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Die Biodiversitätskonvention (CBD) ist das wichtigste internationale Abkommen zum Schutz der biologischen Vielfalt. Sie schafft eine gemeinsame Grundlage, damit Länder weltweit zusammenarbeiten.

Immer mehr Lebensräume werden zerstört und zahlreiche Arten sind vom Aussterben bedroht. Weltweit ist die Biodiversität gefährdet. Das gefährdet auch unsere Lebensgrundlagen. Wir Menschen sind auf eine intakte Natur angewiesen, die uns mit Nahrung, sauberem Wasser und vielen weiteren wichtigen Ressourcen versorgt. Das Übereinkommen über die biologische Vielfalt (Convention on Biological Diversity, kurz: CBD) setzt deshalb gemeinsame Ziele, um den Verlust der biologischen Vielfalt aufzuhalten und die Natur langfristig zu schützen.

 

Was ist die Biodiversitätskonvention?

Die Biodiversitätskonvention (Convention on Biological Diversity, CBD) ist das wichtigste internationale Abkommen zum Schutz der biologischen Vielfalt. Sie wurde 1992 auf der UN-Konferenz für Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro verabschiedet. Die Konvention trat am 29. Dezember 1993 in Kraft. Stand 2026 haben sich 196 Staaten, inklusive der Europäischen Union, dem Abkommen angeschlossen.

Was sind die Ziele der Biodiversitätskonvention?

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1.
Biologische Vielfalt schützen

Die Vielfalt der Ökosysteme, der Arten und der Gene innerhalb einer Art soll erhalten bleiben.

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2.
Natur nachhaltig nutzen

Pflanzen, Tiere und andere natürliche Ressourcen sollen so genutzt werden, dass sie auch für zukünftige Generationen erhalten bleiben.

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3.
Vorteile gerecht verteilen

Wenn genetische Ressourcen, zum Beispiel aus Pflanzen, für die Forschung oder die Entwicklung neuer Produkte genutzt werden, sollen auch die Herkunftsländer gerecht davon profitieren.

Die UN-Biodiversitätskonferenz (COP)

COP steht für „Conference of the Parties“, auf Deutsch „Konferenz der Vertragsparteien“. Die Vertragsstaatenkonferenz findet alle zwei Jahre statt. Dort treffen sich die Vertragsstaaten der UN-Biodiversitätskonvention, um über den Schutz der biologischen Vielfalt zu verhandeln und gemeinsame Naturschutz-Maßnahmen zu beschließen. Die Konferenz findet jedes Mal in einem anderen Land statt. Die 17. UN-Biodiversitätskonferenz (COP17) findet vom 19. bis 30. Oktober 2026 in Eriwan, Armenien, statt.

Nicht zu verwechseln ist die Biodiversitäts-COP mit der UN-Klimakonferenz. Auch sie wird COP genannt. Während bei der Klimakonferenz der Klimawandel im Mittelpunkt steht, geht es bei der Biodiversitätskonferenz um den Schutz der biologischen Vielfalt.

 

Was tut die Welt für den Schutz der Natur? OroVerde Mitarbeiter Christian Crey berichtet von der COP17

Was hat die UN-Biodiversitätskonvention bisher erreicht?

Seit ihrer Verabschiedung im Jahr 1992 haben die Vertragsstaaten mehrere wichtige Abkommen und gemeinsame Ziele zum Schutz der biologischen Vielfalt beschlossen. Dazu gehören zwei internationale Protokolle und verschiedene globale Biodiversitätsziele.

Die Protokolle legen verbindliche Regeln fest, etwa für den Umgang mit gentechnisch veränderten Organismen und die gerechte Nutzung genetischer Ressourcen. Mitgliedsstaaten müssen einem Protokoll gesondert beitreten, damit es für sie verbindlich wird.

Worum geht's?

Das Cartagena-Protokoll ergänzt die UN-Biodiversitätskonvention und legt internationale Regeln für den sicheren Umgang mit gentechnisch veränderten Organismen fest. So sollen mögliche Risiken für die biologische Vielfalt verringert werden.

Die wichtigsten Punkte:

  • Es regelt vor allem den grenzüberschreitenden Transport lebender gentechnisch veränderter Organismen, zum Beispiel von Saatgut.
  • Länder sollen über mögliche Risiken informiert werden, bevor bestimmte Organismen eingeführt werden.
  • Es legt Regeln zur Risikobewertung und zum sicheren Umgang mit diesen Organismen fest.

Warum ist das wichtig? 

Gentechnisch veränderte Organismen können Auswirkungen auf natürliche Ökosysteme haben. Das Protokoll soll dafür sorgen, dass mögliche Risiken frühzeitig geprüft werden.

 

Worum geht's?

Das Nagoya-Protokoll setzt einen rechtlich verbindlichen Rahmen für den Zugang zu genetischen Ressourcen von Pflanzen, Tieren und Mikroorganismen. Es soll sicherstellen, dass die Herkunftsländer dieser Ressourcen gerecht an den Vorteilen beteiligt werden, die durch ihre Nutzung entstehen.

Die wichtigsten Punkte:

  • Unternehmen und Forschungseinrichtungen müssen unter bestimmten Voraussetzungen die Zustimmung des Herkunftslandes einholen, wenn sie genetische Ressourcen nutzen wollen.
  • Entstehen daraus Gewinne oder andere Vorteile, sollen diese fair geteilt werden.
  • Das traditionelle Wissen indigener Völker und lokaler Gemeinschaften wird berücksichtigt. Für die Nutzung dieses Wissens gelten besondere Regeln zur Zustimmung und Beteiligun

Warum ist das wichtig?

Viele genetische Ressourcen stammen aus besonders artenreichen Ländern. Das Protokoll soll verhindern, dass andere von diesen Ressourcen profitieren, ohne die Herkunftsländer und betroffenen Gemeinschaften angemessen zu beteiligen. Das Protokoll soll damit gegen Biopiraterie vorgehen.

Neue Ziele für den Biodiversitätsschutz: Das Kunming-Montreal-Abkommen

Das Kunming-Montreal Global Biodiversity Framework wurde 2022 beschlossen. Es gilt als Meilenstein für den weltweiten Biodiversitätsschutz. Auf der UN-Biodiversitätskonferenz (COP15) im Dezember 2022 einigten sich die Staaten auf gemeinsame Ziele, um den Verlust der biologischen Vielfalt aufzuhalten.

Mit dem Abkommen beschlossen die Staaten vier langfristige Ziele bis 2050 und 23 konkrete Handlungsziele bis 2030. Eines der bekanntesten ist das sogenannte 30x30-Ziel. Bis 2030 sollen mindestens 30 Prozent der Land- und Meeresgebiete weltweit wirksam geschützt werden. Weitere Ziele sind die Wiederherstellung geschädigter Ökosysteme und eine nachhaltigere Nutzung der Natur. Die gemeinsame Vision: Bis 2050 sollen Menschen im Einklang mit der Natur leben und der Verlust der biologischen Vielfalt gestoppt und umgekehrt werden.

Die neuen Ziele ersetzen die sogenannten Aichi-Ziele aus dem Jahr 2010. Diese sollten unter anderem eine nachhaltigere Nutzung von landwirtschaftlichen Flächen, Wäldern und Gewässern fördern. Allerdings wurde keines der 20 Ziele weltweit vollständig erreicht.

COP17: Wie steht es um die Biodiversitätsziele?

Vier Jahre nach dem Beschluss des Kunming-Montreal-Abkommens wird auf der COP17 erstmals gemeinsam überprüft, welche Fortschritte die Mitgliedstaaten bei der Umsetzung der Biodiversitätsziele gemacht haben.

Doch seit Unterzeichnung des Abkommens gibt es keine zufriedenstellenden Ergebnisse. Laut des aktuellen UN-Berichts reichen die bisherigen Fortschritte nicht aus, um die Ziele bis 2030 zu erreichen. Weltweit geht die biologische Vielfalt verloren. Auch die Artenvielfalt verzeichnet weltweit einen Rückgang. Immer mehr Tier- und Pflanzenarten sind vom Aussterben bedroht. Seit Inkrafttreten der Biodiversitätskonvention 1992 ist die Aussterberate von Arten dramatisch gestiegen. Gleichzeitig werden wichtige Lebensräume wie Wälder, Feuchtgebiete und Korallenriffe zerstört. Dadurch verlieren viele Arten ihre Lebensgrundlage und ganze Ökosysteme geraten aus dem Gleichgewicht. 

Werden diese Entwicklungen nicht dringend gestoppt, sind auch die langfristigen Ziele zum Erhalt der Biodiversität bis 2050 gefährdet.

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Wir brauchen jetzt eine verlässliche, langfristige Finanzierung und den politischen Mut, den Schutz von Wäldern, indigenen Rechten und der Natur als Rechtssubjekt konsequent voranzutreiben.

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Christian Cray, Bereichsleiter*in Internationale Projekte bei OroVerde – Die Tropenwaldstiftung

COP17: Zeit zu handeln!

Das Motto der diesjährigen Konferenz „Taking Action for Nature“ (Handeln für die Natur) macht deutlich, worauf es jetzt ankommt: Die Staaten müssen ihre Versprechen in konkrete Maßnahmen umsetzen.

Es fehlt vor allem an Geld, technischer Unterstützung und einer besseren Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Politikbereichen. Besonders für wirtschaftlich ärmere Länder erschwert das die Umsetzung.

Die Finanzierung des weltweiten Biodiversitätsschutzes ist nach wie vor ein zentrales Thema. Im Kunming-Montreal-Abkommen wurde vereinbart, bis 2030 jährlich mindestens 200 Milliarden US-Dollar aus öffentlichen und privaten Quellen für den Schutz der biologischen Vielfalt zu mobilisieren. Davon sollen bis 2030 jährlich mindestens 30 Milliarden US-Dollar aus internationalen Finanzmitteln an Entwicklungsländer fließen.

Die COP17 muss deshalb den Weg von den Versprechen zum Handeln ebnen. Wichtige Aspekte sind dabei ausreichend finanzielle Mittel, klare Zeitpläne und die Anwendung wirksamer Schutzmaßnahmen. Gleichzeitig muss der Schutz der biologischen Vielfalt stärker im Bereich der Landwirtschaft, der Energieversorgung und der Wirtschaft berücksichtigt werden.

Wir machen uns stark für Biodiversität

Unsere Forderungen zur Biodiversitätskonvention (CBD) COP17

PDF | 159 KB

Die 6 zentralen Forderungen von OroVerde zur CBD COP17:

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1.
Tropenwälder schützen

Angesichts eines jährlichen weltweiten Waldverlusts von fast 11 Millionen Hektar muss Waldschutz einen hohen Stellenwert in den Nationalen Biodiversitätsstrategien und Aktionsplänen einnehmen. Eine verlässliche internationale Finanzierung für deren Umsetzung ist dafür grundlegend. Schutz darf dabei nicht allein auf Naturschutzgebiete beschränkt bleiben; auch landwirtschaftliche Flächen müssen biodiversitätsfreundlich bewirtschaftet werden. 

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2.
Agrarwende und Kleinbäuer*innen stärken

Die intensive Landwirtschaft ist einer der Haupttreiber des Biodiversitätsverlusts und gleichzeitig auf intakte Ökosysteme angewiesen. OroVerde fordert die Ausweitung agrarökologischer Anbaumethoden, die Reduktion von schädlichen Pestiziden sowie einen verbesserten Zugang von Kleinbäuer*innen zur Wahrnehmung ihrer (Land-)Rechte und zu Finanzmitteln.

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3.
Rechte indigener Völker und lokaler Gemeinschaften (IP&LC) sichern

Obwohl indigene Völker weniger als 5 Prozent der Weltbevölkerung ausmachen, bewahren und beschützen sie rund 80 Prozent der global verbleibenden Biodiversität. Ihre Gebiete müssen anerkannt, ihre finanzielle Förderung direkt und unbürokratisch gestaltet und Umweltschützer*innen besser geschützt werden. 

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4.
Geschlechtergerechtigkeit verbindlich verankern

Frauen spielen eine Schlüsselrolle im Biodiversitäts- und Ressourcenschutz, sind jedoch oft von Landrechten und Entscheidungen ausgeschlossen. Der CBD-Gender-Plan of Action muss für die Staaten verbindlicher gestaltet und durch messbare Indikatoren gestärkt werden.

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5.
Finanzierungslücken schließen und Bundesmittel sichern

Um bis 2030 jährlich 30 Milliarden US-Dollar für den internationalen Biodiversitätsschutz zu mobilisieren, braucht es verlässliche öffentliche und private Finanzströme. Klares Signal an die Bundesregierung: Gelder für den Natur- und Klimaschutz aus dem Klima- und Transformationsfonds (KTF) dürfen keinesfalls im regulären Bundeshaushalt versickern und müssen zu einem erheblichen Anteil zweckgebunden in den internationalen Wald- und Biodiversitätsschutz fließen.

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6.
Anerkennung der Rechte der Natur

Vor Gericht steht die Natur oft als rechtloses „Objekt“ anderen Rechtsträger*innen gegenüber. Ökosysteme müssen – nach Vorbildern wie in Ecuador und Peru, wo die Partnerorganisationen von OroVerde sich auf diese Rechte berufen – als Träger von Eigenrechten (auf Regeneration und Integrität) anerkannt und über gesetzliche Vertretungen klagefähig gemacht werden.

FAQ: Häufige Fragen zur Biodiversitätskonvention

Die Biodiversitätskonvention (CBD) ist ein internationales Abkommen zum Schutz der biologischen Vielfalt. Sie wurde 1992 auf der UN-Konferenz in Rio de Janeiro beschlossen. Die Mitgliedsstaaten verpflichten sich, die Vielfalt der Tiere, Pflanzen und Lebensräume zu schützen und die Natur nachhaltig zu nutzen.

Die Biodiversitätskonvention verfolgt drei zentrale Ziele: die biologische Vielfalt schützen, die Natur nachhaltig nutzen und die Vorteile aus der Nutzung genetischer Ressourcen gerecht verteilen. So soll die Natur langfristig erhalten bleiben und ihre Nutzung allen Beteiligten zugutekommen.

Der Biodiversitätskonvention gehören 196 Vertragsparteien an, darunter Deutschland und die Europäische Union. Fast alle Staaten der Welt sind dem Abkommen beigetreten. Eine wichtige Ausnahme sind die USA. Sie haben die Konvention zwar unterzeichnet, aber nicht ratifiziert.

An der UN-Biodiversitätskonferenz (COP CBD) treffen sich Vertreter*innen der Mitgliedsstaaten, um über den Schutz der biologischen Vielfalt zu verhandeln. Auch Umweltorganisationen, Wissenschaftler*innen sowie indigene Gemeinschaften und lokale Gruppen können an der Vertragsstaatenkonferenz teilnehmen. Sie bringen ihr Wissen und ihre Forderungen in die Gespräche ein.

Die Vertreter*innen der Mitgliedsstaaten treffen die offiziellen Entscheidungen. Andere Teilnehmende können ihre Erfahrungen, ihr Wissen und ihre Forderungen einbringen.

Die Biodiversitätskonvention wurde 1992 beschlossen und bildet die Grundlage für die internationale Zusammenarbeit zum Schutz der biologischen Vielfalt. Das Kunming-Montréal-Abkommen wurde 2022 im Rahmen der Biodiversitätskonvention verabschiedet. Es legt 23 konkrete Ziele fest, die bis 2030 erreicht werden sollen. Dazu gehört, mindestens 30 Prozent der weltweiten Land- und Meeresflächen unter Schutz zu stellen.

COP steht für „Conference of the Parties“, auf Deutsch „Konferenz der Vertragsparteien“. Bei diesen UN-Biodiversitätskonferenzen treffen sich die Mitgliedsstaaten der Biodiversitätskonvention in der Regel alle zwei Jahre.

Die COP17 findet 2026 vom 19.-30. in Oktober in Eriwan, Armenien, statt.

Die COP tagt seit 1994 alle zwei Jahre.

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Hier geht es zu den Quellen dieser Seite.

Fotonachweis: CODDEFFAGOLF – Onan Osorto (Titelbild), OroVerde (CBD in Armenien 2026)

Letzte Überarbeitung: 21.10.2026

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