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Tropenwaldverlust weiterhin hoch

Im Jahr 2018 wurden 12 Millionen Hektar Tropenwald vernichtet. Das entspricht einer Fläche von der Größe Belgiens und Österreichs. Im Vergleich zu den beiden Vorjahren ist dies zwar ein leichter Rückgang, aber seit Beginn der Messungen im Jahr 2011 ist die Entwaldung deutlich gestiegen. Auch wenn die Lage auf globaler Ebene sehr ernst ist, macht ein Land große Fortschritte beim Tropenwaldschutz.

Der neue Bericht des Global Forest Watch zeigt auf, dass letztes Jahr 12 Millionen Hektar Tropenwald vernichtet wurden. Diese Schätzung basiert auf der Analyse von Satellitendaten und macht zunächst einmal keine Aussage darüber, wodurch der Tropenwaldverlust verursacht wurde. Dennoch weiß OroVerde anhand von anderen Studien, dass Tropenwald vor allem vernichtet wird, um Platz für landwirtschaftlich genutzte Flächen zu schaffen. Die auf diesen Flächen angebaute Rohstoffe wie Soja, Palmöl, und Kakao finden oft ihren Weg nach Europa, wo sie in Produkten wie Fertiggerichten, Fleisch (Soja wird vor allem als Tierfutter genutzt) und Schokolade konsumiert werden. Aber auch der Verkauf von Tropenholz und Zellstoff für die Papierherstellung ist ein wichtiger Treiber der Entwaldung. Von Deutschland aus können Sie also durch bewussten Konsum den Zerstörungsdruck auf den Tropenwald erheblich mindern. Die OroVerde-Verbrauchertipps geben konkrete Handlungsempfehlungen für die einzelnen Bereiche. Gleichzeitig braucht es aber auch politischen Druck, den Sie als nächstes bei der Europawahl Ende Mai ausüben können.

Verbesserte Methoden machen Teilerfolg in Indonesien sichtbar

Eine Unzulänglichkeit der Daten des Global Forest Watch war in der Vergangenheit, dass nicht zwischen artenreichen Primärwäldern und Wald-Monokulturen wie z.B. Palmölplantagen unterschieden wurde. Allerdings wurde die Datenanalyse inzwischen so weit verbessert, dass der Bericht die Verluste an Primärwäldern dieses Jahr zum ersten Mal separat erfasst. Global gesehen war die Fläche des vernichteten Primärwaldes so groß wie Belgien. Zusätzlich wurden weniger artenreiche Wälder auf einer Fläche von der Größe Österreichs vernichtet. Rund ein Drittel dieser Fläche wurde in Brasilien zerstört, danach folgen die Demokratischen Republik Kongo und Indonesien. Dennoch befindet sich Indonesien auf einem guten Weg: Das Land trug mit entschiedenen Schutzmaßnahmen dazu bei, die Verluste von Primärwald auf das niedrigste Niveau seit 2003 zu reduzieren. Allerdings sorgte auch feuchtes Wetter für weniger Feuer in der Region und begünstigte diesen Erfolg. 

OroVerde ist ebenfalls in Indonesien aktiv und schützt in der Projektregion Raja Ampat den besonders artenreichen Regenwald. Wir begrüßen die Erfolge der Schutzmaßnahmen in Indonesien vor diesem Hintergrund besonders.

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