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Was hat Aspirin mit Vielfalt zu tun?

Zum Welttag der biologischen Vielfalt, der dieses Jahr unter dem Motto "Our solutions are in nature" steht.

Was hat Aspirin mit Vielfalt zu tun? Ganz einfach: der Wirkstoff im Schmerzmittel ist einem Stoff nachempfunden, der in der Borke von Weidenbäumen vorkommt. Das ist ein Beispiel für natürliche Stoffe, die genutzt, nachgebaut oder kopiert werden, um Krankheiten zu behandeln oder unsere Lebensqualität zu verbessern. Es gibt etwa 70.000 Pflanzenarten, die medizinisch genutzt werden. In Waldgebieten ist die Anzahl an Heilpflanzen dabei besonders hoch: Jedes 4. Medikament aus unserer Apotheke enthält Wirkstoffe, die ursprünglich aus Waldpflanzen entwickelt wurden. Mit jeder Art die wir verlieren, verlieren wir auch die Chance eine Behandlungsmethode für eine Krankheit zu finden.

Wenn es uns gelingt die Arten, Gene und Lebensräume zu erhalten, haben wir auch weiterhin die Chancen, neue Arzneiwirkstoffe und Erkenntnisse für die Bionik zu gewinnen.

Dr. Elke Mannigel
Teamleiterin International bei OroVerde

 

 

Seit 2001 wird der 22. Mai als Internationaler Tag der biologischen Vielfalt gefeiert. Er erinnert an den 22. Mai 1992, an dem der Text des Übereinkommens über die biologische Vielfalt (CBD) offiziell angenommen wurde. Es ist mit seinen derzeit mehr als 190 Vertragsparteien das umfassendste verbindliche internationale Abkommen im Bereich Naturschutz und nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen.

Mit dem diesjährigen Slogan „Our solutions are in nature“ (unsere Lösungen finden sich in der Natur) macht die UN am Welttag der biologischen Vielfalt darauf aufmerksam, wie wichtig eine intakte und vielfältige Natur für unser (Über-)Leben ist. Biologische Vielfalt hilft uns dabei neue medizinische Wirkstoffe zu finden, sondern sie kann uns auch helfen, die Auswirkungen der menschengemachten Erderhitzung abzumildern.

Einige Beispiele finden sich in unserem Projekt Wasserwald“, in dem ökosystembasierte Anpassungen an den Klimawandel in Mittelamerika umgesetzt werden, und dort zum Schutz von 210.588 Hektar Wald in Mexiko, Guatemala, der Dominikanischen Republik und Kuba beitragen.

Bei der ökosystembasierten Anpassung an den Klimawandel geht es darum, die für die Menschen notwendigen Leistungen der Ökosysteme trotz Klimawandel langfristig zu erhalten und die Folgen des Klimawandels abzupuffern. So können Maßnahmen zum Erhalt der nachhaltigen Nutzung und der Wiederherstellung von Ökosystemen dazu beitragen, die dort lebende Bevölkerung bei der Anpassung an den Klimawandel zu unterstützen. Es geht also darum, die biologische Vielfalt und die Ökosystemleistungen für die Anpassung an den Klimawandel zu nutzen. Solche Maßnahmen sind meist wesentlich kostengünstiger als „graue Infrastruktur“ und haben zudem oft weitere positive Effekte. Sie sind gute Beispiele dafür wie wir die Natur nutzen können, um Lösungen für unsere oft menschengemachten Probleme zu finden.

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