Agroforstsysteme schützen den Regenwald und sichern das Einkommen der Kleinbauern.© OroVerde

Einkommen aus dem Regenwald

Nachhaltige Wertschöpfungsketten gleich zweifach wirkungsvoll

Mit Kaffee, Schokolade und Co den Regenwald retten? Ja, das geht! Produkte aus dem Regenwald, die nachhaltig angebaut und zu fairen Preisen verkauft werden, helfen, den Regenwald zu erhalten. Zugleich sichern sie den Familien vor Ort ein Einkommen. OroVerde hilft Kleinbauern dabei, nachhaltige Anbaumethoden einzuführen, ihre Produkte mit hoher Qualität weiterzuverarbeiten und zu fairen Preisen auf den lokalen Märkten vor Ort und auch hier bei uns in Deutschland zu vermarkten. So soll die Wertschöpfungskette beziehungsweise die Vermarktung zunehmend in die Hände der Kleinbauern übergehen.

Anstelle von Maisanbau, der die Böden auslaugt und somit zu mehr Rodung von Regenwald für neue Anbauflächen führt, entstehen biodiverse, also artenreiche Agroforstsysteme. Sie erhalten die Bodenqualität, dienen als CO2- und Wasserspeicher sowie als Lebensraum für zahlreiche Tiere und Pflanzen.

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Fakten zur Spende

Landwirtschaft gehört mit Abstand zu den größten Treibern der Regenwaldzerstörung. Zugleich kann nachhaltige Landwirtschaft, wie etwa in biodiversen Agroforstsystemen mit Kaffee oder Kakao, zur Rettung der Tropenwälder beitragen. Doch regenwaldfreundlicher Anbau statt Regenwaldzerstörung muss sich lohnen. Darum arbeiten wir von OroVerde mit den Kleinbauern in der Dominikanischen Republik und Guatemala auch an Vermarktungsstrategien, die diesen Mehrwert ihrer Produkte für den Regenwald auch abbilden.

Bessere Vermarktung eigener Produkte aus dem Regenwald

Bisher verkaufen die Kleinbauern ihre Ernte meist individuell an Zwischenhändler. Organisieren sich die Bauern aber in Kooperativen, können sie durch eine gemeinschaftliche Weiterverarbeitung und Vermarktung der Produkte häufig deutlich höhere Preise erzielen und mehr verkaufen. Gemeinsam haben die Bauern eine bessere Verhandlungsposition gegenüber den Käufern und können sich mit vereinten Kräften neue Märkte für ihre regenwaldfreundlichen Produkte erschließen. Auch für die Zertifizierung nach Bio- oder FairTrade-Standards, ist es erforderlich, dass sich die Bauern zusammenschließen, damit sich die hohen Transaktionskosten auszahlen. OroVerde unterstützt daher gezielt die Organisationsentwicklung und Selbstorganisationsfähigkeit der Kleinbauernorganisationen. 

Mit Kaffee, Schokolade und Co den Regenwald retten: OroVerde fördert die Entwicklung von Wertschöpfungsketten von regenwaldfreundlichen Produkten aus biodiversen Agroforstsystemen in mehreren Projektregionen in Guatemala und der Dominikanischen Republik.
Die Produkte und Herausforderungen in allen drei Regionen ähneln sich – und gleichzeitig können die Bauern viel voneinander lernen: Austauschtreffen zu Anbaumethoden, Qualitätsverbesserung in der Weiterverarbeitung und Vermarktungsstrategien bis hin zur gemeinsamen Teilnahme an nationalen und internationalen Messen gehören darum ebenfalls mit dazu. 

Aufbau von Wertschöpfungsketten

  • Durch fachliche Beratung und Begleitung der Bauern bei der Bewirtschaftung ihrer Kaffee- und Kakaopflanzen werden die Erträge gesteigert.
  • Die Anschaffung von  Verarbeitungsanlagen zur Schälung, Fermentierung, Trocknung und Lagerung der geernteten Kakao – und Kaffeefrüchte verbessert die Qualität und damit den Verkaufspreis der Kakao und Kaffeebohnen.
  • Die Gründung und Stärkung von  Produzentenorganisationen verbessert die Selbstorganisationsfähigkeit und Verhandlungsposition der Bauern gegenüber den Zwischenhändlern
  • Die Entwicklung von Vermarktungskanälen über Messen und regionale Zwischenhändler erhöht die Gewinnmarge der Bauern.
  • Länderübergreifende Austauschtreffen tragen zur Vernetzung der Bauern bei und Fördern den Wissenstransfer.
  • Über den Aufbau eines Geoportals werden die Herkunft, der Anbau und die Weiterverarbeitung der verschiedenen Produkte transparent dargestellt. Auf diese Weise kann der Mehrwert der Produkte und mögliche Preisprämien für regenwaldfreundlichen Anbau für die Kunden anschaulich kommuniziert werden.

Die Anbaugebiete der Kleinbauern liegen in der Pufferzone des Manolo Tavares Justo Naionalparks (Dominikanischen Republik),  des Biosphärenreservats Sierra de las Minas und des Wildschutzgebietes Bocas del Polochic sowie in der Sierra de los Cuchumatanes (Guatemala). Die großen Waldgebiete sind wichtige CO2-Speicher und Wasserlieferanten für die jeweilige Region. Die biodiversen Agroforstsysteme in denen der Kaffee und Kakao angebaut wird, bieten vielen Tieren die in den Kernzonen der Naturschutzgebiete leben wichtige zusätzliche Lebensräume. Zudem tragen die biodiversen Agroforstsysteme zum Erhalt der Bodenfruchtbarkeit und zur Wasserspeicherung bei. Dies ermöglicht es den Bauern ihre bestehenden Flächen langfristig zu nutzen und mindert die Gefahr von Erdrutschen und Dürren. Mehr zum Erfolgsrezept Agroforst finden Sie im Menüpunkt "Regenwald Wissen/Regenwaldschutz/Agroforst".

Wie Ihre Spende hilft

Mit ihrer Spende ermöglichen Sie den Kleinbauern ihre bestehenden Agroforstsysteme bestmöglich für die Sicherung ihres Lebensunterhalts zu nutzen, anstatt ihre Anbaugebiete auf unberührte Waldflächen ausdehnen zu müssen. Helfen Sie mit, die Lebensräume von faszinierenden Tieren wie Jaguar, Tapir, Schlitzrüssler und Morgenammer in der Dominikanischen Republik und in Guatemala zu erhalten!

450 Euro kostet eine Trocknungsanlage für Kaffee in der Dominikanischen Republik. Ermöglichen Sie den Kleinbauern, ihren Kaffee wetterunabhängig zu trocknen. Die reibungslose Trocknung ist für die Qualität des Kaffees und die am Markt erzielbaren Preise besonders wichtig.

25 Euro kostet ein Schneidwerkzeug zur Bearbeitung der Agroforst-Parzellen in Guatemala. Kaffee- und Kakaopflanzen sind auf eine fachmännische Beschneidung angewiesen, um ihren vollen Ertrag zu bringen. Neben dem Kauf der Schneidwerkzeuge schulen und begleiten unsere Partnerorganisation die Kleinbauern im Umgang mit ihnen.

3500 Euro kostet ein Lagerraum für Kaffee in Guatemala. Die Lagermöglichkeit verringert die Abhängigkeit von den stark schwankenden Kaffeepreisen. Statt sofort nach der Ernte verkaufen zu müssen, können die Kleinbauern bei niedrigen Preisen abwarten bis sich ein besserer Preis erzielen lässt.

Projektpartner

Guatemala: Fundación Defensores de la Naturaleza (FDN)

Die FDN ist eine private Stiftung für nachhaltige Entwicklung und Naturschutz in Guatemala. Sie ist spezialisiert auf die Erarbeitung von Waldbewirtschaftungs- und Schutzplänen, sowie die Beratung und Unterstützung der lokalen Bevölkerung in der Aufforstung und Forstwirtschaft. 

Dominikanische Republik: Centro Naturaleza

Centro Naturaleza arbeitet seit annähernd 30 Jahren im Bereich der nachhaltigen Landwirtschaft, dem Management von Wassereinzugsgebiete, der Umweltbildung sowie Projekten im Bereich der nachhaltigen Entwicklung in der Dominkanischen Republik.

Förderer

Offizieller Projekttitel: Organisationsentwicklung zur Vermarktung von nachhaltig angebauten Kaffee und Kakao in Guatemala und der Dominikanischen Republik. Das Projekt wird mit 75 Prozent gefördert durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Dennoch ist OroVerde auf Spenden angewiesen, um den Eigenanteil in Höhe von 25 Prozent zu finanzieren.


Projektpartner

Guatemala: Asociación de Organizaciones de los Cuchumatenes

ASOCUCH ist eine Dachorganisation, in der sich aktuell 24 verschiedene Produzentenorganisationen mit zusammen mehr als 10.000 Mitgliedern aus der Sierra de los Cuchumatanes zusammengeschlossen haben, mit dem Ziel, die wirtschaftliche Entwicklung der Produzentenorganisationen und den Aufbau lokaler Wertschöpfungsketten in der Region zu unterstützen.

Guatemala: Asociación de Productores Orgánicos para el Desarollo Integral del Polochic

APODIP ist eine Basisorganisation von rund 2.500 Kleinbauernfamilien aus 35 Gemeinden, die in der Region entlang des Polochic Flusses und der angrenzenden Sierra de las Minas Kaffee und Kakao nach ökologischen Standards anbauen, weiterverarbeiten und vermarkten.

Förderer

Offizieller Projekttitel: Proyecto de Fortalecimiento empresarial y comercial de pequeñas organizaciones de productores de la Sierra de los Cuchumatanes, Sierra de las Minas y Bocas del Polochic. Dieses Projekt ist mit 85 Prozent kofinanziert von der Europäischen Union. Dennoch ist OroVerde auf Spenden angewiesen, um den Eigenanteil in Höhe von 15 Prozent zu finanzieren.

Fotonachweis: OroVerde/ Jan Ohnesorge (Header, Kakaobäume, Kakaofrucht, Kaffeekirschen, Fermentierungsanlagen, Mitarbeiter der Partnerorganisationen), OroVerde/ Torsten Klimpel (Kleinbauer)

Noch Fragen zu diesem Projekt?

Michael Metz
Team Internationale Projekte
Telefon: 0228 24290-46
E-Mail: mmetz@oroverde.de