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Welche Kakaoanbaumethoden gibt es?

Es gibt unterschiedliche Anbaumethoden von Kakao, die je nach Regionen und/oder Besitzverhältnissen variieren können. Drei Anbaumethoden sollen im Folgenden kurz beschrieben werden. Im Allgemeinen kann zwischen konventionellem und biologischem Anbau unterschieden werden. Die Kakaoernteerträge können je nach Anbaumethode sehr unterschiedlich ausfallen. Der Kakaoertrag pro Hektar hängt aber generell nicht nur von der Anbaumethode ab, sondern auch von weiteren Faktoren, wie z.B. den Wettereinflüssen, der Kakaosorte, der Größe der Anbaufläche, dem Alter der Bäume, der Bodenbeschaffenheit u.v.m..

Anbau in Monokultur

Der Kakaoanbau in Monokulturen erfolgt meistens auf großen Plantagen und hat weitreichende Auswirkungen auf die Umwelt. Da die Bäume auf den Kakaoplantagen sehr dicht beieinander stehen, können sich Schädlinge und Krankheiten schnell ausbreiten. Kakao in Monokulturen benötigt daher eine intensive Behandlung mit Pestiziden, aber auch mit Mineraldüngern. Die Dünung ist deshalb notwendig, weil der Boden sehr einseitig belastet wird und dadurch schnell auslaugt. Durch den Anbau in Monokulturen und den Pestizideinsatz ist die Artenvielfalt auf den Plantagen stark reduziert. Chemikalien, die auf den Plantagen verwendet werden, gelangen in die Böden und das Grundwasser. Dies wirkt sich auch folgenschwer auf die Umwelt und die Gesundheit der Menschen und Tiere vor Ort aus. Die fehlenden Schattenbäume werden häufig mit Netzen ersetzt, die den Zugang von Fauna auf den Flächen zusätzlich erschweren. Beim Kakaoanbau in Monokulturen können, anders als bei anderen Anbaumethoden, allerdings durch manuelle Bestäubung die höchsten Ernteerträge erzielt werden.

Anbau mit Schattenpflanzen

Kleinbauern pflanzen Kakao oftmals mit einer Schattenpflanzenart an. Somit wird der Stress für die Kakaopflanzen reduziert und sie sind dadurch weniger anfällig für Krankheiten und Schädlinge. Als Schattenpflanzen werden meistens andere Nutzpflanzen (wie z.B. Bananenstauden) verwendet, welche den Bauern zusätzliche Erträge einbringen. Der Anbau mit Schattenpflanzen kann ohne den Einsatz von Pestiziden erfolgen, somit ist der biologische Kakaoanbau möglich. Bei dieser Anbaumethoden können nur niedrige bis mittlere Kakaoerträge erreicht werden.

Anbau in Agroforstsystemen – die Hoffnung für den Regenwald?

Beim Kakaoanbau in Agroforstsystemen wird Kakao zusammen mit mehreren verschiedenen Schattenbäumen, Boden- und Nutzpflanzen angebaut. Die hohe Artenvielfalt simuliert die natürliche Umgebung der Kakaobäume – den Regenwald. Durch größere Abstände zwischen den Kakaobäumen ist das Risiko einer Ausbreitung von Krankheiten reduziert. In der Regel erfolgt der Anbau nach ökologischen Kriterien, also ohne Pestizideinsatz und Dünger. Durch die diverse Vegetation ist der Boden besser vor Erosion geschützt. Ausgelaugte Böden können wieder eine erhöhte Bodenfruchtbarkeit erlangen. Die Kakaoerträge fallen bei dieser Anbaumethode zwar niedriger aus, dennoch stellt der Anbau unterschiedlicher Nahrungs- und Nutzpflanzen eine weitere Einnahme- und Nahrungsquelle der Bevölkerung dar. Zudem kann Kakao mit der Bio-Zertifizierung zu höheren Preisen verkauft werden.

Kakaoanbau und Tropenwaldschutz – Projektbeispiel Honduras

Durch ökologischen und nachhaltigen Kakaoanbau können die Auswirkungen des intensiven Kakaoanbaus auf den Regenwald (wie z.B. Regenwaldrodung, Bodenerosion, Verschmutzung des Trinkwassers) minimiert und die Flächen länger genutzt werden. All dies trägt zum Schutz der Tropenwälder bei. Das OroVerde-Projekt „Mit Bio-Schokolade den Regenwald retten“ fördert den Anbau von Bio-Kakao im Patuca-Nationalpark in Honduras. Es zeigt, wie sich Tropenwaldschutz mit landwirtschaftlicher Nutzung unter Einbeziehung der lokalen Bevölkerung vereinbaren lässt. Lesen Sie mehr über das Honduras-Projekt „Mit Bio-Schokolade den Regenwald retten“ und unterstützen Sie es mit Ihrer Spende.

Kakaoplantage © J. Merklein
Agroforstsystem © Finca de Azdrubal

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