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Tiere der Regenwälder

Welche Tiere leben im Regenwald?

Etwa 2/3 aller Tier- und Pflanzenarten kommen in Tropenwäldern vor. Einige davon, wie der Tukan mit seinem riesigen schillernden Schnabel, wirken auf uns ungewohnt und merkwürdig. Weder diese große Artenvielfalt noch das bizarre Aussehen tropischer Tiere sind Zufall, sondern entstanden durch besondere Anpassung an die besonderen Lebensbedingungen im Tropenwald.

Goldfröschchen, Regenwaldbewohner in Madagaskar, © K. Wothe
Fliegender Kolibri © K. Wothe
Ameisenbär, Südamerika © K. Wothe

Tierische Leichtgewichte

Kolibris sind mit nur 2 bis 20 Gramm die Leichtgewichte unter den Vögeln. Obwohl sie auch Insekten verspeisen, naschen sie am liebsten Blütennektar. Manche Kolibris haben besonders lange Schnäbel, um an den begehrten Nektar zu kommen, andere bohren die Blüten mit ihren kurzen Schnäbeln einfach seitlich an. Dabei stehen die winzigen Vögel mit bis zu 80 Flügelschlägen pro Sekunde in der Luft.

Kolibri an einer Blüte ©E.Mannigel

Herr des Grases

Was hier ein bisschen aussieht wie ein übergroßes Meerschweinchen, ist ein Cabybara. Der Name entstammt der Guarani-Sprache und bedeutet "Herr des Grases". Dahinter verbirgt sich das größte Nagetier der Erde, das im Deutschen auch als Wasserschwein bekannt ist. Geräuchert ist die Cabybara-Lende für manche eine Delikatesse. Neben dem Jaguar, der den Cabybaras an Land nachstellt und den Kaimanen, die ihnen im Wasser auflauern, gehört daher auch der Mensch zu seinen Feinden.

Capibara oder Wasserschwein ©Sebastian Jenal

Leben in den Baumkronen: Orang-Utans

Orang-Utans zählen zu den Menschenaffen. Ursprünglich waren sie in ganz Südostasien verbreitet; heute kommen sie jedoch nur noch auf den Inseln Sumatra und Borneo vor. Sie leben zum größten Teil in den Bäumen und verlassen diese nur, um auf andere Bäume zu wechseln. Als größte Baumbewohner der Erde erreichen sie eine Armspannweite von bis zu 2,2 Metern Länge! Für die Nachtruhe bauen sie sich Nester aus Blättern in den Baumkronen.

Orang-Utans leben in den Baumwipfeln des Regenwaldes in Sumatra und Borneo, © K. Wothe

Sanfte Riesen

Goriallas leben in den Regenwäldern Afrikas. Sie zählen mit den Orang-Utans zu den am stärksten gefährdeten Menschenaffen, da ihre Lebensräume immer kleiner werden. Wie alle Menschenaffen sind Gorillas übrigens schwanzlos! Sie leben in Familiengruppen mit einer Sozialstruktur ähnlich wie bei uns Menschen.

Rechts neben dem Gorilla-Foto siehst du einen Diademsifaka. Er lebt in den Regenwäldern Madagaskars und gehört zu den Halbaffen. Er ernährt sich überwiegend von Blättern und lebt in kleinen Gruppen von bis zu 8 Tieren.

Gorilla, afrikanischer Regenwald, © E. Mannigel
Diademsifaka, asiatischer Regenwald, © K. Wothe

Nützliche Riesenschnäbel

Mit bis zu 23 Zentimetern besitzt der Tukan einen der größten Schnäbel der Vogelwelt. Doch er ist nicht kopflastig, denn das mächtige Beißwerkzeug wiegt nur 30 Gramm. Der Schnabel dient vor allem als verlängerte Greifzange, um an Beeren und andere Früchte heranzukommen.

Tukan, südamerikanischer Regenwald © K. Wothe

Mächtige Raubkatzen

Der Jaguar lebt in den Regenwäldern im Amazonas (Südamerika) und ist nach Tiger und Löwe die drittgrößte Raubkatze der Welt. Er wird bis zu 1,80 Meter lang; hinzu kommt dann noch sein Schwanz von bis zu 70 Zentimetern Länge.

Die schwarze Farbvariation des Jaguars wird im Volksmund auch Schwarzer Panther genannt. Der Jaguar ist ein Anschleichjäger, der sich langsam an die Beute anpirscht. Nach einem kurzen Spurt wird die Beute mit einem Prankenschlag erschlagen und zu Boden gerissen. Hirsche, Pekaris (eine Wildschweinart), Tapire, Pakas und Agutis stehen auf seinem Speiseplan.

Der Leopard ist der afrikanische und asiatische Verwandte des Jaguars, allerdings ist er etwas zierlicher gebaut als sein Verwandter im Regenwald.  

Der Tiger lebt in den Wäldern Asiens. Er lebt in den tropischen Regenwäldern Sumatras, kommt aber auch in den borealen Nadelwäldern Sibiriens vor. Der Tiger gehört zu den bedrohten Arten. Vom Sumatra-Tiger gibt es schätzungsweise nur noch 500 Tiere. Manche Unterarten wie der Bali-Tiger sind bereits ausgestorben.

Jaguar, südamerikanischer Regenwald © K. Wothe
Tiger, asiatischer Regenwald © E. Mannigel

Der Name ist Programm

Wie der Name schon vermuten lässt ist das Faultier das wohl faulste Tier der Welt. Um Energie zu sparen, bewegt es sich sehr, sehr langsam - im Zeitlupentempo. Aber die meiste Zeit am Tag bewegt es sich gar nicht, weil es sehr viel (15-18 Stunden) schläft. Seine langen, gebogenen Krallen sehen zwar gefährlich aus, aber das Faultier benutzt sie nur, um sich damit an den Ästen, an denen es mit dem Rücken nach unten hängt, festzuhalten. Es ernährt sich rein pflanzlich von Blättern und Obst. Und auch das tut es sehr langsam. Weil sie so saftige Pflanzen essen, müssen sie auch nicht trinken; sie lecken höchstens mal ein paar Tautropfen auf. Faultiere leben ausschließlich in den Baumkronen der Regenwälder Mittelamerikas und des Amazonasbeckens.

Aber Faultiere bewegen sich nicht nur so langsam, um Energie zu sparen. Durch ihr Schneckentempo fallen sie Raubtieren nur selten ins Auge. Zusätzlich tarnen Faultiere ihr Fell. In feinen Rillen in ihren Haaren siedeln sich kleine blaugrüne Algen an. Dadurch bekommt ihr Fell einen Schimmer, durch den sie von ihrer Außenwelt kaum zu unterscheiden sind. Vervollständigt wird ihre Tarnung durch Schmetterlinge und ihre Raupen, Käfer und andere Parasiten in ihrem Fell.
Manche Leute behaupten auch, dass Faultiere von anderen Tieren nur nicht angegriffen und gegessen werden, weil sie wegen den Algen in ihrem Fell so stinken. Solche Menschen sagen dann auch gerne, dass das Faultier nicht Faultier heißt, weil es so faul ist, sondern weil es dahin modert, also fault. Das stimmt aber nicht. 

Faultier, südamerikanischer Regenwald © M. Niekisch

Bunt aber sau giftig

Im Regenwald von Mittel- und Südamerika gibt es kleine Frösche, deren Haut bunt leuchtende Farben hat, greller als jeder Comicfilm. Aber wieso wollen so kleine Tiere so sehr auffallen? Die Frösche bei uns in Europa zum Beispiel versuchen sich farblich an ihre Umgebung anzupassen, um sich besser vor ihren Feinden verstecken zu können. Sie haben ja weder einen dicken Schutzpanzer oder Fell, noch viel Kraft oder scharfe Krallen und Zähne, um sich zu verteidigen.

Die kleinen Frösche in Amerika warnen mit ihrer Färbung ihre Feinde davor, sie zu fressen. Der Schleim auf ihrer Haut enthält nämlich ein sehr starkes Gift. Das Gift von manchen Arten kann selbst einen erwachsenen Menschen in 20 Minuten töten. Die Ureinwohner im Regenwald verwenden dieses Hautgift der Frösche zur Jagd. Dafür schmieren sie es auf die Spitzen ihrer Blasrohrpfeile. Dadurch haben die Frösche auch ihren deutschen Namen bekommen: Pfeilgiftfrösche. Das Gift produzieren die Frösche aber nicht ganz alleine. Sie essen leicht giftige Insekten, wie Ameisen oder Tausendfüßler, sammeln das Gift in ihrem Körper, wandeln es um und scheiden es dann konzentriert über ihre Haut wieder aus.

Die Pfeilgiftfrösche leben in allen Stockwerken des Regenwaldes; in der Laubschicht und kleinen Tümpeln am Boden, aber auch weit oben in den Bäumen in den Bromelien. Das sind Pflanzen, die ohne Erde hoch oben auf den Ästen der Bäume wachsen und wie eine Vase geformt sind. Die Bromelien sammeln Wasser in ihren Blättern, das für Pfeilgiftfrösche so etwas wie ein kleiner Teich ist. Viele Frösche legen sogar ihre Eier im Bromelientümpel ab und ziehen dort ihre Kaulquappen auf.

Pfeilgiftfrosch, südamerikanischer Regenwald © Niemeyer
Pfeilgiftfrosch ©K.Wothe