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250 Jahre Revolutionär Alexander von Humboldt

Heute so aktuell wie damals! Vor 250 Jahren, im Jahr 1769, wurde der Naturforscher Alexander von Humboldt geboren. Langweilige Geschichte? Nein, meint OroVerde: Viele seiner Erkenntnisse und Entdeckungen sind noch heute aktuell. Für OroVerde spielt zudem der Alexander-von-Humboldt-Nationalpark in Kuba eine ganz besondere Rolle.

Das Netz des Lebens

Alexander von Humboldt interessierte sich für alles in der Natur, vom kleinsten Käfer bis zum höchsten Berg. Er beobachtete aufmerksam, wie Naturereignisse, etwa Vulkanausbrüche, aber auch der Mensch die Umwelt beeinflussten. Dabei erkannte er, wie alles miteinander verbunden ist und revolutionierte den vorherrschenden Blick auf die Natur: Als Vordenker seiner Zeit entwickelte er die Erkenntnis, dass die Natur ein großes Ganzes ist, ein eng miteinander verbundenes Netz des Lebens, in dem zudem der Mensch nicht die Krone, sondern ein Teil des Ganzen ist.

Auch heute ist diese Erkenntnis wichtiger denn je: unser Handeln im Alltag, Konsum und Art der Fortbewegung haben Auswirkungen auf die Ökosysteme und die Menschen am anderen Ende der Welt. Einzelne Veränderungen in der Zusammensetzung der Arten in einem Ökosystem (z.B. die Ausrottung einer Art) oder leichte Veränderungen der Temperatur können das gesamte System verändern. Würden wir Menschen dies in unserem Alltag immer vor Augen haben, sähe die Welt wohl etwas anders aus.

Historische Warnungen vor dem Klimawandel

Als Alexander von Humboldt am Valenciasee in Venezuela die dramatischen Folgen der von europäischen Kolonialisten angelegte Plantagen sah, sprach und warnte er als erster Wissenschaftler vor dem von Menschen verursachten Klimawandel. Dabei wies er auf die wichtige Rolle des Waldes hin: Er beobachtete, dass Wälder die Atmosphäre mit Feuchtigkeit anreichern und kühlen können und wies auf die große Bedeutung der Bäume für die Wasserspeicherung sowie als Schutz vor Bodenerosion hin.

Klimawandel im Alexander-von Humboldt-Nationalpark

Inzwischen sind überall auf der Welt deutliche Spuren des Klimawandels zu erkennen. Im Alexander-von-Humboldt-Nationalpark beobachten die Parkmitarbeiter zum Beispiel den Anstieg des Meeresspiegels, der die Küste erodiert und auch die dort lebenden Bewohner bedroht. Sie verzeichnen außerdem heftigere Niederschläge als zuvor und gleichzeitig eine größere Zahl an trockenen Tagen im Park. Auch Änderungen in der Zusammensetzung und Wanderzeiten bestimmter Arten werden beobachtet. Zudem stellen Wirbelstürme eine wachsende Bedrohung dar. Hurrikan Matthew beispielsweise hinterließ im Jahr 2016 deutliche Spuren im Park. Wo die Ökosysteme jedoch intakt sind, sind die Schäden geringer. Die Parkmitarbeiter tun daher alles, um jene so unversehrt wie möglich zu halten. So forsten sie zum Beispiel die Mangroven und die weiteren Wälder wieder auf. OroVerde unterstützt die Mitarbeiter vor Ort dabei.

OroVerde unterstützt den Nationalpark

Der Alexander-von-Humboldt Nationalpark liegt im Osten Kubas, in den Provinzen Guantánamo und Holguín. Über 70.000 Hektar umfasst er und ist damit etwa dreimal so groß wie der Nationalpark Bayrischer Wald oder der Nationalpark Harz. Er ist so einzigartig, dass er im Jahr 2001 sogar von der UNESCO als Weltnaturerbe anerkannt wurde! OroVerde hat die Aktivitäten dazu von Anfang an maßgeblich unterstützt: von der Planung des Parks bis zu den Umsetzungen im tagtäglichen Parkmanagement heute. Dabei besteht eine enge Partnerschaft mit den Institutionen vor Ort. Den Nationalpark zu unterstützen ist wichtig und wirkungsvoll – davon ist OroVerde überzeugt. Gemeinsam mit den engagierten Mitarbeitern vor Ort kann viel bewirkt werden, um die einzigartige Vielfalt im Park zu erhalten und gleichzeitig die lokale Bevölkerung zu unterstützen.

Einzigartige Biodiversität im Alexander-von-Humboldt Nationalpark

Der Alexander-von-Humboldt Nationalparkist absolut einzigartig. Er umfasst eine große Vielfalt an Klima- und Vegetationszonen und beherbergt viele weltweit einmalige Arten. Sein Gebiet reicht vom Meeresgrund bis in 1175 Meter Höhe, umfasst das feuchteste Gebiet Kubas ebenso wie semiaride Gebiete; er beherbergt unter anderem Mangrovenwälder, Tiefland-, Bergregen- und einheimische Pinienwälder sowie semiaride Strauchgehölzvegetationen und Korallenriffe. Besonders viele und zahlreiche besondere Arten leben hier: So wachsen hier geschätzt über 1500 Pflanzenarten, von denen der Großteil nur in Kuba oder sogar nur im Alexander-von-Humboldt Nationalpark vorkommt, und über 150 Vogelarten nennen den Park ihr Zuhause. Um die 45 Reptilienarten gibt es hier – mehr als dreimal so viele wie in Deutschland – über 73 Prozent davon leben nur dort. Auch von den rund 20 Amphibienarten sind 90 Prozent endemisch, kommen also nur dort vor, und 60 Prozent bedroht. Unter diesen besonderen Arten ist auch die Bienenelfe zu finden, eine Kolibriart, die nur rund fünf bis sieben Zentimeter groß und 1,8 Gramm schwer wird und damit der kleinste Vogel der Welt ist. Auch der kleinste Frosch der nördlichen Hemisphäre, das nur daumennagelgroße Monte-Iberia-Fröschche, hat hier sein Zuhause. Mit viel Geduld und Glück sichteten die Parkmitarbeiter auch Kubanische Schlitzrüssler, ein vom Aussterben bedrohtes nachtaktives Säugetier und „lebendes Fossil“, das sich von Insekten ernährt. Nur wenn der Park erhalten bleibt, haben all diese weltweit einmaligen Arten eine Chance zu überleben! Es werden immer noch weitere neue Arten im Park entdeckt.

Übrigens: Alexander von Humboldt ist aufgrund seiner großen Bedeutsamkeit zum Namenspaten des Parks erkoren worden, war allerdings nie selbst in der Region des Parks. Ganz sicher wäre er aber ebenfalls begeistert von diesem gewesen!

Von Humboldt lernen

Antrieb und Inspiration für Alexander von Humboldt war seine große Begeisterung und Faszination für die Natur und sein Entdeckerdrang. Auch heute noch zeigt sich die Wichtigkeit von Naturerfahrungen als Basis für das Verständnis der Natur und unserer Verbundenheit mit ihr. Also: Raus in die Natur, nehmen wir uns die Zeit, sie zu beobachten, von ihr zu lernen und uns von ihr faszinieren zu lassen!

Hintergrund: „Wer war Alexander von Humboldt?“

Alexander von Humboldt kam 1769 in Berlin auf die Welt. Er entwickelte sich zu einem der größten und wichtigsten Vordenker seiner Zeit und gehörte zu den berühmtesten Wissenschaftlern des 19. Jahrhunderts. Von Humboldt war Naturforscher, Universalgelehrter und Mitbegründer der empirischen Geographie. Gleich seine erste große Forschungsreise führte ihn ab 1799 nach Lateinamerika. Die Erkenntnisse aus dieser Zeit prägten seine weitere Arbeit und Leben maßgeblich. Er schrieb dutzende mehrbändige Bücher, mehrere hundert Artikel sowie zigtausend Briefe. Dabei vernetzte er die Wissenschaft weltweit, auch zwischen verschiedenen Disziplinen. 1859 verstarb er im Alter von 89 Jahren.

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