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Sanfter Ökotourismus als Entwicklungs- und Naturschutzstrategie

Raja Ampat ist wegen seiner bunten Unterwasservielfalt unter Tauchern und Meeresbiologen längst als mariner Biodiversitäts- Hotspot bekannt. Der zunehmende Tourismus und sich damit ausweitende Infrastruktur bedroht jedoch auch die weitgehend unbekannte terrestrische Artenvielfalt der dicht bewaldeten Inseln. Sie sind Heimat für viele endemische Arten, insbesondere eine Vielzahl an tropischen Vögeln.

Raja Ampat bedeutet Vier Könige. Die Inseln sind wegen ihrer besonderen Lage und einzigartigen Korallenriffe ein beliebtes Ziel für Tauchtouristen.

Für die Inselgruppe des Archipels Raja Ampat in West Papua, Indonesien, ist ihre abgelegene Lage sowohl Fluch als auch Segen. Circa sechs Flugstunden von Jakarta plus eine Stunde mit der Fähre von Sorong auf West Papua entfernt befindet sich dieses Inselparadies, umgeben von türkisblauem Wasser und einer einzigartigen Unterwasserwelt. Hier treffen die asiatische und die australische Kontinentalplatten aufeinander und haben einen tiefen Krater gebildet, worauf die weltweit atemberaubendsten Korallenriffe entstanden sind. Unter Tauchern gilt dieses Archipel daher als Nummer 1 Reiseziel.

Viele Besucher kommen auf Raja Ampat weil sie sich eine „Leonardo DiCaprio-  - The Beach“ einsame Stranderfahrung erhoffen.

Frank Momberg, unser Partner von Fauna and Flora International (FFI) Asien, Direktor und Projektbetreuer

Lange hielten die entlegenen Inseln Besucherströme in Maßen, doch mit immer zunehmender Bekanntheit breitet sich die Neugier nach unentdeckten Stränden auch unter üblichen Bali-Touristen aus. Noch vor wenigen Jahren einzig mit einem Privatboot erreichbar, legt die Fähre vom Festland nun täglich im Hafen von Waisai an. Was einst ein Fischerdorf war ist heute ein wachsendes Zentrum. Seitdem es die Rundstraße an der Küste entlang gibt, sind immer mehr Tauchschulen und sogenannte „homestays“, Unterkünfte direkt bei den Familien, entstanden. Mit dem Ausbau von Straßen, Gebäuden und einem geplanten Flughafen wird der Regenwald und damit Lebensraum vieler heimischer Tiere und indigenen Gemeinden auf den Inseln abgeholzt – für Bauholz und Fläche. Mit der Erkenntnis, dass der Tourismus auf Raja Ampat nicht aufzuhalten ist, hat man hier allerdings noch früh die Chance mit einem geregelten Besucherkonzept und alternativen Angeboten die Auswirkungen und Umweltzerstörung zu begrenzen.

Schon gewusst?

The International Ecotourism Society (TIES) definiert Ökotourismus als „eine verantwortungsvolle Form des Reisens in naturnahe Gebiete, die die Umwelt schützt und zum Wohlergehen der ansässigen Bevölkerung beiträgt“

Ein von indigenen Bewohnern ortskundig ausgearbeitetes Angebot zu mehrtägigen Dschungel-Trekking-Touren um Vogelbeobachter zu Balzplätzen der Paradiesvögel zu führen bietet der lokalen Bevölkerung neue Einkommensmöglichkeiten -  und macht den Besucher auf den Schutz des Regenwaldes aufmerksam. Die Raja Ampat Homestay Association bietet auf der Webseite www.stayrajaampat.com umfassende Information zu nachhaltigem Ökotourismus und hilfreiche Tipps zur Reisevorbereitung für Raja Ampat- Interessierte. Sie bringt Touristen und lokale Anbieter wie Vogelführer, Bootsfahrer und familiengeführte Unterkünfte zusammen. Über Angebote wie Kayaking, Dschungeltreks, Birdwatching, Schnorcheln und vieles mehr werden papuanische Initiativen gefördert, die den Lebensraum der Inselbewohner schützen wollen.  Oro Verde arbeitet auf Raja Ampat zusammen mit Fauna & Flora International – FFI und der lokalen Organisation Yayasan Nazareth Papua. Wir erarbeiten mit den lokalen Mitarbeitern ein Konzept zum Ökotourismus als nachhaltige Einkommensquelle.

Mit dem Tourismus ist es ähnlich wie mit Rotwein -  in Maßen ganz positiv, aber zu viel davon kann zu Problemen führen.

Martin Baumann, ehem. OroVerde Projektbetreuer

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