Zum Hauptinhalt springen

Die aktuelle Studie von OroVerde und dem Global Natur Fund zeigt auf: Die Mehrheit der untersuchten Waldinvestments wird ihrer ökologischen Verantwortung nicht gerecht und kann den suggerierten Beitrag zum Schutz der Biodiversität nicht leisten. Verbraucher müssen bei den Anbietern kritisch nachfragen, um sicher zu gehen, dass es sich nicht nur um bloße Werbeversprechen handelt. Hintergründe und Hilfestellungen dazu liefern die neue Waldinvestment-Broschüre und weitere Download-Dateien, die jetzt bei OroVerde bestellt und heruntergeladen werden können.

Wälder, so auch die tropischen Regenwälder, sind für die globale Biodiversität von großer Bedeutung. Um sie wirkungsvoll zu schützen, sind Finanzmittel in Milliardenhöhe notwendig. Der Einsatz von privatem Kapital wird international als Möglichkeit diskutiert, diese Finanzierungslücke zu schließen.
OroVerde - Die Tropenwaldstiftung hat gemeinsam mit dem Global Nature Fund (GNF) mehrere Finanzprodukte mit Waldbezug, die sich an Privatanleger richten unter die Lupe genommen und ihre Auswirkungen auf die ökologische und soziale Situation vor Ort bewertet. Das Fazit fällt nüchtern aus: Die Mehrheit der untersuchten Waldinvestments wird ihrer ökologischen Verantwortung nicht gerecht und berücksichtigt nur unzureichend die Auswirkungen auf die dort lebende Bevölkerung.

Glaubt man den Werbeprospekten, werden durch Waldinvestments artenreiche Naturwälder geschaffen. Doch hinter dem grünen Image eines Waldinvestments verbergen sich häufig Projekte zur Anlage von Monokultur-Plantagen, die sich negativ auf Tier- und Pflanzenarten und die Lebensbedingungen der lokalen Bevölkerung auswirken. OroVerde und der GNF haben sechs solcher Anlageprojekte in unterschiedlichen Regionen begutachtet.

Ökologische Aspekte von Waldinvestments

Der viel beworbene, üppige Mischwald ist in den wenigsten Fällen zu finden. Im Gegenteil: Meist werden rentablere Monokulturen angelegt, die aber nicht die vielfältigen Funktionen eines natürlichen Waldes erfüllen. In fast allen untersuchten Fällen wurden Baumarten wie Teak, Eukalyptus, Kiefer oder Akazie angepflanzt - Arten, die in den Anbaugebieten nicht heimisch sind. Dabei sind es Mischwälder mit heimischen Arten, die insbesondere bedrohten Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum bieten und somit einen wertvollen Beitrag für den Erhalt der Biodiversität leisten.

Die meisten Anbieter erfassen im Vorfeld der Investition die ökologische Ausgangssituation nicht ausreichend. „Nur wenn bekannt ist, welche Ökosysteme und welche Tier- und Pflanzenarten im Projektgebiet vorkommen, können durch geeignete Maßnahmen negative Auswirkungen auf die Biodiversität verhindert und die Natur geschützt werden“, sagt die Projektleiterin Dr. Elke Mannigel von der Tropenwaldstiftung OroVerde.

Soziale Aspekte von Waldinvestments

Ein ähnliches Bild zeigt sich in Bezug auf die Interessen der lokalen Bevölkerung. Auch wenn die Arbeitsbedingungen innerhalb der Forstprojekte vor Ort meist vorbildlich sind, gibt es sehr großen Nachholbedarf, wenn es um den Einbezug der dort lebenden Menschen geht. Die wenigsten Anbieter analysieren die soziale Situation vorab und berücksichtigen diese im Laufe des Projektes. „Mögliche negative Auswirkungen, wie der durch den Flächenaufkauf verursachte Verlust von Weide- oder Ackerland können somit nicht erfasst und entsprechend ausgeglichen werden“, so Tobias Hartmann vom GNF.
„Die Mehrheit der untersuchten renditeorientierten Waldinvestments kann den erhofften Beitrag zum Schutz der Biodiversität nicht leisten. Es ist noch viel Verbesserungsbedarf notwendig, damit Waldinvestments eine innovative und neue Finanzquelle für den Schutz von Biodiversität in Frage kommen“, bilanziert Dr. Mannigel.

Broschüre "Waldinvestments - Artenreichtum oder Rendite?" jetzt bestellen

In der aktuell erschienenen Publikation „Waldinvestments – Artenreichtum oder Rendite?“ werden unter anderem Handlungsempfehlungen gegeben, um Waldinvestments nachhaltiger zu machen. Interessierte Anleger finden zudem hilfreiche Informationen, um Geldanlageprodukte in Wald besser einschätzen zu können.

Die Broschüre (als Download) und weiterführende Informationen sowie eine Vielzahl weiterer Downloads mit Empfehlungen, kritischen Fragen, Interviews, politischen Empfehlungen und einzelnen Fallstudien finden Sie auf der Seite Waldinvestments.

Hier können Sie zudem die Broschüre "Waldinvestments - Artenreichtum oder Rendite" als Heft bestellen.

Die Beteiligten Organisationen der Waldinvestment-Studie

OroVerde - Die Tropenwaldstiftung ist eine gemeinnützige Naturschutzorganisation, die sich für den Erhalt der tropischen Wälder einsetzt. Hierzu werden Schutzprojekte konzipiert und zusammen mit lokalen Partnerorganisationen in den Tropenländern umgesetzt. In Deutschland werden Projekte im Bereich Umweltbildung durchgeführt.

Der Global Nature Fund ist eine internationale Stiftung für Umwelt und Natur. Zu den Aufgaben des GNF gehören die Förderung des Natur- und Umweltschutzes, die Initiierung und Durchführung von Natur- und Umweltschutzprojekten, die Entwicklung von Modellprojekten zur Förderung nachhaltigen Wirtschaftens, Publikationen und Veranstaltungen zu Themen des Natur- und Umweltschutzes sowie die Förderung von internationalen Konventionen zum Artenschutz.

Das Projekt „Waldinvestments als neue Finanzierungsquelle für den Schutz der Biodiversität“ wird durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit gefördert.

Auf dieser Seite
Direkt zum Thema springen...