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Eine Millionen Bäume für Ayopaya

Projektbesuch 10 Jahre nach Abschluss des OroVerde-Projektes in Ayopaya (Bolivien): Was wir erreicht haben? Dieser Frage geht die Studentin Jessica Heiler im Rahmen ihres Auslandssemsters in Bolivien nach.

Das Projekt:
Schutz der letzten andinen Bergnebelwälder durch die Einführung agroforstlicher Systeme und Umweltbildung in der Provinz Ayopaya, Bolivien

Projektlaufzeit:
1994 - 1998

Projektinhalt:
Wiederaufforstungsprogramm für über 30 Gemeinden (ca. 500 km²). Aufbau einer zentralen Baumschule in der Provinzstadt Independencia sowie 12 weiterer kommunaler Baumschulen. Auspflanzung von über eine Million Bäumen! Ausbildung der beteiligten Gemeinden in Ökologie, Forstwirtschaft und Agroforstwirtschaft, Organisation und Nachhaltigkeit. Einführung alternativer Einkommensquellen wie etwa Bienenhaltung.

Kooperationspartner vor Ort:
FUPAGEMA

Noch ist der abschließende Bericht in Arbeit - hier jedoch bereits ein paar Statements der Bevölkerung von direkt vor Ort:

"Zuerst wussten die Menschen hier nicht „Was ist das, die Umwelt?“ Heute gibt es Regeln; das Abrennen von Wald ist verboten, ohne Autorisation dürfen Bäume nicht mehr gefällt werden. Wir haben Bewusstsein geschaffen."

"Durch die Unterstützung von OroVerde hat es die FUPAGEMA geschafft eine beträchtliche Menge von Wiederaufforstungen zu realisieren. Hinzu kommt die Bildung der Leute. Sie gab z.B. den Anstoß zur Züchtung von Milchvieh. Milch war hier früher rar. Heute produzieren einige Dörfer Käse und Jogurt, die Ernährungssituation der Familien hat sich verbessert." (Enoc Crespo, 38 Jahre, Mitbegründer der FUPAGEMA, heute Vize-Präsident des Centro Social)

"Seit 2002 gibt es ein Gesetz in Bolivien: La ley del medio ambiente. Der positive Wandel in Bolivien bezüglich der Wertschätzung unserer Ressourcen wurde nicht zuletzt auch der Arbeit der FUPAGEMA möglich gemacht. Die Menschen aus Ayopaya und speziell Independencia haben für diesen Wandel gekämpft und viel dazu beigetragen."

"Was wir erreicht haben? Sehr viel – Die Menschen in den Dörfen haben jetzt ein Umweltbewusstsein!" 

"Der Druck auf den Bergnebelwald hat sich verringert, denn jetzt nutzen die Menschen die selbst gepflanzten Bäume in den Forstflächen zum Brennholzkonsum."

"Heute gibt es Regeln über das Management unserer Wälder – das hat es früher nicht gegeben." 

"Im Süden von Ayopaya gibt es keine natürlichen Wälder mehr, hier schon - das ist Verdienst der Arbeit der FUPA." (Ancelmo Chambi, Vize-Prsidente und ehemaliger Baumschulleiter der FUPA)