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Mangrovenwälder gehören zu den wertvollsten Lebensräumen der Erde. Die verflochtenen Mangrovenwurzeln sind das Zuhause unzähliger Meerestiere. Mangroven haben eine hohe kulturelle und wirtschaftliche Bedeutung. Sie speichern große Mengen Kohlenstoffdioxid und sichern die Küste gegen Erosion und die Wucht tropischer Stürme.

Weltweit gehen immer mehr Mangrovenwälder verloren. Deshalb müssen wir die verbliebenen Bestände schützen und neue Mangroven pflanzen. So können wir das Klima schützen, Küsten widerstandsfähiger machen und vielen Tierarten ihren Lebensraum erhalten.

Fast Facts zu Mangroven

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1.

Mangrovenwälder schützen Küsten vor Erosion und Stürmen. Gleichzeitig bieten sie vielen Fischen, Krebsen und anderen Meerestieren einen geschützten Ort für ihren Nachwuchs.

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2.

Mangrovenwälder machen nur etwa ein Prozent aller tropischen Wälder aus.

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3.

Weltweit leben etwa 120 Millionen Menschen in direkter Nähe zu Mangrovenwäldern. Für viele von ihnen stellen die Mangroven eine Lebensgrundlage dar. 

Was sind Mangroven?

Mangroven sind Bäume, die an tropischen Küsten wachsen. Sie vertragen Salzwasser und fallen durch ihre verflochtenen Wurzeln auf. Der Begriff Mangrove bezeichnet nicht nur die Bäume selbst, sondern auch das gesamte Ökosystem, in dem sie leben. Typische Standorte sind die Übergänge zwischen Land und Meer. Dazu zählen Flussmündungen, Küstenlagunen und Flussdeltas.

Dort leben sie in der Gezeitenzone. Das ist der Küstenbereich, der bei Ebbe trockenfällt und bei Flut vom Meerwasser überschwemmt wird. Zweimal täglich müssen die Pflanzen mit Salzwasser, Strömungen, Wind und schlammigen Böden zurechtkommen.

Zum Ökosystem der Mangroven gehören immergrüne Palmen, Sträucher und Farne sowie eine Vielzahl an Tierarten. Der Pflanzenreichtum reicht von kleinen Gewächsen bis hin zu Bäumen mit einer Höhe von bis zu 30 Metern. Weltweit gibt es rund 70 Pflanzenarten aus 20 Pflanzenfamilien, die in Mangrovenwäldern wachsen. Ihre hohe Bedeutung für die Biodiversität liegt darin begründet, dass sie vielen Tieren einen Lebensraum bieten.

Wie Mangrovenwälder aussehen, hängt von ihrem Standort ab. Wichtige Faktoren sind Temperatur, Sonneneinstrahlung, Sauerstoff, Wasser und der Nährstoffgehalt des Bodens. In trockenen Regionen mit hohem Salzgehalt wachsen oft nur niedrige und weit auseinanderstehende Mangroven. In tropischen Flussmündungen können dagegen dichte Mangrovenwälder mit bis zu 30 Meter hohen Bäumen entstehen.

Wo wachsen Mangroven?

Mangroven bedecken weltweit nur rund 137.600 Quadratkilometer. Das entspricht etwa einem Prozent der Fläche tropischer Regenwälder. Damit gehören sie zu den seltensten Waldökosystemen der Tropen. 

Mangroven sind auf eine mittlere Wassertemperatur von über 20 Grad Celsius angewiesen. Deshalb wachsen sie nur in tropischen und subtropischen Küstengebieten.

Weltweit gibt es zwei große Verbreitungsgebiete. Die Ostmangroven erstrecken sich über den Indopazifik von Ostafrika bis Polynesien.

Mit mehr als 50 Arten sind sie deutlich artenreicher als die Westmangroven. Einen besonderen Hotspot bildet Indonesien. Die vielen Inseln bieten ideale Bedingungen für Mangroven und eine hohe Artenvielfalt. Fast 40 Prozent aller Mangroven wachsen in Asien. In Afrika sowie Lateinamerika und der Karibik befinden sich jeweils 20 Prozent.

Die Westmangroven kommen im Atlantik sowie an den Küsten Mittel- und Südamerikas und Westafrikas vor. Dort wachsen etwa sieben unterschiedliche Mangrovenarten. Die beiden Regionen sind durch große Entfernungen voneinander getrennt. Deshalb gibt es kaum einen Austausch zwischen ihnen. Nur drei Mangrovengattungen kommen in beiden Regionen vor.

Je weiter man sich von den Tropen entfernt, desto weniger Mangrovenarten gibt es. An den nördlichen und südlichen Verbreitungsgrenzen wächst schließlich nur noch eine Art der Gattung Avicennia. Noch weiter außerhalb folgen Salzwiesen. Diese Pflanzen sind ähnlich gut an salzige Standorte angepasst wie Mangroven, bilden aber keine Bäume.

An den Südwestküsten Afrikas und Südamerikas wachsen keine Mangroven. Dort sind die Meeresströmungen zu kalt.

 

Warum sind Mangroven so wichtig?

Mangroven gehören neben Korallenriffen und den typischen Regenwäldern zu den produktivsten Ökosystemen der Erde. 

Sie bieten vielen Fischen, Krebsen und anderen Meerestieren Schutz und Nahrung. Deshalb dienen sie als Kinderstube für zahlreiche Arten. Auch für Menschen sind Mangroven wichtig. Viele Küstengemeinden leben von den Fischen und anderen Meerestieren, die in Mangroven aufwachsen. Die Wälder sichern damit Nahrung und Einkommen. 

Gleichzeitig schützen Mangroven Küsten vor Erosion, Sturmfluten und starken Wellen. Sie besitzen eine enorme CO2-Speicherfähigkeit. Damit tragen sie zum Klimaschutz bei und helfen, die Folgen der Klimakrise abzumildern.

 

 

Warum haben Mangroven Luftwurzeln?

Das auffälligste Merkmal der Mangroven sind ihre Luftwurzeln. Sie ragen oft aus dem Wasser heraus und geben den Bäumen Halt im weichen, schlammigen Boden.

Die Luftwurzeln erfüllen noch eine weitere wichtige Aufgabe: Sie versorgen die Pflanzen mit Sauerstoff. Das ist nötig, weil die Wurzeln im nassen Boden und im Wasser nur wenig Sauerstoff aufnehmen können.

Es gibt verschiedene Arten von Luftwurzeln. Die Gattung Rhizophora bildet bogenförmige Stelz- und Stützwurzeln. Sie enthalten Atemporen und Luftkanäle.

Die Gattungen Avicennia und Sonneratia bilden andere Luftwurzeln. Diese wachsen nicht als Stelzenwurzeln, sondern breiten sich einige Meter weit dicht unter der Bodenoberfläche aus. Von ihnen wachsen im Abstand von 10 bis 30 Zentimeter Atemwurzeln nach oben. Fachleute nennen die Atemwurzeln Pneumatophoren.

Die Atemwurzeln ragen bis zu 30 Zentimeter aus dem Boden. Ein einziger Baum der Gattung Avicennia kann mehr als 10.000 davon haben. Über zahlreiche Poren nehmen die Atemwurzeln bei Ebbe Sauerstoff auf. Tagsüber produzieren sie durch Photosynthese sogar selbst Sauerstoff. Ihre Hauptaufgabe besteht allerdings darin, die unterirdischen Wurzeln mit Sauerstoff zu versorgen.

Wie das genau funktioniert, ist nicht vollständig geklärt. Forschende vermuten, dass Druckunterschiede zwischen Ebbe und Flut eine wichtige Rolle spielen. Die Poren sind wasserabweisend und lassen während der Flut keinen Gasaustausch zu. Dadurch sinkt der Druck im Inneren der Pneumatophoren. Öffnen sich die Poren bei Ebbe wieder, strömt Luft in die Wurzeln.

Wie können Mangroven im Salzwasser überleben?

Die meisten Pflanzen vertragen nur wenig Salz. Zu viel Salz verursacht Salzstress. Dadurch können Pflanzen schlechter wachsen oder sogar absterben.

Mangroven gehören dagegen zu den Halophyten. Das sind Pflanzen, die an salzhaltigen Standorten wachsen können. Um mit dem Salz zurechtzukommen, haben die verschiedenen Mangrovenarten unterschiedliche Strategien zur Anpassung entwickelt.


Absonderung: Manche Mangrovenarten, zum Beispiel Avicennia, geben überschüssiges Salz über spezielle Salzdrüsen in ihren Blättern ab. Steigt die Salzkonzentration zu stark an, werfen sie die betroffenen Blätter ab. Andere Arten speichern das Salz in ihrer Rinde oder in den Wurzeln.

Exklusion: Einige Mangrovenarten, zum Beispiel Aegiceras und Avicennia, lassen einen Großteil des Salzes gar nicht erst in die Pflanze eindringen. Sie halten über 90 Prozent des Salzgehalts an der Wurzeloberfläche zurück. Dabei hilft ein besonderer Druck im Inneren der Pflanze. Er verhindert, dass das Salz zusammen mit dem Wasser in die Wurzeln eindringt.

Salztoleranz: Die verschiedenen Mangrovenarten kommen unterschiedlich gut mit Salz zurecht. Manche wachsen bereits bei einem niedrigen Salzgehalt besonders gut. Andere benötigen deutlich mehr Salz für ihr Wachstum. Die meisten Mangroven sind nicht auf das Meersalz angewiesen. Einige Arten wachsen dort jedoch langsamer. Manche Keimlinge können sich in reinem Süßwasser sogar gar nicht entwickeln.

Wie pflanzen sich Mangroven fort?

Mangroven vermehren sich auf besondere Weise. Noch bevor die Samen von der Pflanze abfallen, bilden sich die ersten Wurzeln. Das nennt sich Viviparie. Diese länglichen Jungpflanzen, die sogenannten Propagule, fallen später ins Wasser. Dort treiben sie oft über weite Strecken.

Sobald sie wieder Brackwasser (Mischung von Meer- und Süßwasser) an der Küste erreichen, drehen sie sich mit der Wurzelseite nach unten und setzen sich im Schlick fest. Innerhalb eines Jahres haben sich die jungen Mangroven fest im Boden verankert.

Für Aufforstungen müssen also die Keimlinge vorhanden sein, da es keine Samen gibt, aus denen man einen neuen Baum ziehen könnte. Dafür ist das Pflanzen der jungen Mangroven umso einfacher. Die Keimlinge müssen einfach nur an einer geeigneten Stelle in den Boden gesteckt werden.

5 gute Gründe für den Mangrovenschutz

Mangroven wirken wie ein Schutzschild, das sich selbst repariert. Sie verringern die Zerstörung durch Wellen, Fluten und den steigenden Meeresspiegel. Dadurch schützen sie Menschen und Siedlungen an den Küsten. Schon ein 100 Meter breiter Mangrovenwald kann die Energie von Wellen um etwa zwei Drittel verringern. Das gilt sogar für junge oder neu gepflanzte Mangroven. Mangroven sind das beste Beispiel für einen natürlichen Küstenschutz. Sie können Küsten ähnlich gut schützen wie Deiche. Gleichzeitig verursacht ihre Aufforstung deutlich geringere Kosten.

Studien zeigen, dass bestehende Mangrovenwälder Schäden in Höhe von rund 65 Milliarden US-Dollar pro Jahr vermeiden. Außerdem schützen sie mehr als 15 Millionen Menschen, die in Küstenregionen leben.

Mangroven schützen Küsten auf weitere Weise. Ihre Wurzeln bremsen den Wasserfluss und halten Sedimente fest. Dadurch wächst der Boden mancher Mangrovenwälder jedes Jahr um bis zu 10 Millimeter. Hiermit können sie dem Anstieg des Meeresspiegels entgegenwirken.

Gleichzeitig schützen Mangroven benachbarte Ökosysteme. Ohne Mangroven gelangen große Mengen Sedimente in Korallenriffe und Seegraswiesen. Die Sedimente bedecken die Korallen und können sie absterben lassen.

Mangroven wirken wie natürliche Wasserfilter. Sie verbessern die Wasserqualität, indem sie Sedimente, Nährstoffe und Schadstoffe aus dem Wasser aufnehmen.

Dadurch können sie einen Teil der Verschmutzung aus Städten, der Landwirtschaft und der Industrie zurückhalten. Unterstützt werden sie dabei durch die Schwämme, Austern und Muscheln auf ihren Wurzeln. Doch auch die Mangroven haben ihre Grenzen. Ist das Wasser zu stark verschmutzt, können die Bäume geschädigt werden oder sogar absterben. 

Etwa 120 Millionen Menschen leben in direkter Nähe zu Mangrovenwäldern. Die meisten davon in Asien und Afrika. Viele von ihnen sind auf die Leistungen dieses Ökosystems angewiesen. Besonders die Fischerei spielt eine wichtige Rolle für Nahrung und Einkommen.

Mangroven sind Futter-, Unterschlupf- und Aufzuchtgebiete für große Fischbestände und viele andere Meerestiere. Außerdem liefern sie Algen, Honig und Salz. Ihre Blätter dienen vielerorts als Tierfutter. Die Leistungen des Ökosystems entsprechen einem Wert von geschätzt 33.000 bis 57.000 USD pro Hektar und Jahr für die nationale Wirtschaft der Mangrovenstaaten. 

Auch als Brennstoff und Baumaterial für die Bevölkerung sind Mangroven wichtig. Das Holz hat eine sehr hohe Dichte und ist daher gut als robustes Baumaterial, Feuerholz und für die Herstellung von Holzkohle geeignet. Viele Menschen schätzen Mangroven außerdem als Erholungsraum. In einigen Regionen sind sie ein wichtiger Anziehungspunkt für den Tourismus.

Mit dem Tourismus entstehen jedoch auch Konflikte. Hotels, Straßen und andere Infrastruktur benötigen Platz. Dadurch steigt der Druck auf die Küsten und die Mangrovenwälder. Darüber hinaus entstehen Konflikte durch kulturelle Unterschiede. Für viele Menschen haben Mangroven zudem eine kulturelle und religiöse Bedeutung.

Mangroven gehören zu den größten Kohlenstoffspeichern der Erde. Sie speichern Kohlenstoff nicht nur in ihrem Holz, sondern auch im Boden. Dort lagern sich über viele Jahre abgestorbene Blätter, Wurzeln und andere Pflanzenteile ab. So entstehen mächtige Schichten aus Sedimenten.

Je nach Standort und Mangrovenart kann ein Hektar Mangrovenwald bis zu 1.000 Tonnen Kohlenstoffdioxid speichern. Pro Fläche binden Mangroven damit bis zu viermal mehr Kohlenstoff als Wälder an Land. Deshalb gelten sie als wahre Klimawunder.

Die Gefahr ist allerdings auch offensichtlich. Bei der Zerstörung werden die gebundenen Klimagase wieder freigesetzt. Statt das Klima zu schützen, können zerstörte Mangroven den Klimawandel sogar verstärken. Deshalb ist ihr Schutz so wichtig.

Mangroven bilden die Schnittstelle zwischen Land und Meer. Deshalb finden dort Tiere aus verschiedenen Lebensräumen ein Zuhause. Dazu gehören Landtiere, Süßwasserarten und Meeresbewohner. Nirgendwo sonst vermischen sich diese Lebensräume so stark wie in den Mangroven.

Die Tierwelt verteilt sich auf drei Bereiche. In den Baumkronen leben Säugetiere, Insekten, Reptilien und viele Vogelarten. Die Wasservögel haben hier einen ruhigen und sicheren Nistplatz. Selbst die Zugvögel nutzen die Mangroven als Rastplatz.

In der Gezeitenzone, die täglich von Ebbe und Flut beeinflusst wird, leben vor allem Muscheln. Sie heften sich an die Wurzeln der Mangroven. 

Unter Wasser ist die Artenvielfalt am größten. Dort leben Krebse, Weichtiere und viele andere kleine Lebewesen. Zwischen den Wurzeln leben außerdem über 3000 Fischarten. Da sind rund 10 Prozent aller bekannten Fischarten. Etwa die Hälfte der Fischbestände an tropischen Küsten ist auf Mangroven angewiesen. Vor allem junge Fische profitieren von den geschützten Bereichen zwischen den Wurzeln. Dort finden sie ausreichend Nahrung und Schutz vor Fressfeinden. Nahrungsgrundlage der Fische sind vor allem die Algen und Schwämme an den Wurzeln.

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 Der Schutz der Mangroven ist eine der wichtigsten Chancen im Kampf gegen die Klimakrise und den Verlust der Artenvielfalt.

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OroVerde-Mitarbeiterin Laura Krings

Warum sind die Mangroven in Gefahr?

Mangrovenwälder sind durch verschiedene Faktoren gefährdet. Die massive Abholzung hat bereits rund ein Viertel des weltweiten Bestands zerstört. Besonders alarmierend ist, dass Mangroven bis zu fünfmal schneller verschwinden als Wälder weltweit insgesamt.

Zu den wichtigsten Ursachen zählen Aquakulturen, Landwirtschaft und die zunehmende Bebauung der Küsten. Mehr als die Hälfte der weltweiten Mangrovenzerstörung geht auf die Umwandlung in Aquakulturen zurück. Besonders häufig werden Mangroven für die Garnelenzucht gerodet.

Der Verlust der Mangroven betrifft nicht nur Tiere und Pflanzen. Viele Menschen verlieren wichtige Nahrungsquellen, Einkommen und den natürlichen Schutz vor Stürmen. Die Zerstörung der Mangroven hat deshalb ökologische, wirtschaftliche und soziale Folgen.

 

Garnelenzucht und Aquakultur bedrohen Mangrovenwälder

Die größte Ursache für die Zerstörung von Mangroven ist die Aquakultur. Besonders häufig werden Mangroven für Garnelenfarmen gerodet. Seit den 1980er-Jahren wurden dafür weltweit rund 1,4 Millionen Hektar Mangrovenwald zerstört.

Auch in OroVerdes Projektgebieten ist die industrielle Garnelenzucht eine große Bedrohung. Rund um die Laguna de Invierno El Jicarito wurden große Mangrovenflächen für Garnelenfarmen umgewandelt. Dadurch verändert sich der natürliche Wasserhaushalt der Lagune.

Nach einigen Jahren sind viele Garnelenfarmen durch Schadstoffe und hohe Salzkonzentrationen oft nicht mehr nutzbar. Häufig können dort auch keine neuen Mangroven mehr wachsen. Dadurch gehen wertvolle Lebensräume dauerhaft verloren.

Sind Mangroven vom Aussterben bedroht?

Der Klimawandel bedroht die Mangroven. Steigt der Meeresspiegel weiter an, könnten bis zum Jahr 2100 weitere 10 bis 15 Prozent der heute noch vorhandenen Mangroven verloren gehen. Mangroven wachsen nur in einem schmalen Küstenbereich zwischen Land und Meer. Deshalb reagieren sie besonders empfindlich auf Veränderungen des Meeresspiegels.

Gleichzeitig besitzen Mangroven eine besondere Fähigkeit. Mangrovenwurzeln halten Sedimente wie Sand, Schlamm und abgestorbene Pflanzenteile fest. Dadurch kann der Boden langsam wachsen und die Küste bleibt stabil. Dem steigenden Meeresspiegel wird somit zumindest teilweise entgegengewirkt.

Eine gute Nachricht ist, dass sich der weltweite Mangrovenverlust seit den 2000er Jahren verlangsamt hat. Immer mehr Menschen erkennen, wie wichtig Mangroven für die Artenvielfalt, den Küstenschutz, das Klima und die Lebensgrundlagen vieler Menschen sind.

Trotzdem gehen weiterhin Mangrovenwälder verloren. Um dieses wichtige Ökosystem langfristig zu erhalten, müssen wir Mangroven schützen und zerstörte Flächen wiederherstellen.

Mangrovenschutz in Honduras

In vielen Mangrovenstaaten fehlen finanzielle Mittel, der politische Wille oder Regularien für den Umgang mit Müll, Schadstoffen und Abwässern. Es gibt kein funktionierendes Abfallmanagement und die Bevölkerung ist häufig nicht für Umweltthemen sensibilisiert. Die Kontamination der Gewässer und Plastikabfälle gefährden jedoch ganze Ökosysteme: Mangroven, Korallen und das Meer insgesamt.

Das OroVerde-Projekt im Golf von Fonseca in Honduras hat sich als Ziel gesetzt, die Mangrovenwälder zu erhalten, die Wasserqualität zu überwachen und zu einem funktionierenden Abfallmanagement in der Region beizutragen. Damit wird nicht zuletzt die Lebensgrundlage der lokalen Fischerfamilien gesichert.

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Für uns hat der Golf von Fonseca eine sehr große Bedeutung, denn im gesamten Golf gibt es Mangrovenwälder, die die Grundlage des Lebens sind. Von den Ressourcen, die wir aus ihnen beziehen, bis hin zu dem Sauerstoff, den wir atmen.

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Silvia Quevedo Berrios - Schutzgebietsaufseherin in Los Delgadito

Mangroven schützen mit Menschen vor Ort

Die Bewahrung von bestehenden Wäldern ist der wirksamste Schutz für Mangroven. Ein intaktes Ökosystem zu erhalten ist einfacher und erfolgreicher, als einen zerstörten Mangrovenwald später wieder aufzubauen. Wo Mangroven bereits zerstört wurden, können Wiederaufforstungsprojekte helfen, den Lebensraum Schritt für Schritt zurückzubringen.

Um gute Bedingungen für eine Aufforstung zu schaffen, muss vor allem auf die Gegebenheiten vor Ort geachtet werden. Dabei sollten nur einheimische Mangrovenarten gepflanzt werden, die an Klima, Boden und Wasserverhältnisse angepasst sind. Außerdem ist es wichtig, verschiedene Arten zu verwenden. So entstehen artenreiche Wälder statt anfälliger Monokulturen.

Der Schutz der Mangroven gelingt nur, wenn viele Akteure zusammenarbeiten. Deshalb verbindet unser Mangrovenprojekt in Honduras Wissenschaft, Politik und lokale Gemeinden. Gemeinsam mit der Universität in Honduras überwachen wir die Wasserqualität und schaffen eine wichtige Datengrundlage für den Schutz der Mangroven. Gleichzeitig arbeiten wir mit politischen Partnern daran, das Abfallmanagement in der Region zu verbessern.

Bei der Wiederaufforstung verwenden wir ausschließlich einheimische Mangrovenarten. Ein Monitoring-System dokumentiert ihre Entwicklung. Gleichzeitig beziehen wir die lokale Bevölkerung aktiv ein. So schaffen wir die Grundlage für einen langfristigen Schutz der Mangroven.

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Mangroven und Klima schützen!

FAQ Mangroven

Mangroven sind Bäume und Sträucher, die an tropischen und subtropischen Küsten wachsen. Sie vertragen Salzwasser und leben dort, wo Land und Meer aufeinandertreffen, zum Beispiel an Flussmündungen und Küstenlagunen. Mit ihren besonderen Wurzeln bieten Mangroven vielen Tieren einen Lebensraum und schützen Küsten vor Erosion und Stürmen.

Mangroven wachsen an tropischen und subtropischen Küsten mit ganzjährig warmem Wasser. Die größten Mangrovengebiete liegen in Asien, besonders in Indonesien. Weitere Vorkommen gibt es in Afrika, Mittel- und Südamerika, der Karibik sowie im Norden Australiens. Weltweit bedecken Mangroven nur etwa 137.600 Quadratkilometer und gehören damit zu den seltensten Waldökosystemen der Tropen.

Mangroven gehören zu den wichtigsten Küstenökosystemen der Erde. Sie bieten vielen Tierarten einen Lebensraum, schützen Küsten vor Stürmen und Erosion und speichern große Mengen Kohlenstoff. Gleichzeitig sichern sie die Lebensgrundlage vieler Menschen, zum Beispiel durch Fischerei und Küstenschutz.

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Hier geht es zu den vollständigen Quellen dieser Seite. 

Letzte Überarbeitung 16.07.2026

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