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Gemeinsam stärker in die Zukunft - neues Projekt gestartet!

Mit großem Enthusiasmus starteten die indigenen Partner aus dem Amazonasregenwald von Sarayaku in Ecuador sowie des indigenen Gemeindeverbands FECONAU aus Peru mit OroVerde in einem virtuellen Auftakt das neue Projekt „Juntos adelante – Gemeinsam stärker in die Zukunft", um den Austausch zwischen indigenen Jugendlichen aus beiden Regionen zu fördern.

Erstes digitales Austauschtreffen des neuen Projektes für Indigene

Vielfältige Herausforderungen 

Das Leben indigener Völker in Amazonien, so auch der Kichwa von Sarayaku sowie der indigenen Shipibo-Konibo in der Region von Ucayali in Peru, ist sehr eng mit ihren angestammten Territorien und Wäldern verbunden. Sie sind jedoch mit vielfältigen Herausforderungen für den Erhalt ihrer Lebensgrundlage, ihre angestammten Territorien und einzigartigen Wälder konfrontiert. Hierzu zählen u.a. Bedrohungen durch Abholzung, Förderung von Erdöl und die immer weiter vorrückenden landwirtschaftlichen Plantagen u.a. für Palmöl sowie Straßenbau in den Wald und Einflüssen des Klimawandels. Aber auch die Einflüsse der kulturellen Globalisierung, die sich schnell verändernde Welt und vielfältigen Einflüsse von außen können gerade für Jugendliche zur Herausforderung und zu einem Zerissensein zwischen Tradition und Moderne führen. Dabei haben die Jugendlichen oft wenig Möglichkeiten vor Ort.

„Es gibt viele Gemeinsamkeiten zwischen uns Indigenen in Ecuador und Peru – die grundlegende Bedeutung unserer Territorien und des Waldes für unser Leben, wir teilen Geschichte, Wissen, Visionen und wir erleben ähnliche Herausforderungen“, so die Partner beim Auftakttreffen. 

Lösungsansätze finden – mit jungen indigenen Protagonisten

Das neu gestartete, dreijährige Projekt „Juntos adelante“ zielt daher darauf, insbesondere indigene Jugendliche und junge Erwachsene zu stärken. Hierzu gibt es mehrere Elemente: Zunächst identifizieren die jungen Menschen auf partizipative Weise selbst die für sie zentralen Schlüsselthemen und mögliche Lösungsansätze für ihre Herausforderungen. Aber auch der intergenerationelle Austausch ist ein wichtiges Element. Die spezifischen Themen sind bewusst offen gehalten und werden noch im Lauf des Projekts konkretisiert. 
Darauf aufbauend identifizieren die jungen Indigenen, was für Kompetenzen sie benötigen, um ihre Ansätze umzusetzen. Hierfür erhalten sie dann bedarfsorientierte Fortbildungen. Ein Thema von besonderem Interesse ist dabei u.a. der Kommunikationsbereich: Um ihre Meinung mit Wirkung und nach außen vertreten zu können, sind zum einen Kompetenzen für eine gute Verbreitung über das regionale Radio, Social Media und weitere Internetkanäle zentral, zum anderen aber auch ein selbstbewusstes Auftreten. Durch die Aktivitäten werden Gelegenheiten geschaffen, zu debattieren und die eigene Meinung auszudrücken.
Damit das Ganze nicht theoretisch bleibt, wenden sie ihre erworbenen Kenntnisse auch gleich in praktischen Pilotaktivitäten an, die vom Projekt unterstützt werden. 
 

Der Austausch als zentrales Element

Dabei ist der Austausch zwischen den jungen Indigenen in Ecuador und Peru ein zentrales Element des Projekts. „Dieses Projekt gibt uns die wunderbare Möglichkeit, uns über Grenzen hinweg zu treffen, unser Wissen zu teilen, zusammenzubringen und uns gegenseitig zu stärken und uns so gestärkt gemeinsam den Herausforderungen entgegenzustellen“, so die lokalen Projektpartner. Dazu sind regelmäßige digitale Austausche ebenso wie Austauschbesuche vor Ort und schließlich die gemeinsame Vorstellung der Projektergebnisse auf einer internationalen Konferenz geplant. 

„Die direkte Zusammenarbeit mit indigenen Partnern liegt OroVerde sehr am Herzen“, so die Projektkoordinatorin Annelie Fincke. „Und auch wir in Europa können sehr viel von den indigenen Völkern lernen.“

Förderer des Projekts „Juntos adelante“

Das Projekt wird mit 75 Prozent gefördert durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Für den Eigenanteil von 25 Prozent sind wir auf Spenden und Zuwendungen angewiesen.