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Waldschutz durch alternative Einkommensquellen und Umweltbildung

Der Regenwald im Patuca-Nationalpark (365.000 ha) in Honduras zählt zu den weltweit bedeutendsten „Hotspots der Biodiversität“. Er ist die wichtigste grüne Verbindungsbrücke für zahlreiche seltene Tier- und Pflanzenarten des mittelamerikanischen Regenwaldkorridors. Puma, Jaguar, Ozelot, Ameisenbär, Tapir, verschiedene Affenarten sowie seltene Frösche und gefährdete Vogelarten sind hier zu Hause. In den einzigartigen unberührten Primärwäldern Patucas hat sogar der größte Raubvogel der Welt, die sagenumwobene Harpyie, noch eine Überlebenschance. Anfang 2013 war die Entdeckung eines Harpyien-Nestes mit Jungvogel im Patuca-Nationalpark eine Sensation in den Medien und der Fachwelt. 

Die Ausgangssituation

Durch Armut, mangelnde Ernährungssicherheit, fehlende Einkommensalternativen und fehlende Bildung der lokalen Bevölkerung geriet der einzigartige Regenwald in Patuca und die Wasserversorgung der Menschen vor Ort zunehmend unter den Druck der Zerstörung durch Ackerbau, Viehzucht, Holzeinschlag und Goldsuche. Die Zukunft dieses artenreichen Ökosystems hängt deshalb maßgeblich davon ab, dass die Bewohnerinnen und Bewohner des Nationalparks den Wert ihres Lebensraumes erkennen und gleichzeitig von einer nachhaltigen und waldschonenden Landnutzung profitieren können. Nur so werden sie notwendige Schutzmaßnahmen für den Erhalt des Patuca-Regenwaldes akzeptieren und bei deren Umsetzung helfen.

Kinder mit Setzlingen ©Patuca e.V.
Ausblick in die Landschaft - ©OroVerde
Kakaoschoten werden geerntet - ©OroVerde

Projektziele

OroVerde entwickelte gemeinsam mit einer Partnerorganisation vor Ort unterschiedliche Maßnahmen, um den artenreichen Regenwald im Nationalpark zu schützen:

  • Degradierte Waldflächen sollten wieder aufgeforstet werden, um wichtigen Lebensraum für bedrohte Tier- und Pflanzenarten wiederherzustellen und gleichzeitig die Trinkwasserversorgung der lokalen Bevölkerung sicherzustellen, da der Wald für Wasserspeicherung und -filterung eine wichtige Rolle spielt.

  • Durch die Verbesserung Lebensbedingungen der lokalen Bevölkerung und die Schaffung neuer Einkommensquellen wie z.B. den Anbau von Bio-Kakao sollten die Menschen vor Ort nicht mehr darauf angewiesen sein, den Wald für ihren Lebensunterhalt zu zerstören.
  • Durch Umweltbildungsmaßnahmen sollte die Bevölkerung vor Ort darüber informiert werden, wie wichtig der dauerhafte Erhalt dieses artenreichen Ökosystems ist.
©OroVerde
Spielende Kinder- ©Barbara Baumgartner
Tukan - ©Patuca e.V.

Ergebnisse

Schaffung alternativer und waldschonender Einkommensquellen für die lokale Bevölkerung

  • 45 Hektar Kakaosetzlinge und 11 Hektar Kaffeesträucher wurden als waldschonende Agroforstsysteme eingerichtet und bilden nun die Grundlage für alternative, den Regenwald schonende Einkommensquellen der lokalen Bevölkerung.
  • Um die Qualität des geernteten Kakaos und Kaffees zu verbessern wurde eine Trocknungsanlage für beide Rohstoffe errichtet. 8 Kleinbauerngruppen haben eine rechtlich legitimierte Produzentenorganisation für die bessere Vermarktung ihrer Produkte gegründet.

Verbesserung der Lebensbedingungen der Menschen vor Ort

  • 143 Hausgärten versorgen Familien mit frischen Kräutern und Gemüse.
  • Mit den Projektteilnehmern wurden in 100 Haushalten holzsparende Kochherde installiert. Mit diesen sinkt der Holzverbrauch um 75%, so dass die Holznutzung aus dem Regenwald deutlich sinkt.
  • 139 neue Latrinen vermeiden Wasserverschmutzung und Erkrankungen.

Wiederaufforstung und Erhalt des bestehenden Waldes als Wasserfilter und -speicher

  • Zum Schutz der Wassereinzugsgebiete wurden Schutzgebietspläne erarbeitet, sowie die Abgrenzung und Beschriftung der Wassereinzugsgebiete eingeführt.
  • Werkzeuge für die Bekämpfung und Kontrolle von Waldbränden wurden an verschiedene lokalen Komitees übergeben und Ausbildungskurse für die Bekämpfung von Waldbränden durchgeführt.

Umweltbildung an Schulen

  • Es fanden mehrere Lehrer-Workshops statt, bei welchen Inhalte für Unterrichtsmaterialien zur Umweltbildung erarbeitet wurden.

Weitere Hintergründe zum Projekt.

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Projektgebiet

Projektzeitraum: 2013- 2015

Kinder des Dorfes auf einer der Kühe
Kinder auf einer Kuh - ©Patuca e.V.