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Was tun, wenn der Regenwald brennt?

Es war der Sommer 2019. Die Luft flimmerte. Wie schon im Hitzesommer 2018, war es ein Sommer, der mehrere Rekorde brach. Von überall auf der Welt erreichten uns letztes Jahr die Hiobsbotschaften von großen Waldbränden – aus dem Amazonas, aus Australien und aus vielen anderen Ländern weltweit. Der Sommer 2020 rückt jetzt immer näher und es ist gut möglich, dass auch er durch Hitze und Trockenheit, zu schlimmen Waldbränden führt, denn die Klimakrise offenbart zunehmend ihr hässliches Gesicht – mit verheerenden Folgen für die Artenvielfalt und das Klima!

Durch den Klimawandel wird es auch in den Tropen immer wärmer und trockener und Waldbrände nehmen zu. Wenn die einheimischen Bauern in Dürreperioden dann noch ihre Felder roden, können die Feuer leicht außer Kontrolle geraten und damit große, zerstörerische Flächenbrande im Regenwald auslösen – mit katastrophalen Folgen für das gesamte Ökosystem. Auch in der OroVerde-Projektgemeinde La Lucha in Guatemala hat es im vergangenen Jahr gebrannt. Dank der Arbeit von OroVerde und unserem Partner vor Ort, die Defensores de la Naturaleza, war die Gemeinde jedoch gut gerüstet gegen das Feuer und konnte das Schlimmste verhindern.

Lokale Feuerbrigaden halten Brände in Schach

Bei einem Brand im Regenwald dauert es leider oft sehr lange, bis die Feuerwehr aus den entfernten Städten in die kleinen Gemeinden und Waldgebiete vorgerückt ist. Bis die Löscharbeiten dann losgehen können, hat das Feuer oft schon viele Hektar Wald und damit die Lebensgrundlage unzähliger, besonderer Pflanzen und Tierarten vernichtet. Aus diesem Grund sind lokal ansässigen Feuerbrigaden unverzichtbar für den Erhalt des Regenwaldes, denn sie halten das Feuer effektiv in Schach, bis die Feuerwehr aus den Städten mit Löschtanks eingetroffen ist. Um für den Brandfall vorbereitet zu sein, müssen die freiwilligen Helfer der Feuerbrigade in regelmäßigen Workshops und Brand-Simulationen geschult und vorbereitet werden. Wichtige Bestandteile des Trainings sind, neben den Brandschutzmaßnahmen, Erste Hilfe und auch Arbeitssicherheit – denn der Kampf gegen die Feuerfronten ist lebensgefährlich.

Effektiver Brandschutz: Wie geht das?

Das Anlegen von Brandschneisen hat sich als Brandschutzmaßnahme besonders bewährt. Sie sind wichtig, um in der Pufferzone zwischen der Kernzone des Nationalsparks und den landwirtschaftlich genutzten Flächen großen Flächenbränden Einhalt zu gebieten. Damit die Schneise gut funktioniert, müssen regelmäßig Unterholz und kleine Bäume entfernt werden. Im Ernstfall ersticken die Flammen an der Schneise und greifen nicht auf weitere Gebiete über.

Um Waldbrände schnell entdecken zu können, brauchen die Feuerbrigaden ein effizientes Frühwarnsystem. Die Pläne dafür werden von den Gemeinden und den Feuerbrigaden gemeinsam entwickelt, sodass jeder im Brandfall weiß wo er hingehört und was er zu tun hat. Die Entwicklung eines Notfallplans der Gemeinden hat sich daher in der Praxis bewährt. Kleine Brände werden so schneller entdeckt und gefährliche Großbrände im Regenwald verhindert.

La Lucha – ein besonders schützenswerter biologischer Korridor

Die Projektgemeinde La Lucha gehört zum Nationalpark Sierra del Lacandón, im Norden Guatemalas. Er umfasst neben Tief- und Hochlandregenwäldern auch Feuchtgebiete und Graslandschaften. In den fast unberührten Regenwäldern streift noch der Jaguar durch das Dickicht, dessen Bestandszahlen leider immer mehr zurückgehen. Das Maya-Biosphärenreservat, zu dem der Nationalpark gehört, bietet Guatemalas letzter Population der Hellroten Aras Zuflucht. Rund die Hälfte des Nationalparks grenzt an Mexiko, weshalb der Nationalpark als biologischer Korridor zwischen unterschiedlichen Schutzgebieten fungiert. Die Defensores de la Naturaleza – OroVerdes Partner vor Ort – hat das Co-Management des Parks übernommen. Um im Brandfall schnellstmöglich handeln zu können, sind die Mitglieder der Feuerbrigaden stets in Alarmbereitschaft.

Brandschutz ist wichtiger denn je

Da die Sommer im Verlauf des Klimawandels immer heißer und trockener werden, muss unsere Arbeit weitergehen: Auch, wenn uns derzeit die Corona-Thematik sehr in Atem hält und uns von vielen anderen wichtigen Problemen ablenkt, dürfen wir das offensichtliche Voranschreiten der Klimakrise nicht aus den Augen verlieren. Vor uns liegen weitere heiße und trockene Sommer und damit herrscht akute Brandgefahr für unsere Wälder weltweit. Wir müssen jetzt handeln, um die Waldbrände zu stoppen und den Regenwald zu schützen.

Nach dem Vorbild von La Lucha wollen wir von OroVerde unsere Brandschutzmaßnahmen in Regenwaldgebieten ausweiten und brauchen daher dringend Ihre Hilfe: Ihre Spende hilft die Waldbrände zu stoppen!

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