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26.12.2015

Kawsak Sacha mit Facebook? Indigenes Konzept setzt auf Tradition und Innovation

In dem neuen Projekt "Lebende Wälder" unterstützt OroVerde das Volk der Kichwa aus Sarayaku in Ecuador in ihrem Kampf gegen Erdölförderung auf ihrem Gebiet. Mit einer Vielzahl von exotischen und seltenen Tier- und Pflanzenarten ist der Regenwald in diesem Gebiet besonders einzigartig. Schon seit Jahrhunderten leben die Kichwa im Einklang mit diesem Wald und wollen mit Hilfe ihrer traditionellen Methoden diesen Regenwald auch für die Zukunft erhalten. Erfolgreich schaffen Sie den Spagat zwischen Tradition und Moderne. Doch immer mehr Einflüsse von außen und die wachsenden Siedlungen um das Gebiet der Kichwa stellen sie und vor allem dem Regenwald vor große Herausforderungen.

Indigene aus dem Regenwald Ecuadors entwickeln neues Konzept-©Sebastian Jenal, Sarayaku

Die Indigenen aus Sarayaku gehen mit einer Kombination aus Tradition und Moderne als Vorbild voran. Foto: ©Sebastian Jenal, Sarayaku

Aufbauend auf der langjährigen Zusammenarbeit mit der Gemeinde Sarayaku ist OroVerde auch beim neuen Projekt "Lebende Wälder" als starker Partner an der Seite der Kichwa. Das 3 Jahre andauernde Projekt wird anteilig vom Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gefördert. Insgesamt 5 vielfältige Schwerpunkte machen die Aktivitäten aus, die im Rahmen des Konzeptes der "Lebenden Wälder" oder "Kawsak Sacha" (wie die Indigenen es nennen), durchgeführt werden:

1) Bäumen zeigen die Grenzen auf - die "Frontera de Vida"

Mit einer Lebenslinie aus auffällig bunten, blühenden Bäumen markiert die Gemeinde Sarayaku ihr Gebiet. Ziel ist es, dass diese lebende Grenzlinie auch aus der Luft gut erkennbar ist. In speziell angelegten Pflanzstellen werden Setzlinge entlang der Grenze Sarayakus gepflanzt. Teilweise sind es tagelange Märsche durch dichten Regenwald, die die Kichwa auf sich nehmen, um die kleinen Baumsetzlinge an ihr Ziel zu bringen. Ein Einsatz, der sich lohnt!

2) Waldwächter für mehr Wildtiere

Wollaffen, Tapire, Tukane und Ozelots leben in dem Regenwald rund um Sarayaku. Faszinierende und spannende Tiere, die alle auch langfristig Schutz brauchen. Neun Waldwächter sollen in Zukunft dafür sorgen, dass Schutzzonen eingehalten und illegale Aktivitäten sofort aufgedeckt werden können. Für das insgesamt 135.000 ha umfassende Gebiet der Kichwa ist dies eine wichtige Voraussetzung, um den Schutz von Flora und Fauna voran zu bringen.

3) Ernährung umstellen

Ein wichtiger Faktor ist auch die Ernährung der Gemeinde Sarayaku: Jagen, Sammeln und für den eigenen Gebrauch wirtschaften machen traditionell ihre Lebensweise aus. Um den Schutz der Wildtiere noch mehr zu erhöhen, sind im neuen OroVerde-Projekt Kleintierzuchten geplant, die den Jagddruck von den Regenwald-Tieren nehmen. In einer Kooperative tauschen sich die Familien aus und geben so das Wissen in der Haltung der Tiere weiter.

4) "Lebenden Wälder" als eigene Schutzkategorie

Damit das Konzept nicht nur ein neues und innovatives Modell für das Territorium von Sarayaku bleibt, sondern rechtlich regional sowie national Anerkennung bekommt, wird das bestehende Konzept mit Experten überarbeitet und weiter ausgearbeitet. So soll es auch internationalen Behörden als mögliche Schutz- und Verwaltungskategorie vorgestellt werden.

5) Facebook, Youtube und Co für weltweite Aufmerksamkeit

Nicht nur mit ihrer Teilnahme an der Klimakonferenz in Paris 2015 setzen die Indigenen ein deutliches Zeichen. Auch abseits von großen Veranstaltungen will die Gemeinde Sarayaku nicht nur ihre eigene Tradition pflegen, sondern auch mit den Mitteln der modernen Gesellschaft nach Außen treten. Eine eigene Homepage gibt es schon länger, eine Facebook-Seite ist auch schon online und auch bei Youtube sind die Kichwa sehr aktiv. Besonders in diesem Bereich wollen die Indigenen als Vorbild einer kombinierten Lebensweise aus Tradition und Moderne für andere indigene Stämme voran gehen. 

OroVerde unterstützt die Indigenen bei diesem Großprojekt nicht nur durch das Sammeln von Spenden, sondern vor allem auch durch inhaltlichen und organisatorischen Erfahrungsaustausch sowie beim Netzwerken.

 

Dieses Großprojekt wird unterstützt durch:

     

 

Seien auch Sie dabei und unterstützen Sie das Konzept "Kawsak Sacha" der Indigenen.


Lernen Sie das Projekt und vor allem das Leben der Kichwa besser kennen.

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