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Saubere Perspektive für Honduras‘ Mangrovenwälder

Weniger Müll und gesunde Mangrovenwälder. Neue Strategien für den Schutz der wertvollen Küstenökosysteme in Honduras lenken den Fokus auf ein vermehrt auftretendes Problem: die Vermüllung der Küsten. Mit einem guten Abfallmanagement und Monitoring der Mangroven kann der Erhalt der wertvollen Ökosysteme noch gelingen.

Weniger Müll und gesunde Mangrovenwälder: neue Strategien für den Schutz der wertvollen Küstenökosysteme in Honduras

Neue Partner, neues Thema, neue Projektregion: Das Projekt Nachhaltiger Schutz der natürlichen Ressourcen in den marinen Ökosystemen lenkt den Fokus auf das steigende Problem von Abfällen in Küstengewässern, die Flora und Fauna erheblich gefährden und wichtige Ökosystemdienstleistungen der vorherrschenden Mangrovenwälder in Honduras vermindern. Mit der lokalen Naturschutzorganisation CODDEFFAGOLF (Ausschuss für den Schutz und die Entwicklung der Flora und Fauna des Golfs von Fonseca) in San Lorenzo startet nun ein ambitionierter Partner mit uns in die dreijährige Phase.

Der Golf von Fonseca ist eine Meeresbucht, an die El Salvador, Honduras und Nicaragua grenzen und an der Küste mit ihren weitläufigen Mangrovenwäldern eine Vielzahl an Ökosystemdienstleistungen bereitstellt: Die Wälder beherbergen mit ihrem verflochtenen Wurzelsystem eine Vielzahl von Pflanzen- und Tierarten und dienen Fischen, Garnelen und Krebsen als Laichplatz. Auch Schlangen, Meeresschildkröten und Wandervögel bewohnen diesen Lebensraum. Die Bevölkerung an der Küste ist zu einem großen Teil davon abhängig: Für die Selbstversorgung und die lokalen Märkte ist die traditionelle Garnelenfischerei von existentieller Bedeutung. Daneben fungieren Mangrovenbäume als Uferbefestigung und damit Erosionsschutz für die Küstenlinie. Doch auch für den Klimaschutz sind Mangrovenwälder besonders wichtig: Sie gehören zu den Ökosystemen, die besonders viel Kohlenstoff binden. 

 

Wertvoller Kohlenstoff im Kampf gegen die Klimakrise

In bestimmten Teilen der Welt wird laut einer neuen Studie von Conservation International so viel Kohlenstoff gespeichert, dass dieser bei einer Zerstörung dieser Naturräume in Form von CO2 in die Atmosphäre „unwiederbringlich“ freigesetzt würde – das bedeutet, dass es bei Wiederaufforstung dieser Flächen keine Chance gäbe, innerhalb von 30 Jahren diese Menge an CO2 wieder zu speichern. Auf der Karte des Resilience Atlas 2021 wird deutlich, dass die Mangrovenwälder am Golf von Fonseca zu den Gebieten mit mehr als 125 t pro Hektar Kohlenstoff gehört, deren Erhalt besonders wichtig sind, um die Klimakrise abzuschwächen!

Die Lebensgrundlage für Flora, Fauna und die ansässige Bevölkerung ist jedoch seit vielen Jahren gefährdet: Honduras ist nicht nur zu einem hohen Grad von den Folgen der Klimakrise betroffen, sondern auch durch politische Konflikte und strukturelle Probleme gekennzeichnet. Eine Folge der Instabilität ist unter anderem ein fehlendes Abfallmanagement und -bewusstsein, das in der Küstenregion des Golfs von Fonseca zu einer starken Verschmutzung des Küstengewässers durch feste Abfälle führt.

Die Naturschutzorganisation CODDEFFAGOLF kämpft seit vielen Jahren gegen die Degradierung der Küste und die damit einhergehend steigende Gefahr für die Bevölkerung, ihren Lebensunterhalt nicht mehr sichern zu können. Gleichzeitig ist sie offiziell am Management der Schutzgebiete vor Ort beteiligt. Für adäquate Managemententscheidungen der natürlichen Ressourcen fehlt allerdings eine gute Datengrundlage in der Region – so auch zum Thema Verschmutzung durch Abfälle.

Gemeinsam mit der Gesellschaft zur Förderung von Solidarität und Partnerschaft e. V (GESPA e.V.) entwickelten die honduranischen Partner mit OroVerde daher drei zentrale Maßnahmen im Kampf gegen die Verschmutzung der wertvollen Küstenregion:

  1. Analyse der Wasserqualität in Zusammenarbeit mit akademischen und politischen Akteuren
  2. Aufbau von Kapazitäten in der Abfallwirtschaft und der Zivilgesellschaft für eine fachgerechte Entsorgung von Abfällen
  3. Wiederherstellung und Überwachung der Küstenökosysteme, z.B. durch Aufforstung und Monitoring der Mangrovenwälder

Die Projektmaßnahmen gehen Hand in Hand mit einem laufenden Projekt der GESPA e.V., das vor allem einen wichtigen Aspekt auf lokaler Ebene aufgreift: das Bewusstsein für eine saubere, intakte Umwelt. Unser Projekt wird nun auch stärker die lokalpolitische und die wissenschaftliche Ebene einbeziehen, da aus unserer Erfahrung mit einem Mehrebenenansatz die größere Wirkung erzielt werden kann.

Unser Ziel ist es, zur Verbesserung des integrierten Managements von Müll und der Mangroven-Ökosysteme in küstennahen Meeresgebieten der Naturschutzgebiete in den Kommunen Marcovia und Nacaome beizutragen. Vom Wiederaufbau und Schutz der natürlichen Ressourcen in den Naturschutzgebieten des Golfes von Fonseca soll besonders die lokale Bevölkerung profitieren, für die der Mangrovenwald die Grundlage ihres Einkommens ist. 

Wir freuen uns darauf, das Thema der Meeres- und Mangrovenwaldverschmutzung mit unserer Partnerorganisationen gemeinsam anzugehen und dazu beizutragen, diesen wertvollen Bestand an Mangroven zu schützen.

 

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