs der Kinder aufgebracht.

Das Korallenriff ist durch die kontinuierliche Rodung ebenfalls bedroht. Die Abholzung von Regenwald führt zu verstärkter Erosion, und diese wiederum lässt Korallenriffe unter der zunehmenden Sedimentlast ersticken. Wo kein lebendes Riff ist, gibt es auch keine Fische. Und wo die Fischbestände abnehmen, verarmt die Küstenbevölkerung zusehends und sucht sich ihren finanziellen Rückhalt im dem Verkauf von wertvollen Tropenhölzern. Diesen Teufelskreis gilt es zu durchbrechen!

Unser Projekt in Kooperation mit Fauna and Flora International (FFI) zielt auf den Schutz von wertvollem Regenwald im Raja Ampat Archipel und deren nachhaltige Nutzung ab. In enger Zusammenarbeit mit Dorfgemeinschaften und den beiden lokalen Organisationen Yayasan Nazaret Papua und Belantara Papua unterstützen wir die lokale Bevölkerung bei der nachhaltigen Dorfentwicklung, im Regenwald-Schutz und Schutzgebietsmanagement und bei der Entwicklung von alternativen Einkommensquellen, um dem Raubbau an dem Regenwald auf den Inseln ein Ende zu setzen.

Breite Straßen führen mitten durch den Regenwald
Kahlschlag im Regenwald ©E. Mannigel
Dadurch schreitet die Abholzung von Regenwald enorm voran
Abholzung von Regenwald ©E. Mannigel
Sägewerke mitten im Regenwald beschleunigen die Abholzung
Abholzung im Regenwald ©E. Mannigel

Projektgebiet

Regenwald und Korallenriffe sind wichtige CO2-Speicher ©K. Wothe