Hausgarten

Kein Tropenwald auf den Grill!

Grillen gehört zum Sommer genauso wie Sonnenbrille und Vanilleeis. Die Deutschen könnte man sogar schon fast als "Grill-Weltmeister" bezeichnen: Etwa 95% aller Haushalte besitzen einen Grill. Doch was kommt drauf auf den Grill? Und womit machen Sie Feuer? Auf diese Dinge sollten Sie unbedingt achten:

1.) Holzfrei grillen mit Maiskolben oder Olivenkernen

Was vom Maiskolben übrig bleibt, wenn die Körner abgepult sind, ist wunderbares Grillmaterial. Die getrockneten Maisspindelnd aus der industriellen Körnermaisherstellung können jetzt als nachhaltiger Grillkohle-Ersatz gekauft werden, z.B. MAISTER-Grillkolben von ClouBBQ. Die Kolben brennen bis zu 800 Grad heiß und sollen weniger rauchen als herkömmliche Holzkohle.
Auch mit einem anderen Abfallprodukt lässt sich prima grillen: mit Olivenkernen aus der Olivenölproduktion aus Südeuropa, z.B. von OlioBric.

Wenn es Holzkohle sein soll, dann nur aus heimischen Hölzern mit Naturland- oder FSC-Siegel, NERO Grillkohle aus Buchen-und Eichenholz aus Baden-Württemberg mit dem Naturland-Biosiegel.

Schon gewusst?

Deutschland importiert jährlich rund 230.000 Tonnen Holzkohle (2015). Über ein Viertel davon stammt aus Südamerika, Asien und Afrika - in Deutschland wird die Kohle nur verpackt. Ein Test des WWF im Sommer 2018 zeigte: 61 % der getesteten Produkte sind risikobehaftet, weil sie zum Beispiel aus Regionen mit umfangreichem illegalen Holzeinschlag stammen oder die verwendeten Hölzer falsch deklariert wurden. In fast jedem zweiten Produkt (42 Prozent) wurde Tropenholz gefunden. Aufdrucke wie „kein Tropenholz“, „Naturprodukt“ oder „aus natürlicher Herkunft“ sind keine Garantie für Tropenwaldfreie Holzkohle! Darum unbedingt auf das Naturland- oder FSC- Siegel achten oder Holzfrei grillen. 
Übrigens: Das DIN-Prüfzeichen zeigt nur an, dass die Holzkohle keine Schadstoffe wie Pech, Erdöl oder Kunststoffe enthält. 
Mehr Informationen zum Thema Tropenholz finden Sie in unseren Verbrauchertipps.
 

2.) Grillanzünder aus Holz und Wachs verwenden

Benzin oder chemische Grillanzünder setzen beim Abbrennen gesundheitsschädliche Stoffe frei. Die umweltfreundlichen Alternativen aus Spänen, Pressholz und Wachs sind da gesünder. Es gilt die Faustregel: Grillgut erst auflegen, wenn der Anzünder vollständig verbrannt ist.

3.) Wenn Fleisch, dann Bio-Fleisch

Billig-Fleisch aus Massentierhaltung ist ein Regenwald-Fresser. Denn das Soja für das Futter stammt auch aus Monokulturplantagen in Brasilien, für die Viehweiden, Ackerland und Amazonasregenwald weichen mussten. Bio-Fleisch aus heimischen Betrieben dagegen schützt den Regenwald! Hier kann man auf die Bioland, Naturland, Demeter oder Neuland-Logos achten, um eine Fütterung mit Soja– noch dazu gentechnisch verändertem Soja – zu vermeiden. Das EU-Bio-Siegel reicht da leider nicht aus. Wer es genau wissen möchte, macht sich in dem neuen OroVerde-Positionspapier zu Soja und Fleisch schlau.


4.) Oder mal Gemüse und Früchte auf den Grill! 

Es muss nicht immer nur Fleisch sein. Gemüsespieße, Grillkäse, mit Schafskäse gefüllte Paprika, Champignons mit Kräuterbutter, Zucchinischeiben oder Maiskolben machen den Grillabend richtig bunt und abwechslungsreich. Der besondere Nachtisch kommt dann auch vom Grill: einfach Aprikose, Pfirsich, Nektarine, Erdbeere, Rhabarber oder Lieblingsfrüchte in ein Bananenblatt wickeln (gibt’s im Asialaden), mit einem Zahnstocher feststecken, auf den Grill packen und erhitzen; dann den warmen Früchte-Kompott mit einer Kugel Vanilleeis servieren. Lecker! 


5.) Mehrweg statt Einweg – auch bei Grill und Geschirr!

Müllberge sind nicht schön und verschwenden viele Ressourcen. Die Rohstoffe für Plastikbesteck (Erdöl) und Allu-Grillschalen (Bauxit) lagern oft in Regenwaldgebieten. Für deren Gewinnung werden riesige Waldflächen abgeholzt oder verschmutzt, z.B. im Amazonasregenwald Brasiliens und Ecuador. Alternativen zu Alufolie und Grillschalen sind zum Beispiel Backpapier, wiederverwertbare Edelstahlschalen, Bananen- oder Kohlblätter, gusseiserne Pfannen oder einfach eine kleine Auflaufform mit Deckel. 

Mehr Tipps zum regenwaldfreundlichen Konsum gibt’s hier: www.oroverde.de/konsum