Kichwa-Indigene mit Gesichtsbemalung © OroVerde/M.Baumann

Junge Indigene für den Regenwald

Auf dem „Weg des Wissens“

Keine Straße führt nach Sarayaku, doch Jung und Alt ist über das Internet gut vernetzt. Für die Jugendlichen wird diese Vernetzung zur Zerreißprobe, denn die Außenwelt ist groß, bunt, und vielversprechend. Verlassen sie ihre Heimat, ist der kostbare Regenwald von Sarayaku in großer Gefahr, denn die Indigenen schützen und verteidigen den Wald.

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für den Regenwald­schutz in Ecuador

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Aktuelles aus dem Projekt

Bildung für die Zukunft

In dem neuen Projekt nutzen wir mit den Kichwa die Chancen der Digitalisierung und schützen so den Regenwald! 150 Jugendliche und 34 Lehrer erfassen in Workshops mit Eltern, Großeltern und Dorfältesten erstmals das bisher mündlich überlieferte traditionelle Wissen, zum Beispiel über Heilpflanzen oder Kleintierzucht im Regenwald. Auch das von Sarayaku entwickelte Konzept „Kawsak Sacha – Lebende Wälder“ und die Geschichte des langjährigen Widerstandes gegen die Erdölförderung ist Teil der Workshops.  

Mithilfe verschiedener digitaler Medien bereiten die Jugendlichen Themen, diese sie sich nach den Workshops selber ausgesucht haben, dreisprachig auf. Geplant sind unter anderem Kurzfilme –  von der Dokumentation traditioneller Handwerkstechniken bis zu kleinen Geschichten über das Alltagsleben und die spirituelle Welt der Kichwa. Die so entstandenen Medien werden in den Schulunterricht integriert und auf Konferenzen nach Außen weitergegeben, sodass andere Kichwa- oder Indigenen-Gemeinden im Amazonastiefland die Materialien verwenden können und ebenso ein interkultureller Austausch in ganz Ecuador angestoßen wird.

Durch die Beschäftigung mit dem traditionellen Wissen wird die kulturelle Identität der Jugendlichen gestärkt und ihre Rollenfindung als Teil der Kichwa-Gemeinde erleichtert. Zudem erlernen sie Medienkompetenz – eine wichtige Fähigkeit in Zeiten der Digitalisierung. Von dem Projekt profitiert letztendlich die gesamte Bevölkerung von Sarayaku: Denn die junge Generation der Regenwaldschützer bekommt Zugang zu wichtigem, modernem und traditionellem Wissen und wird bestärkt, ihre eigene Zukunft und die von Sarayaku aktiv mitzugestalten. Und dieser Schritt ist unglaublich wichtig für den Regenwald: Denn die indigenen Kichwa verteidigen und schützen ihre Heimat und garantieren so, dass der kostbare Regenwald von Sarayaku bestehen bleibt! 
 

Ihre Spende stärkt die Jugendlichen und schützt den Regenwald!

Wissen erfassen

Ihre Spende von 600 Euro finanziert die Anschaffung von zwei Kameras, mit der die Jugendliche das traditionelle Wissen festhalten.

Materialien finanzieren

Mit 75 Euro finanzieren Sie Anschaffung von wichtigen Arbeitsmaterialien für einen Workshop mit 45 Schüler*innen der Kichwa.

Lehrinhalte entwickeln

380 Euro werden für einen Workshop benötigt, in denen die Lehrer*innen und die Dorfältesten die Lehrinhalte für die Schülerworkshops entwickeln.  

Die Geschichte der Kichwa von Sarayaku

Das Volk der Kichwa von Sarayaku leben östlich der Anden in der ecuadorianischen Provinz Pastaza mitten im Amazonas-Regenwald. Auf über 95 % ihres Territoriums am Fluss Bobonaza stehen noch intakte, wenig erforschte Urwälder, die Heimat für unzählige spannende Pflanzen- und Tierarten sind. Doch unter der Erdoberfläche schlummern riesige Erdölvorkommen, deren Förderung das Paradies zerstören würde.

Seit 2002 unterstützen wir die Kichwa dabei, ihre Rechte auf friedliche Weise zu verteidigen und ihre Lebensweise selbst zu bestimmen. Lesen Sie unter abgeschlossene Projekte über unsere Arbeit in Sarayaku bis heute: Mit „Kawsak Sacha – lebende Wälder“ haben die Kichwa ein Konzept der indigenen Selbstverwaltung erfolgreich entworfen. Seit 2017 wird das Konzept von allen Kichwa-Völkern in Pastaza angewandt – das bedeutet Schutz und indigene Selbstverwaltung auf einer Fläche von 1,125 Mio. Hektar. Das aktuelle Bildungsprojekt wurde auf Anregung durch die Kichwa entwickelt und fokussiert nun die Kinder und Jugendlichen. Denn sie sind die Generation, die das Schutzkonzept „Kawsak Sacha“ in die Zukunft tragen und dafür sorgen wird, dass der Regenwald von Sarayaku intakt bleibt. 

Projektpartner

Vor Ort arbeitet OroVerde mit dem Regierungsrat von Sarayaku „Tayjasaruta“ zusammen. Dieser wird alle zwei Jahre von der Volksversammlung gewählt und kümmert sich um das Tagesgeschäft der Gemeinde, rechtliche Angelegenheiten und die Vertretung der gesamten Gemeinde nach außen.

Sämtliche Mitarbeiter des Projektes stammen aus der Gemeinde Sarayaku, und nur bei einzelnen Maßnahmen, bei denen ganz spezielle Kenntnisse nötig sind, werden externe Experten aus Ecuador herangezogen. Damit wird sichergestellt, dass die Bewohner von Sarayaku ihr Konzept der Lebenden Wälder nach ihren Vorstellungen umsetzen können. 

Förderer

Das Projekt wird mit 75 % gefördert durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Für den Eigenanteil von 25 % sind wir auf Spenden und Zuwendungen angewiesen.

Fakten zur Spende
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Fotonachweis: © Sarayaku (lachende Frauen, Mädchen mit Gesichtsbemalung, Umweltbildung, Vögel, Demo, Schülergruppe, tanzende Frau); Sarayaku/S. Bouchat (Pflanzung); OroVerde/A.Fincke (Gruppe mit Smartphone, Schulunterricht, Jungen mit Trommeln); OroVerde/E. Mannigel (Faultier); OroVerde/M. Baumann (Titelbild) 

Noch Fragen zu diesem Projekt?
Annelie Fincke
Team Internationale Projekte
Telefon: 0228 24290-40
E-Mail: afincke@oroverde.de