Bildungsprojekt Santa Cruz

Eine Naturschule für Kinder und Jugendliche

Die Menschen in Bolivien gehören zu den Ärmsten der Erde. Sie verlassen zu tausenden ihre Dörfer, um in den Städten eine bessere Zukunft für sich und ihre Kinder zu suchen. Große Anziehungskraft hat Santa Cruz, das Zentrum des Wirtschaftswachstums. Santa Cruz ist inzwischen eine Millionenstadt und die Zahl der Einwohner wächst schnell. Genauso schnell wachsen die Gefahren für Mensch und Natur.

Die Ausgangssituation

Der industrielle Sektor in Santa Cruz nahm keine Rücksicht auf die Umwelt und dessen Schutz. Die Folgen der gigantischen Abwasser- und Luftverschmutzung reichten bis ins Amazonas-Tiefland. In einigen Flüssen war bereits alles Leben erloschen. Die Wälder starben und seltene Tier- und Pflanzenarten gingen verloren.In der Millionenstadt litten vor allem die Kinder unter Atemwegserkrankungen, offenen Hautausschlägen und Missbildungen. Auch die Fehlgeburtenrate stieg immer weiter an. Die Vergiftung von Flüssen und Feuchtwäldern gefährdete zudem die Existenz tausender Bauernfamilien. Die Kinder mussten Verantwortung für etwas übernehmen, dass sie nicht alleine tragen konnten. Das Wissen um die lebenswichtige Bedeutung einer intakten Umwelt war in der Bevölkerung nicht vorhanden. Nur Wenige wussten, wie sie selbst ihre Umwelt schützen und somit ihre eigene Zukunft sichern konnten. 

Projektgebiet

Santa Cruz de la Sierra, Bolivien

Projektdauer

März 2000-2005

Projektziele- und maßnahmen

In Zusammenarbeit mit dem Naturhistorischen Museum der Universität und dem Zoologischen Garten der Stadt Santa Cruz wurde eine Naturschule im Herzen der Stadt errichtet. Die Finanzierung der ersten Betriebsjahre übernahm OroVerde. Die Schule wurde schnell zum Treffpunkt, Naturspielplatz und zur Lernstätte für tausende Kinder. Die Umweltschule entstand als Antwort auf die bestehenden Defizite und Probleme im Umweltbereich. Durch die Förderung von Umweltbildungsmaßnahmen verfolgte die Einrichtung das Ziel, bereits bei Kindern und Jugendlichen ein Umweltbewusstsein zu schaffen. Zu den zahlreichen Veranstaltungen zählten Lernausflügen in den Zoo und in umliegende Wälder und Unterrichts- und Spielkurse über die Natur als Lebensgrundlage. Das ganze Jahr über wurden Kurse, Exkursionen und Baumpflanzaktionen für Kinder und Jugendliche angeboten. Lehrer und Studierende wurden im Fach Umwelterziehung ausgebildet und  es wurden Unterrichtsmaterialien erstellt. Weitere Aktivitäten waren Müllsammelaktionen sowie praktische Anleitungen zum nachhaltigen Verhalten. Innerhalb des Projektes mussten Bewusstsein und Wissen um eigene Handlungsmöglichkeiten geschaffen werden. Das Ziel des Projektes war es, die Bevölkerung zu sensibilisieren und die Stadt zum Modell einer Mut machenden und nachhaltigen Entwicklung werden zu lassen, inder die Armut beseitigt wird und zugleich die natürlichen Lebensgrundlagen erhalten bleiben.  

Ergebnisse

Die Schule lag mitten in einem Zoo und somit an einem der meistbesuchtesten Orte der Stadt. Auch aus diesem Grund waren bis 2007 mehr als 26.000 Schüler Teil der Naturschule. Die schlechte gesundheitliche Lage, immer sichtbarere dramatische Naturschäden, und das breite Angebot der Naturschule steigerten das Interesse der jungen Menschen. Zudem informierte die Naturschule in einer eigenen Radiosendung für Kinder regelmäßig über verschiedene Umweltschutzthemen und erreichte durch ihr Programm mehrere tausend Kinder pro Woche. Nach der Anfangsfinanzierung durch OroVerde gelang es der Naturschule, Sponsoren und Förderer vor Ort zu finden.

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Fotonachweis: Museumsschule (Mädchen mit Baumsetzling), Manfred Niekisch (Titelbild), OroVerde (Baumpflanzaktion)

Noch Fragen zum Projekt?
Dr. Elke Mannigel
Teamleitung Internationale Projekte
Telefon: 0228 24290-12
E-Mail: emannigel@oroverde.de