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Orang-Utan

Orang-Utan, Regenwald Asiens © K. Wothe

 

Orang-Utan

Ordnung:
Die Orang Utans gehören zur Ordnung der Primatengattung.

Familie:
Familie der Menschenaffen - der Wissenschaftliche Name ist Hominidae.

Verbreitung/Lebensraum:
Ihr Lebensraum befindet sich auf den südostasiatischen Insel Borneo und Sumatra.
Der menschenverwandte Affe hält in seiner Heimat ausschließlich in den tropischen Regenwäldern auf, am liebsten hoch in den Baumwipfeln.

Aussehen:
Der Orang-Utan gehört zu der Familie der Menschenaffen. Sein Name bedeutet auf Deutsch auch: Waldmensch. Durch ihr unbehaartes Gesicht und die aufrechte Körperhaltung wirken sie auch extrem menschlich. Orang-Utans können bis zu 1,50 m groß und bis zu 90 kg schwer werden, wobei die Weibchen meist nur die Hälfte des Männchens wiegen und auch wesentlich kleiner sind als sie. Sie besitzen keinen Schwanz, wie viele andere Affenarten es tun und besonders typisch ist ihr zotteliges rotbraunes Fell. Im Gegensatz zu ihren am Boden lebenden Verwandten (Schimpansen, Gorillas) ist der Orang-Utan der einzige Baumbewohner unter den Menschenaffen. Diese Lebensart erklärt auch ihren spezialisierten Körperbau. Sie haben lange, kräftige Arme mit großen Greifhänden. Um flink die Baumstämme hoch und runter zu klettern, besitzen sie kurze, nach innen gedrehte Beine. Orang-Utans verfügen über immense Kräfte. So können sie, um von einer Baumkrone zur anderen zu gelangen, die gesamte Krone so zum Schwingen bringen, dass sie die Äste vom Nachbarbaum zu fassen bekommen und sich auf die Weise rüberhangeln können. Erwachsene Männchen bilden oft starke Wangenwülste an beiden Seiten des Kopfes aus, dadurch, dass diese lebenslang wachsen sind sie bei älteren Tieren besonders stark ausgeprägt. Charakteristisch sind auch die engstehenden Augen und das vorstehende Maul.

Ernährung:
Der Orang-Utan ernährt sich überwiegend von Früchten: Etwa 60 Prozent seiner Nahrung bestehen aus diesen nahrhaften, saftigen Pflanzenprodukten. Zu den bevorzugten Waldfrüchten gehören bekannte tropische Sorten wie Mangos, Feigen, Zibetfrüchte, Litschipflaumen und Jackfrüchte, die ja auch dem Menschen sehr gut schmecken. Daneben nimmt der Orang-Utan gerne zarte, junge Blätter und Blattsprossen zu sich. Und er frisst auch regelmäßig Insekten, mineralhaltige Erde, Baumrinde und Lianen, gelegentlich sogar Eier und kleine baumlebende Wirbeltiere. Seine Zähne sind recht kräftig und gut geeignet, zähe, stachelige Fruchtschalen, harte Nüsse und Baumrinde aufzubrechen und zu zermalmen.

Vermehrung:
In freier Wildbahn können Orang-Utans bis zu 50 Jahre alt werden, in Gefangenschaft noch älter. Die Weibchen werden zwischen dem siebten und zehnten Lebensjahr geschlechtsreif. Nachdem es zur Paarung gekommen ist und einer Tragzeit von acht bis neun Monaten bekommen sie ein Junges, nur selten geschieht es, dass sie Zwillinge bekommen. Das Junge wird die ersten ein bis zwei Jahre gestillt. In dieser Zeit ist es auch auf intensiven Körperkontakt mit der Mutter angewiesen, die es daher immer mit sich herumträgt. Nach circa einem Jahr fängt es an zusätzlich feste Nahrung zu sich zu nehmen. Erst im Alter von zwei Jahren fangen die Jungen an selbstständig zu klettern, werden allerdings über längere Strecken immer noch von der Mutter getragen. Zwischen dem sechsten und achten Lebensjahren fangen die jungen Orang Utans langsam an sich komplett von der Mutter zu lösen. Aufgrund der langwierigen Jungtieraufzucht bekommen Weibchen auch nur zwei bis drei Junge im Leben. Mit Eintreten der Geschlechtsreife werden die Orang Utans immer mehr zu Einzelgängern, die keinen Wert auf Kontakt mit ihren Artgenossen legen.  Der Vater spielt bei der Aufzucht der Jungen keine Rolle.

Besonderes:
Da sich Orang Utans in den Bäumen aufhalten und natürlich wegen ihrer Größe und ihrem Gewicht haben sie kaum natürliche Feinde. Für die auf Sumatra lebenden Orang Utans ist der Sumatra Tiger die wohl größte Gefahr. Weiter können die asiatischen Wildhunde (auch Rothunde genannt), der Nebelparder, Krokodile und Pythons gerade für Jungtiere zur Gefahr werden.
Der mit Abstand größte Feind des Orang Utans ist jedoch der Mensch. Durch die grenzenlose Gier des Menschen nach tropischen Edelhölzern werden riesige Flächen Regenwald abgeholzt. Durch die Rodung des Regenwaldes wird der Lebensraum der dort lebenden Tiere immer kleiner. Das ist aber leider nicht die einzige Gefahr, die vom Menschen ausgeht. Oft muss der Orang Utan als Haustier dienen, wird an der Kette gehalten und wird qualvoll zu Kunststücken gezwungen.
Orang Utans sind wie alle Menschenaffen, sehr intelligente Tiere. Sie haben eine extrem gute Auffassungsgabe und sind in der Lage schnell Dinge zu lernen. So wissen sie schnell, wie man Stöcke und anderes als Werkzeug benutzen kann um schneller an Futter zu kommen. Ein Versuch in Gefangenschaft zeigte sogar, dass sie sich mit Hilfe von Symboltafeln mit Menschen verständigen können.