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Neues Schutzprojekt in Surinam

Gleich zu Beginn dieses Jahres startete ein neues Projekt im Süden Surinams. Dort unterstützt OroVerde in Zusammenarbeit mit Conservation International-Suriname zwei indigene Gemeinden bei der Selbstverwaltung und Überwachung des Regenwaldes in ihren Gemeindegebieten sowie beim Aufbau nachhaltiger Einkommensquellen.

Ein Beobachtungsteam des Conservation International-Suriname in Alalapadu. © Conservation International-Suriname

Ein Team des OroVerde-Partners Conservation International-Suriname begutachtet und erfasst den Baumbestand in Alalapadu.

Surinam ist eines der waldreichsten Länder der Erde und sehr viele der Waldgebiete sind noch unberührt. Doch auch hier sind die Wälder einem immer größer werdenden Druck durch wirtschaftliche Nutzung ausgesetzt. Allem voran bedrohen illegale Goldminen die noch intakten Ökosysteme durch Abholzung und Vergiftung der Flüsse. Aber auch illegale Holzfäller und Wilderei stellen ernsthafte Bedrohungen dar. Dies gefährdet auch, die im Amazonasgebiet im Süden Surinams lebenden indigenen Gemeinschaften der Trio und Wajana, da sie in hohem Maße für ihre Grundbedürfnisse vom Wald abhängig sind. Dennoch haben sie nur begrenzt Einfluss auf die Zukunft des Waldes, in und von dem sie leben.

Durch Stärkung der Selbstverwaltung die Zerstörungen Waldes verhindern

Ein wichtiger Schritt hin zu einer stärkeren Selbstverwaltung wurde gegangen, indem die Organisation der indigenen Völker in Surinam (OIS) zusammen mit verschiedenen Umweltschutzorganisationen eine Erklärung erarbeitete und unterzeichnete, in der sich die Gemeinschaften verpflichten, ihren Wald zu schützen und klare Richtlinien für den Schutz von 7,2 Millionen Hektar (ha) unberührten Tropenwaldes in Südsurinam gegenüber der Regierung einfordern.

Die Erklärung hat keine rechtliche Verbindlichkeit, wird aber vom Staat als Willensbildung der indigenen Gemeinschaften respektiert. In der reformierten Version des Naturschutzgesetzes, die 2020 in Kraft trat, wird ein Co-Management des Staates zusammen mit den indigenen Gemeinschaften vorgesehen. Dies bedeutet, dass das Land weiterhin in Besitz des Staates bleibt, jedoch entsprechend der Vorstellungen der dort lebenden indigenen Gemeinschaften – und von diesen – verwaltet wird. Vertreten werden die Gemeinschaften von einem Rat, in dem gewählte Vertreter aller Gemeinden sitzen, dem TRIJANA-Rat.

Auf Basis dieser Selbstverwaltung werden im Rahmen des Projektes mit den Gemeinden Naturschutzabkommen verhandelt und ein Überwachungssystem der Gemeindegebiete aufgebaut und weiterentwickelt. Die dabei gewonnenen Daten können im Falle von illegalen Aktivitäten an die zuständigen Behörden weitergeleitet werden. Dies bietet den Gemeinden einen wichtigen Schutz vor Zerstörungen ihres Waldes von außerhalb. Auf diese Weise werden 635.000 ha Regenwald überwacht.

Mit Paranussöl und Zierfischhandel alternative und nachhaltige Einkommensmöglichkeiten schaffen

Ein weiteres wichtiges Ziel des Projektes ist es, für die indigene Bevölkerung alternative, nachhaltige Einkommensmöglichkeiten zu schaffen, die es ihnen ermöglicht selbstbestimmt zu leben und hilft, die Hinwendung zu zerstörerischen Einkommensmöglichkeiten zur Sicherung der Existenz zu verhindern.

Dabei wird in der Gemeinde Alalapadu eine bereits gegründete wirtschaftliche Initiative zur Produktion von Paranussöl mit Schulungen zu Qualität, Hygiene und Unternehmensführung unterstützt. Zusätzlich wird sie zu einer Stiftung zur nachhaltigen Entwicklung der Gemeinde weiterentwickelt, die durch die erwirtschafteten Gewinne durch den Verkauf des Öls Maßnahmen finanziert, die die Lebensbedingungen verbessern. Welche Maßnahmen das sind, entscheidet die Gemeinschaft gemeinsam und demokratisch.

In der Gemeinde Tepu wird eine Initiative neu gegründet, die sich auf den nachhaltigen Fang und Handel von Zierfischen spezialisiert. Diese werden bereits gefangen und verkauft, was jedoch nicht nachhaltig erfolgt. Die Mitglieder der neu zu gründenden Initiative erhalten spezielle Schulungen zum Fang und der Pflege der Fische, die es ihnen ermöglicht nachhaltig zu arbeiten, damit der Fischreichtum erhalten bleibt. Dies wird mit einem intensiven Monitoring-Programm begleitet und sichergestellt.

Aussicht auf Schutz eines einmaligen Gebietes

Das Projekt bietet die Möglichkeit ein noch fast unberührtes Stück Regenwald zu schützen und die indigene Bevölkerung auf ihrem Weg zu einer nachhaltigen Fortentwicklung ihrer Lebensart zu unterstützen, um diesen einmaligen Ort zu erhalten.

 

 

 

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