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Guatemalas grünen Regenwald schützen

Zwischen Berghängen des Gebirgszugs Sierra de las Minas, dem Rio Polochic und dem Izabal-See gelegen, gehört das Regenwald-Gebiet zu den schönsten Perlen Guatemalas. Das OroVerde-Projektgebiet ist die Heimat vieler seltener Tier- und Pflanzenarten. Zu seinen besonderen Schätzen zählen Brüllaffen, Jaguare, Tukane, Tamanduas sowie Rote Liste-Arten wie der Göttervogel Quetzal (Nationalvogel Guatemalas) oder die vom Aussterben bedrohte Seekuh. Der Verlust ihres Lebensraums ist für diese seltenen Tiere eine immense Gefahr, die ihre Vernichtung massiv vorantreiben würde! 

„Wenn man nachts im Izabal-See schwimmt, spiegeln sich die Sterne im Wasser und alles ist ganz dunkel - das ist wie im Universum zu baden! Morgens werden die Bewohner vom melancholischen Gesang der Tukane geweckt, die nachtaktiven Fledermäuse haben sich schon in ihre entlegenen Grotten zurück gezogen und die friedlichen Seekühe machen sich auf die Suche nach einem leckeren Frühstück...“

So schildern internationale Gäste die vielfältige Region an der Mündung des Polochic, die aufgrund ihrer hohen Artenvielfalt als besonders schützenswertes RAMSAR-Gebiet ausgezeichnet wurde. Bisher wurden dort 782 Arten von Amphibien, Vögeln, Säugetieren und Reptilien erfasst, darunter vom Aussterben bedrohte Exoten. Mit dem OroVerde-Aktionsplan werden wir den grünen Regenwald-Schatz von Guatemala schützen.

Q'uechi-Kinder in der Baumschule im Regenwald © OroVerde
Seekuh-Mutter mit Kind © Laura Osteen
Schillernder Schmetterling im Regenwald ©K. Wothe

Regenwald schützen mit dem OroVerde-Aktionsplan

Durch naturverträgliche Landwirtschaft wird die Ernährungssituation der Menschen verbessert und gleichzeitig der Regenwald geschont: Denn die dort lebenden indigenen Q’eqchí leiden große Armut! Der Anbau einheimischer und lokaler Nutzpflanzen in Hausgärten für den Eigenbedarf wird von uns besonders gefördert. Dabei entstehen zunächst 360 Familien-Kleingärten in denen sowohl Wildarten als auch kultivierte Arten angepflanzt werden, beispielsweise Maniok, Malanga (Xanthosoma sagittifolium), Chayote (Sechium edule), Koriander und Bananen. Weiterhin wird die Haltung von Hühnern, Schafen, Bienen und Ziegen durch die Einrichtung von kleinen Zuchten unterstützt. Durch die Anschaffung von energieeffizienten Kochherden wird der Brennholzverbrauch aus dem Regenwald der Bewohner der 20 Gemeinden verringert und der niedrigere Brennholzbedarf wird zukünftig aus angepflanzten Wäldern in der Nähe der Dörfer gedeckt. Die neuen Herde reduzieren zudem den Schadstoffausstoß beim Kochen und tragen so zu einer Verbesserung der Gesundheit der Familien bei und zum Regenwald- und Klimaschutz bei.

In unseren Baumschulen lernen die Kinder den schonenden Umgang mit Ressourcen und helfen bei der Wiederaufforstung von Regenwald: Denn unnötige Rodungen verursachen Erosion und Erdrutsche! In Zusammenarbeit mit der lokalen Bevölkerung werden die Maßnahmen der Wiederaufforstung geplant und durchgeführt. So wird eine Pufferzone geschaffen, um den 45.000 ha großen Regenwald in der Kernzone des Naturschutzgebiets Bocas del Polochic und des Biosphärenreservats Sierra de las Minas zu verbessern und zu schützen. Die Ökosystemfunktionen von 425 ha Galeriewäldern, Feucht- und Wassereinzugsgebieten, die zur Regulation von Verschmutzungen und Sedimentation beitragen, sollen erhalten und verbessert werden. Auf diesem Weg wird auch die Verbindung zwischen der Gebirgszone der Sierra de las Minas und der Feuchtgebietszone sichergestellt. Mit dem Schutz der Wassereinzugsgebiete wird die Wasserversorgung der 20 indigenen Gemeinden im Regenwald und die Qualität und Verfügbarkeit des Trinkwassers für den Konsum der 6.000 Anwohner garantiert. Gleichzeitig wird der Zulauf des Izabal–See gesichert, der das größte Süßwasserreservoir Guatemalas darstellt.

Projektgebiet