Hausgarten

Engagement für den Klimaschutz ist wichtig und muss weiter ausgebaut werden

Festakt zum OroVerde-Jubiläum im Bonner Rathaus: Seit 30 Jahren setzt sich die Bonner Tropenwaldstiftung OroVerde für den Schutz tropischer Regenwälder ein. Den runden Geburtstag hat OroVerde auf Einladung von Bonns Oberbürgermeister Ashok Sridharan am Donnerstag, 2. Mai 2019, im Alten Rathaus gefeiert. Zu den Gratulanten gehörte unter anderem Jochen Flasbarth, Staatssekretär im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit, der über Deutschlands Engagement für den internationalen (Tropen-)Waldschutz referierte.

Vorsitzender des Stiftungsrats von OroVerde Prof. Dr. Harald Kächele, Staatssekretär im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit Jochen Flasbarth, Vorstand Dr. Volkhard Wille und Oberbürgermeister der Bundesstadt Bonn Ashok Sridharan (v.l.n.r.).

Der Einladung zur offiziellen Geburtstagsfeier der Tropenwaldstiftung ins Bonner Rathaus waren zahlreiche Gäste gefolgt. Einige von Ihnen hatten eine weite Anreise aus Süddeutschland auf sich genommen. Hier sind auch die Wurzeln der Stiftung zu finden, deren Grundstein 1989 in München gelegt wurde.

30 Jahre Tropenwaldschutz

An die Aufbruchstimmung im Gründungsjahr und die allgemeine politische Entwicklung 1989 erinnerte Prof. Dr. Harald Kächele, Vorsitzender des Stiftungsrats bei OroVerde.

Professor Dr. Manfred Niekisch, Geschäftsführer von OroVerde von 1990 bis 1998, berichtete von den Anfängen der Organisation. Sie wurde 1989 auf Initiative des damaligen Präsidenten des Deutschen Naturschutzringes, Prof. Dr. Wolfgang Engelhardt, gegründet und startete 1991 die ersten Projekte in Bolivien, Guatemala und Vietnam. In Vietnam bildete sie zum Beispiel junge Naturschützer aus, und in Bolivien engagierte sie sich für die Aufforstung der Bergnebelwälder. Regenwaldschutz hieße auch, die Indigenen in dieses Vorhaben mit einzubeziehen und nicht außen vor zu lassen, so Niekisch.

Jochen Flaßbarth, Staatssekretär im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit, ehrte das Engagement des Gründers von OroVerde Prof. Dr. Wolfgang Engelhardts. Anschließend erläuterte er, wie wichtig die Arbeit der Nicht-Regierungs-Organisationen (NGOs) sei. Er sprach zudem über einen kulturellen und gesellschaftlichen Wandel, der Engagement zunehmend erschwere. Auch in seinem politischen Alltag mache sich dieser Wertewandel bemerkbar.

Auch Oberbürgermeister Ashok Sridharan gratulierte OroVerde zum runden Geburtstag: „Seit 30 Jahren leistet OroVerde wichtige Arbeit für den Schutz und Erhalt der tropischen Regenwälder. Mit ihrem Engagement für Umweltschutz, Klimaschutz und Biodiversität besetzt die Organisation gleich mehrere Kernthemen des internationalen Standortes Bonn und passt deshalb ganz hervorragend zu unserer Stadt.“  Die Arbeit der Organisation sei ein gutes Beispiel dafür, wie vielfältig Themen miteinander verflochten seien. Denn Tropenwaldschutz, Bildungsarbeit und Entwicklungsarbeit gingen dabei Hand in Hand, so der OB weiter.

Vorstand Dr. Volkhard Wille führte in seinem Schlusswort aus, warum Klimaschutz im Alltag beginne und welche Auswirkungen bereits unser Handeln vor Ort auf den Regenwald habe. Er betonte zudem die Bedeutung internationaler Zusammenarbeit: „Gerade die Arbeit von OroVerde zeigt, dass wir nur erfolgreich sein werden, wenn wir international abgestimmt arbeiten – nur multilateral kommt man international weiter. Weltoffenheit und Partnerschaftlichkeit sind daher Grundprinzipien unserer Arbeit, die ja auch gut zur Bundesstadt Bonn passen.“

In einer Gesprächsrunde unter der Moderation von Christiane Overkamp, Geschäftsführerin Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen, ging es zudem um die Frage, was Organisationen wie OroVerde zum Tropenwaldschutz beitragen, wie die Arbeit von Umweltorganisationen sich in den letzten Jahren geändert hat und warum eine unabhängige und manchmal auch unbequeme Zivilgesellschaft so wichtig ist. OroVerde ist zum Beispiel Initiator des nach Alexander v. Humboldt benannten Regenwald-Nationalparks auf Kuba. Neben Schutz- und Wiederaufforstungsprojekten in den Tropen ist dabei die Umwelt- und Verbraucherbildung ein wichtiger Pfeiler. Denn der Regenwald findet sich in vielen Produkten unseres Alltags, von der Schokolade bis zum Klopapier. 2004 startete etwa der Wettbewerb „Schüler schützen Regenwald“, wenige Jahre später der Bonner Wettbewerb „Paper Angels“. Bis heute hat OroVerde mehr als 30.000 Materialpakete in Schulen getragen und damit über eine halbe Millionen Schülerinnen und Schüler erreicht – vom Kindergarten bis zur Oberstufe. Auch in den Schutzprojekten vor Ort gehören Umweltbildungsangebote und Aufklärungsarbeit zu Wald- und Wasserschutz, zu Waldbrandprävention und nachhaltigen Anbaumethoden immer mit dazu.

Jahrespartnerin der Stadt Bonn

Anlässlich des 30-jährigen Bestehens ist OroVerde aktuelle Jahrespartnerin der Stadt Bonn. Dies will die Stiftung vor allem dazu nutzen, Aufmerksamkeit für den Schutz der tropischen Regenwälder zu schaffen, die als riesige Kohlenstoffspeicher wichtig für das Weltklima sind. Mit verschiedenen Aktionen wird der Regenwald in Bonn dabei sichtbar und erlebbar.

So fährt seit Mitte März ein „Regenwaldbus“ für ein Jahr durch die Stadt. Vom 6. Mai bis 20. August ist im Haus der Bildung die Ausstellung mit dem Titel „Hier und Da“ zu den Themen Regenwald im Einkaufswagen und nachhaltigem Konsum zu sehen. Am 21. Juni kommen sogar die Bäume selbst zu einem Aktionstag in die Bonner Innenstadt. Bis in den Herbst bietet die Tropenwaldstiftung OroVerde zudem Vorträge zu den besonders artenreichen Regenwäldern ihrer Projektregionen an, um ihre Arbeit noch transparenter zu machen.

Weitere Informationen zum 30-jährigen Bestehen von OroVerde und zum Programm der Jahrespartnerschaft gibt es unter www.oroverde.de/aufmerksamkeit.

Fotonachweis: OroVerde - Bernd Hegert