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Harpyie

Harpyie

Harpyie © K. Wothe

Ordnung:
Die Harpyie gehört zur Ordnung der Greifvögel (Falconiformes).

Familie:
Sie gehört zur Familie der Habichtartigen (Accipitridae), der wissenschaftliche Name ist Harpia.

Verbreitung/Lebensraum:
Die Harpyie lebt in den tropischen Regenwäldern Mittel- und Südamerikas.

Aussehen:
Mit einer Flügelspannweite von bis zu 240 cm und einem Gewicht bis zu neun Kilogramm gehört die Harpyie zu den größten und kräftigsten Greifvogelarten der Welt. Die Weibchen sind oft größer und kräftiger als die Männchen. Sie besitzen die typische Körperform eines Greifvogels, wobei der kräftig gebaute Rumpf eine Länge von 120 cm erreichen kann. Rücken und Brust tragen schwarze Federn,  der Bauch ist weiß und Kopf und Schwanz grau gefärbt. Sie können eine Fluggeschwindigkeit von bis zu 80 Kilometer pro Stunde erreichen. Das typische Merkmal der Harpyien ist der Federschopf am Hinterkopf des Tieres. Im entspannten Zustand des Vogels liegt er eng am Kopf an, ist das Tier aufgeregt, stellen sich die Federn kronenähnlich auf. Es scheint, als wollen sie damit den Gegenüber einschüchtern, da es ihnen ein bedrohliches Aussehen verleiht.

Ernährung:
Harpyien jagen vorwiegend im Bereich der Baumkronen. Dort haben sie relativ wenig jagende Konkurrenz, da die meisten Jäger selber nicht in diese Höhe kommen. Ein anderer Vorteil ist, dass die viele Tiere vor den Bodenjägern in die Wipfel fliehen und somit genau in die Fänge der Harpyie gejagt werden. Am liebsten fressen sie Faultiere, auf deren Jagd sie auch spezialisiert sind. Auf ihrem Speiseplan stehen aber auch Kapuzineraffen, Totenkopfaffen, aber auch Schlangen, Leguane und große Vögel. In einem blitzschnellen Sturzflug packen sie die Beute und töten sie mit ihren langen, kräftigen Krallen.

Vermehrung:
Zum Nisten suchen sich Harpyien einen hohen und kräftigen Baum bis zu 60 Meter Höhe. Ihre Nester können bis zu 150 cm breit und 80 cm hoch werden. Meist werden sie über mehrere Jahre genutzt. Harpyien haben immer einen festen Partner zur Paarung, das heißt sie sind monogam. Das Weibchen legt ein bis zwei Eier und nach acht Wochen schlüpfen die Jungen. Das ist die längste Brutzeit unter den Greifvögeln. Ist ein Junges geschlüpft wird das zweite Ei nicht weiter bebrütet, damit die Eltern nur ein Junges füttern müssen. Die ersten 70 Tage bleibt das Weibchen ausschließlich im Nest um das Junge zu beschützen. Dann geht sie selber wieder jagen. Nach sechs Monaten ist das Junge zwar schon flügge, dennoch dauert es weitere sieben Monate bis es ausgewachsen und selbstständig ist.

Besonderes:
Der Forscher Carl von Linée gab den Harpyien ihren Namen. In der griechischen Mythologie verstand man unter Harpyie ein Ungeheuer, das einen Frauenkopf auf einem Vogelkörper trug. Es waren die Ungeheuer der Sturmwinde und sie verhießen Unheil und Tod.