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Neue Zahlen und Fakten zu Biodiversitätsverlust und Pandemien

Mehr als 70 Prozent aller neu auftretenden Infektionskrankheiten sowie fast alle bekannten Pandemien sind zoonotischen Ursprungs, das heißt es handelt sich um von Tier zu Mensch und von Mensch zu Tier übertragene Infektionskrankheiten.

Zahlen und Fakten zu Pandemien ©OroVerde

Annelie Fincke von OroVerde betont die Bedeutung von Regenwaldschutzprojekten, um das Auftreten von Pandemien zu reduzieren. Sie gehört zum Team Internationales.

Das besagt der aktuelle Report des Weltbiodiversitätsrats (IPBES).

Der Verlust von intakten Tropenwaldgebieten ist dabei die zentrale Ursache, die weltweit in den Fokus rückt. So beziffert der Report, dass über 30 Prozent der seit 1960 weltweit neu aufgekommenen Infektionskrankheiten durch Landnutzungsänderungen verursacht werden –  also durch Entwaldung, menschliche Besiedlungen von Wildnisgebieten, Zunahme landwirtschaftlicher Produktion oder Urbanisierung, denn Landnutzungsänderungen vergrößern den Radius, in dem Menschen mit Wildtieren, Vieh und Mikroorganismen Kontakt haben. Dies ebnet den Weg für Pandemien. Damit ist der Treiber für Pandemien der gleiche, der auch zum Verlust der biologischen Vielfalt befeuert: die Zerstörung tropischer Regenwälder.

Mit wildlebende Wirbeltierarten wird zudem ein reger Handel betrieben. Etwa 24 Prozent aller wildlebenden terrestrischen Wirbeltierarten werden global gehandelt. Dadurch verstärkt sich das Potenzial für neue Epidemien zusätzlich. Die Wissenschaftler gehen derzeit von bis zu 1,7 Millionen noch unentdeckten Viren in Säugetieren und Wasservögeln aus, welche Ursprung für neue Zoonosen werden könnten.  Sie schätzen, dass 540.000 bis 850.000 Viren Potenzial haben, Menschen zu infizieren.

Die Häufigkeit von Pandemien steigt

Die Frequenz von Pandemien hat heute bereits zugenommen. Künftige Pandemien werden voraussichtlich noch häufiger und tödlicher verlaufen und noch höhere ökonomische Kosten nach sich ziehen. Der Fokus, so rät der Weltbiodiversitätsrat, sollte daher deutlich stärker auf präventiven Maßnahmen liegen.

 

„Tropenwald-Schutzprojekte können dazu beitragen, das Risiko von Pandemien zu reduzieren, also als präventive Maßnahme gesehen werden“, erläutert Annelie Fincke, Expertin für Biodiversität bei der Tropenwaldstiftung OroVerde. „Wir initiieren daher Schutzprojekte und etablieren Ansätze für eine nachhaltige Landwirtschaft zum Schutz der Regenwälder und der Biodiversität.“   Denn nur ein nachhaltiger Umgang mit der Natur schützt vor Krankheiten und Pandemien. Lesen Sie mehr über Projekte, in denen nachhaltige Landwirtschaft betrieben wird.

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