Diese Webseite verwendet Cookies. Mit der Nutzung der Seite erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Einzelheiten entnehmen Sie bitte den Datenschutzbestimmungen.

×

Indigene Völker heute

Der Begriff „indigen“ kommt vom lateinischen Wort indigena, und bedeutet eingeboren oder einheimisch. „Indigenes Volk“ ist also nur eine Bezeichnung für Einheimische, Ureinwohner oder Eingeborene, allerdings ohne einen abwertenden Unterton. Wer genau zu einem indigenen Volk gehört, ist nicht eindeutig zu definieren. Indigene Völker sind meist die zuerst in ein Gebiet eingewanderten Bewohner. Sie identifizieren sich selber als „indigen“ und bewahren ihre kulturellen Besonderheiten wie Sprache, Gesellschaftsorganisation, Religion oder Anbaumethoden.

Man geht von 300-400 Millionen Menschen weltweit aus, die als Angehörige indigener Völker angesehen werden, verteilt auf ca. 70 Staaten. In Europa gibt es nur noch einige wenige Völker, bei denen die Beschreibung „indigen“ passt. Hierzu gehören die Samen (die so genannten Lappen) in Skandinavien, die Inuit auf Grönland und zahlreiche Völker der russischen Arktis.

Lebensweise indigener Völker

Kichwafrau

Das Bild, das viele von Indigenen haben, ist oft falsch: Man stellt sich unter Indigenen halbnackte Jäger- und Sammlervölker vor. Das ist jedoch anders - viele Indigene schätzen technischen Fortschritt, wie z.B. das Internet, haben ihre traditionelle Kleidung abgelegt und tragen diese meist nur noch bei Festen, ansonsten z.B. Jeans und T-Shirt.

Schulbildung als wichtiges Gut

In den meisten indigenen Gemeinden gibt es Schulen, auf denen die Kinder zweisprachigen Unterricht erhalten. Diese sogenannten bilingualen Schulprogramme fördern vor allem den Erhalt der Kulturen und gewährleisten die Ausbildung von Kindern. Denn ohne die Schule beherrschen sie die offizielle Landessprache nur schlecht. Sie sind ein wichtiger Faktor für den Aufbau von multikulturellen Nationen.

Es gibt nur noch sehr wenige Völker, meist in geographisch abgelegenen Gebieten, die wirklich ohne jeden Kontakt zur Außenwelt in völliger Isolierung leben. Einige Indigene ziehen dies freiwillig einer modernen Lebensweise vor.

Mit der Natur verbunden

Das Weltbild eines Volkes hat Auswirkungen auf die Art und Weise, wie es mit seiner Umwelt umgeht. Bei indigenen Völkern ist eine gewisse Achtung vor der Natur, die sich in nachhaltigem Bewirtschaften ausdrückt, vorhanden. Diese Konzepte beruhen auf der spirituellen Verbundenheit mit der Erde, den Ahnen und den Lebewesen, die uns umgeben.

Bei vielen Völkern findet man keine individuellen, sondern kollektive Landrechte. Dies bedeutet, dass das Land keinem Einzelnen sondern der ganzen Gemeinschaft gehört. Indigene sehen Land nicht als Besitztum an und haben auch keine Besitzurkunden oder Landtitel. Manche leben seit Jahrtausenden in den Regenwäldern dieser Erde und haben diesen Naturraum fast gar nicht überformt.

Jetzt Handeln!

Handeln für den Klimaschutz und den Regenwald

Viele Indigene erlebten und erleben Unterdrückung, Enteignung, Ausschluss aus der nationalen Gesellschaft und offene Diskriminierung.
Ein Hauptproblem heute sind die Konflikte durch Ressourcennutzung wie Erdöl und Erdgas oder Metalle (z.B. Coltan) in den Territorien indigener Völker. In den meisten Staaten erstrecken sich Landrechte nicht auf Bodenschätze, so dass große Rohstoffgesellschaften oder die nationalen Regierungen meist unüberwindliche Gegner für indigene Völker darstellen. Bei der Förderung von Bodenschätzen werden breite Straßen für Lastfahrzeuge gebaut, auf diesen folgen weitere Siedler, welche zusätzlich die Natur durch landwirtschaftliche Aktivitäten gefährden. In vielen Ländern kämpfen indigene Völker gegen die Zerstörung ihres Lebensraums und ihrer Lebensgrundlage. Ihre Achtung vor der Natur zeigen indigene Völker nämlich vor allem, indem sie nachhaltig bewirtschaften.

Ein Beispiel hierfür ist die Gemeinde Sarayaku im Regenwald Ecuadors, die sich gegen die Förderung von Erdöl auf ihrem Land wehrt, und hierbei auch von OroVerde unterstützt wird.

Was können wir hier tun?

  • sparsamer mit Ressourcen wie Erdöl und Coltan umgehen, um deren Abbau im Regenwald nicht noch zu erhöhen.
  • Indigene Völker bei ihrem Einsatz gegen die Förderung von Erdöl auf ihrem Land unterstützen

Mehr Hintergrundwissen