Einkaufswagen Soja und Fleisch Verbraucher

Bewusster Konsum im Alltag

Ernährungswandel als Chance

Soja boomt. Eine gute Nachricht? Schließlich gilt die eiweißreiche Bohne bei vielen von uns als eine gesunde Alternative zu Wurst und Fleisch. Allerdings werden nur rund zwei Prozent aller Sojabohnen direkt von Menschen verzehrt, frisch, als Sojasauce, Tofu oder Sojamilch. Eine Sojabohne besteht bis zu 20 Prozent aus Öl, das vor allem in der Lebensmittelindustrie eingesetzt wird. Der mengenmäßig deutlich größere Rest landet als Sojaschrot in den Futtertrögen von Hühnern, Schweinen und Rindern. Und der Anbau von Soja als Futtermittel hat - über die Zerstörung von Tropenwäldern hinaus - viele negative Auswirkungen. Was kann jeder dagegen unternehmen?

Schon gewusst?
  • In Deutschland essen wir doppelt so viel Fleisch wie noch vor ca. 100 Jahren (1914) - Im Laufe eines Lebens sind es durchschnittlich 4 Rinder, 4 Schafe, 12 Gänse, 37 Enten, 46 Schweine, 46 Puten und 945 Hühner.
  • Bereits 29 Prozent der Deutschen kaufen immer oder sehr häufig Bio-Produkte, 2014 waren es noch 20 Prozent. Und: Vier Prozent ernähren sich heute vegetarisch oder vegan, 25 Prozent essen nur einmal pro Woche oder noch seltener Fleisch.

den Regenwald schützen.

Lassen Sie es sich schmecken!

Verantwortung übernehmen

Sie als Verbraucherin und Verbraucher können einen wichtigen Beitrag zum Schutz der tropischen Regenwälder, der Umwelt und Ihrer Gesundheit leisten, indem Sie...

  • (wenn, dann) maß- und genussvoll besseres Fleisch in hoher Bioqualität kaufen. Produkte von Demeter, Naturland, Bioland und Neuland (Siegelseite) garantieren: Hier wurde kein Soja aus Tropenwaldregionen verfüttert. Das EU-Biosiegel reicht leider an dieser Stelle nicht aus. Eine Übersicht über die Siegel finden Sie im Beitrag über die Siegel beim Fleischeinkauf.
  • Ihren Metzger oder Lebensmittelhändler danach fragen, woher das Fleisch stammt und womit das Tier gefüttert wurde.
  • ökologische und in Europa erzeugte Sojaprodukte wie Tofu oder Sojadrink genießen, um den lokalen Sojaanbau zu fördern.
  • keine Lebensmittel wegwerfen – rund 22 Prozent der gesamten Lebensmittelverluste in Deutschland bestehen aus Fleisch- und Milchprodukten sowie Eiern.
  • sich vielseitig und gesund ernähren und viel Gemüse sowie Hülsenfrüchte auf den Teller bringen. Das Team von OroVerde hat eine Rezeptsammlung mit fleischfreien Rezepten zusammengestellt. Testen Sie doch einfach mal.

Sich einsetzen

Setzen Sie sich ein für eine Agrarwende und "flächengebundene Tierhaltung". Wichtige Schritte zur Lösung der Regenwaldvernichtung durch enorme Sojaimporte für die Massentierhaltung und der massenhaften Boden und Grundwasser verunreinigenden Gülle, durch die es zu einer Überdüngung der Böden und somit zu steigenden Nitratgehalten im Grundwasser kommt, sind:

  • Die Stärkung der ökologischen Landwirtschaft.
  • Der möglichst weitgehende Verzicht auf Arzneimittel und Antibiotika bei der Massentierhaltung.
  • Die Wiedereinführung der "flächengebundenen Tierhaltung"

Ein Bündnis quer durch die deutsche Gesellschaft macht sich stark für eine Agrarwende für eine zukunftsfähige Landwirtschaft in Deutschland. Schließen Sie sich an und fordern Sie die Politik auf, aktiv zu werden.

Seit 2006 gibt es auf internationaler Ebene das sogenannten "Soja-Moratorium". Darin verpflichten sich nahezu alle großen Sojaproduzenten Brasiliens und -exporteure freiwillig, kein Soja mehr zu kaufen, das auf  Regenwaldflächen angebaut wird, die nach dem 6. August 2006 gerodet wurden. Sie verhindern damit die uneingeschränkte Zerstörung der Regenwald-Gebiete.

Fragen und Antworten zum Thema "Ernährungswandel"

Wieviel Fleisch ist eigentlich gesund?

Einen Fleischverzehr von 300 bis 600 Gramm Fleisch pro Woche empfhielt die Gesellschaft für Ernährung. Diese Menge ist im Rahmen einer gesunden Ernährung verträglich. Lieber gesund und munter mit einer vielseitigen und gesunden Ernährungsweise. Dabei hilft der Genuss von Gemüse und Hülsenfrüchten sowie ökologisch und in Europa erzeugte Sojaprodukte wie Tofu und Sojadrinks.

Quellen

Warum ist flächengebundene Tierhaltung gut?

Neben verantwortungsvollen politischen Entscheidungen in den Produktionsländern kann auch in Deutschland einiges für den Schutz der tropischen Regenwälder getan werden. Landwirte könnten eine flächengebundene Tierhaltung einführen. Das würde bedeuten, dass sie nur noch so viele Rinder oder Schweine halten, wie sie mit selbst angebautem Futter ernähren können. Dadurch würden sowohl das Problem der Sojaimporte als auch der massenhaften, Boden und Grundwasser verunreinigenden Gülle gelöst. Die Massentierhaltung trägt darüber hinaus zum Treibhauseffekt bei. Bei einigen Bauern hat bereits ein Umdenken bereits: Mit Ackerbohnen, Lupinen oder Erbsen werden immer mehr heimische Alternativen zu Soja wiederentdeckt und vermehrt angebaut. Ein Bündnis quer durch die deutsche Gesellschaft macht sich für eine Agrarwende stark, um die Landwirtschaft in Deutschland und weltweit zukunftsfähig zu gestalten.

 


Was steckt hinter dem Soja-Moratorium?

Um die Wucht der Zerstörung zu bremsen, trat aufgrund des großen internationalen Drucks im Jahr 2006 in Brasilien ein Soja-Moratorium in Kraft. Nahezu alle großen Sojaproduzenten und -exporteure verpflichteten sich freiwillig, kein Soja mehr zu kaufen, das auf  Tropenwaldflächen angebaut wurde, die nach dem 6. August 2006 gerodeten wurden. Auch das sogenannte „Cattle agreement“ aus dem Jahre 2009, welches ein durch die brasilianische Regierung eingeführtes satellitengestütztes Waldmonitoring sowie strengere Gesetze beinhaltet, führten zu einem Rückgang der Entwaldung in der Amazonasregion Brasiliens.

Allerdings hatte diese positive Entwicklung auch eine Kehrseite: Durch den verstärkten Schutz der tropischen Regenwälder Brasiliens bei weiterhin steigender Nachfrage nach Soja wichen die Sojaproduzenten in andere Regionen aus. So wurde im brasilianischen Cerrado die Savanne in Weiden und Ackerflächen umgewandelt, oder auch im Amazonasgebiet in Bolivien der Wald gerodet. Dort wird die Zerstörung des tropischen Regenwaldes weniger kontrolliert und die Gesetze – soweit es überhaupt welche gibt –werden nicht oder unzureichend durchgesetzt. Dieses Beispiel zeigt, dass Tropenwaldschutz nur mit großräumigen, im Idealfall länderübergreifenden Maßnahmen funktionieren kann.

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  • OroVerde hat für verschiedene Verbraucherbereiche Handlungstipps zusammengestellt. Eine Übersicht über alle Bereiche erhalten Sie hier.
  • Sie möchten mehr über die OroVerde-Projekte sowohl national als auch international entdecken? Was OroVerde hier tut und wie OroVerde vor Ort hilft lesen Sie auf unseren Projekt-Seiten.
  • Für mehr Artenvielfalt im Regenwald steht ein OroVerde-Projekt ganz besonders im Focus: "Baum für Baum" ist eine Aktion, die für Wiederaufforstung in Regenwald-Gebieten wie etwa in Ecuador, Guatemala, Venezuela, der Dominikanische Republik und auf Kuba steht.
  • Viele Informationen sind auch als Flyer oder als Unterrichtsmaterial für Lehrer aufbereitet. Vielleicht ist auch das eine oder andere spannende Material für Sie dabei. Hier gelangen Sie zur allgemeinen Materialübersicht.

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OroVerde - Die Tropenwaldstiftung
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