Regenwald im Einkaufswagen ©S.Jenal, shutterstock/stable, shutterstock/nexus7, pixabay/shuangchunen

Regenwald im Supermarkt

Das Regenwald-Lexikon mit Alltagstipps

In überraschend vielen Produkten steckt ein Stück Regenwald! Wir zeigen, was man beim Einkauf für den Regenwald tun kann. In sechs Lebensbereichen gibt es zu entdecken, wie man mit bewusstem Konsum dem Regenwald helfen kann. In unserem Produkt-ABC erfährt man für 24 Produkte im Detail, wie unser Konsum den Regenwald beeinflusst.

In diesen 6 Lebensbereichen lässt sich der Regenwald am besten schützen:

Oftmals wissen wir überhaupt nicht, wo genau die vielen Produkte und Rohstoffe herkommen, die wir täglich nutzen. Als Verbraucher ist es manchmal schwer, sich einen Weg durch die ganzen Hinweise, Inhaltsstoffe und Siegel zu bahnen, die auf den bunten Verpackungen abgebildet sind. Ananas und Bananen kommen aus den Tropen, das weiß mittlerweile jedes Kind. Aber haben Sie gewusst, dass in Waschmittel Palmöl und Erdöl stecken oder das wir uns die Ohren mit Baumwolle und Papier reinigen? Woran können sich Verbraucher orientieren, wenn sie bewusst einkaufen möchten? Machen Sie sich in unserem Regenwald-Produkte ABC schlau und seien Sie auf den ein oder anderen Aha-Effekt gefasst - denn bei längst nicht allen Produkten ist sofort erkennbar, woher sie stammen und was drinsteckt!

Ananas

Aufgrund ihres leckeren Geschmacks und ihres Rufes als Heilpflanze wird die Ananas in tropischen Gebieten weltweit angebaut und auf der ganzen Welt verzehrt. 2017 gehörten Brasilien, die Philippinen und Costa Rica zu den Hauptproduzenten von Ananas. Sie wird dort unreif geerntet und via Schiff oder Flugzeig nach Europa gebracht.

Bananen

Es gibt mehr als 1000 Bananen-Sorten. Sie werden in Monokulturen angepflanzt, die sie sehr anfällig für Pilzerkrankungen machen. Daher werden große Mengen Pestizide eingesetzt, die Mensch und Umwelt krankmachen können. Guatemala ist neben Brasilien und Ecuador der Hauptproduzente in Lateinamerika.

Cashew-Kerne

Der Cashew-Baum (Anacardium occidentale) wächst im tropischen Klima. Am unteren Ende des Cashew-Apfels, einer birnenförmigen Scheinfrucht, werden die Cashew-Kerne gebildet. Die größte Menge an Cashews wird heute (Stand 2017) in Afrika und Asien produziert, allen voran Vietnam, Indien und der Elfenbeinküste. 

Dose

Konservendosen bestehen häufig aus Aluminium (Bauxit-Erz). Im Jahr 2014 wurden 260 Millionen Tonnen Bauxit gefördert. Brasi­lien ist der drittgrößte Bauxit-Produzent der Welt. Da Bauxit im Tagebau gefördert wird, hat das große Folgen für die Umwelt: Große Flächen ursprüng­lich­en Regenwaldes werden gerodet und Flüsse verschmutzt. 

Elektro-Geräte

Alle Elektrogeräte enthalten Bodenschätze und viele von ihnen stammen ursprünglich aus dem Regenwald. Bei der Herstellung eines einzigen Smartphones werden bis zu 60 unterschiedliche Rohstoffe verwendet. Neben Kunststoff und Glas sind Metalle wie Kupfer, Aluminium, Eisen, Gold, Platin, Kobalt und seltene Erden verbaut.

Fleisch

Billig-Fleisch aus Massentierhaltung ist ein echter Regenwald-Fresser: Denn das Futtermittel Soja stammt zu 50 Prozent aus Monokultur-Plantagen in Brasilien, für die wertvoller Regenwald vernichtet wurde. Innerhalb der EU war Deutschland im Jahr 2015 mit knapp 5,9 Millionen Tonnen der größte Importeur von Soja.

Gewürze

Viele der beliebtesten Gewürze, die man beim Backen und Kochen täglich verwendet, wachsen in den Tropen. Besonders wichtig ist es deshalb, beim Kauf von Pfeffer, Kardamom, Zimt, Nelken, Vanille und Co. auf die gängigen Nachhaltigkeits-Zertifikate zu achten. Denn auch ihr massenhafter Anbau sorgt in den Regenwaldgebieten für Plantagenanbau und Abholzung von Naturwäldern. 

Holzkohle

Rund 215000 Tonnen Holzkohle haben deutsche Unternehmen im Jahr 2017 importiert. Die wichtigsten Lieferländer sind Polen, Nigeria, Paraguay und die Ukraine. Ein Test des WWF 2018 zeigte: 61 Prozent der getesteten Produkte sind risikobehaftet, weil sie beispielsweise aus Regionen mit umfangreichem illegalen Holzeinschlag stammen oder die verwendeten Hölzer falsch deklariert wurden.

Internetkabel

Internetkabel bestehen häufig aus Kupfer, ein metallischer Rohstoff, der im Tagebau abgebaut wird. Kupfer kommt in vielen Ländern weltweit vor, und auch in Regenwaldgebieten werden Bergbauprojekte vorangetrieben. Zu den Hauptproduzenten von Kupfer gehören Chile, Peru und China. In Afrika liegt das bedeutenste Kupferabbaugebiet namens Copperbelt in der DR Kongo.

Jacke

Viele Kleidungsstücke bestehen vollständig oder zu einem gewissen Anteil aus Baumwolle. Die Baumwollpflanze (Gossypium) wächst in tropischen und subtropischen Gebieten. Die Hauptproduzenten 2017 waren Indien und China Dort wurde über die Hälfte der weltweit erzeugten Baumwolle hergestellt. Ungefähr 75 Prozent der Baumwollproduzenten sind Kleinbauern. 

Kakao

Der Kakaobaum (Theobroma cacao) ist eine echte Regenwald-Pflanze. Sie benötigt für ihr Wachstum ein warmes Klima und Schatten. Aufgrund der speziellen klimatischen Bedingungen, bei denen die Kakaopflanze gedeiht, sind weltweit nur wenige Standorte geeignet, um Kakao anzubauen. Er wird bevorzugt in Westafrika (an der Elfenbeinküste und in Ghana) sowie in Indonesien angebaut. 

Lippenpflegestift

Viele unserer Kosmetikprodukte, wie z.B. Lippenpflegestifte, enthalten Palmöl. Palmöl wird aus den Früchten der Ölpalme gewonnen und ist das weltweit am häufigsten genutzte Pflanzenöl. In Indonesien gibt es die meisten Ölpalmen-Plantagen: 2014 wurden hier auf einer Fläche von 7,4 Millionen Hektar 33 Millionen Tonnen Öl produziert. Malaysia folgte auf Platz zwei der Weltrangliste. 

Margarine

Ein knappes Viertel der Gesamtmenge an Palmöl fließt in die Lebensmittelindustrie (Margarine, Fertiggerichte, Brotaufstriche sowie Back- und Süßwaren). Dank der Kennzeichnungspflicht von Lebensmitteln (seit 2014), muss Palmöl auf der Verpackung ausgewiesen werden. Um palmölfrei zu essen, ist mit möglichst frischen Zutaten zu kochen!

Nüsse

Paranussbäume (Bertholletia excelsa) können 500 Jahre und älter werden. Alle Paranüsse stammen aus händischen Sammlungen im Regenwald, denn diese Bäume können nicht in Plantagen angepflanzt werden. Das ist auch der Grund für die hohen Marktpreise dieser Nusssorte. Die Sammler betreiben eine nachhaltige Waldwirtschaft und schützen die Bäume und den Regenwald. 

Orchideen

Orchideen (Orchidaceae) gehören zu der vielfältigsten Gruppe der Blütenpflanzen. Sie sind auf der ganzen Welt verbreitet, sogar auf einigen antarktischen Inseln. Allerdings kommen sie in den tropischen Regionen am artenreichsten vor. Die Formen und Farben der Orchideen innerhalb der etwa 1000 Gattungen und mehr als 25000 Arten fallen sehr unterschiedlich aus.

Papier

Deutschland gehört mit den USA zu den Spitzenreitern beim weltweiten Papierverbrauch pro Kopf. Der dafür nötige Anbau von schnellwachsenden Hölzern auf ehemaligen Regenwaldgebieten bringt in vielen Ländern Probleme mit sich. So trägt unser Papierverbrauch weltweit zum Verlust vor allem von tropischen Regenwäldern und zum Artensterben der Tiere, Pflanzen und Insekten bei. 

Q-Tipps

In herkömmlichen Q-Tipps verstecken sich gleich zwei Rohstoffe: Baumwolle und Papier. Für diese und viele unserer Alltagsprodukte gibt es bereits nachhaltigere Alternativen. So findet man im Drogeriemarkt Wattestäbchen, die aus 100 Prozent Bio-Baumwolle und einem FSC-zertifizierten Papierstäbchen hergestellt wurden. Dasschützt zweierlei: die Umwelt und den Regenwald.

Rattan

Rattan ist der letzte Schrei. Hergestellt werden diese Möbel aus einer bestimmten Palmengattung, die in den tropischen und subtropischen Gebieten in Afrika, Asien und Australien vorkommt. Häufig werden die Stämme dieser Palme in mühevoller Handarbeit dem Regenwald entnommen. Durch Übernutzung kam es besonders in Malaysia und Sumatra zur Abnahme des Bestandes.

Schokolade

Schokolade wird aus Kakao gemacht: Kakao ist ein beliebter Rohstoff, der aus den tropischen Teilen unserer Erde zu uns nach Deutschland gelangt. Aus der Kakaobohne wird Kakaomasse gewonnen, die zur Herstellung von Kakaobutter und Kakaopulver benötigt wird. Die traurige Wahrheit hinter der Leckerei: Regenwaldzerstörung für Plantagenbau und Kinderarbeit (vor allem in Afrika). 

Tropenholz

Holz ist ein toller Rohstoff. Anders als z.B. Aluminium, das aus Bauxit gewonnen wird, wächst er nach und ist unbehandelt zu 100 Prozent ökologisch abbaubar. 2014 wurden weltweit rund 3,7 Milliarden Kubikmeter Holz (inkl. Tropenholz) aus Wäldern und Plantagen geerntet. Die wichtigsten Exporteure von Tropenholz sind Malaysia, Papua-Neuguinea, Indonesien, Myanmar und Thailand. 

Vanille

Die bekannteste Vanillepflanze ist die Echte Vanille (Vanilla planifolia). Ihre reife Frucht, die Vanillekapsel, ist länglich und braun. Umgangssprachlich wird sie als Vanilleschote bezeichnet. Aus dieser Frucht wird das Gewürz Vanille gewonnen. Die Echte Vanille kommt ursprünglich aus den Regenwäldern Mittelamerika und wird in Madagaskar und Indonesien hauptsächlich angebaut.

Waschmittel

Genau wie Kosmetikprodukte kann auch Waschmittel verstecktes Palmöl enthalten. Die stetig wachsende Nachfrage nach Palmöl führt zu einem immer neuen Bedarf an Anbaufläche. Aber auch der mineralische Bodenschatz Erdöl ist häufig ein Basisstoff für Wasch- und Reinigungsmittel. Beide Rohstoffe werden u.a. im Regenwald gewonnen und sorgen für viel Regenwaldabholzung. 

Yams

Jedes vierte Medikament aus unserer Apotheke enthält mittlerweile Substanzen, die aus Waldpflanzen entwickelt wurden. So enthalten Extrakte der Yamswurzel den Wirkstoff Diosgenin, der für vielfältige medizinische Zwecke benutzt wird. Eingesetzt wird dieser Wirkstoff z.B. zur Behandlung von Fettleibigkeit, Diabetes, Entzündungen und vielen Arten von Krebserkrankungen. 

Zinn

Indonesien ist der bedeutendste Zinn-Exporteur weltweit. Besonders auf der Insel Bangka werden hohe Zinnaufkommen gefördert. Die Folgen für die Gesundheit der Menschen und der Umwelt durch den Zinnabbau sind immens. Deutschland gehört zu den weltweiten Hauptimportländern von metallischen Rohstoffen und ist weltweit der viertgrößte Zinnverbraucher.

Projektförderung

Das Erstellen dieser Seite wird gefördert durch die Stiftung Umwelt und Entwicklung NRW und ENGAGEMENT GLOBAL aus Mitteln des BMZ.

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