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Filmclips zur COP

Das OroVerde-Praxisprojekt mit jungen Erwachsenen aus NRW findet vom 13. bis 17. November 2017 statt. Sie erhalten während dieser Zeit Tagebucheinträge über den Verlauf des Projektes und die Aktionen der Jugendlichen während der Aufbereitung der Filmclips und Nachrichtensendungen. Schauen Sie vorbei!

Tag 1: Einführung in das Thema Regenwald & Klima

Der erste Tag des Projektes mit 15 Jugendlichen aus NRW begann natürlich mit Anreise und Organisatorischem. Doch das hat ja noch nichts mit dem Projekt an sich zu tun. Also starteten wir mit einer stimmungsvollen Präsentation zur Faszination Regenwald. Ausdrucksstarke Bilder und Musik zeigten die Vielfalt und Biodiversität des Regenwaldes in ihrer ganzen Pracht. Aber auch Bedrohungen für diese Vielfalt wurden bebildert: Abholzung z.B. zur Produktion von Papier oder Brandrodung zur Gewinnung von Fläche. Ein Ratequiz zur Artenvielfalt brachte die Teilnehmenden schnell in die richtige "Regenwald-Stimmung". Nach dem Prinzip "eins, zwei oder drei" wurde aktiv nach der richtigen Antwort gesucht. Viele Infos zu den Bewohnern der Regenwälder wie z.B., dass Kolibris auch rückwärts fliegen können, waren für die Teilnehmenden neu!

Regenwald & Klima: ein Thema

Doch was hat Regenwald mit dem Klimawandel zu tun? Diese Frage wurde anschließend beantwortet. Die Jugendlichen erfuhren im OroVerde-Klimaclip warum Wälder - und besonders Regenwälder - für unser Klima so enorm wichtig sind: Klima ist nämlich nicht das Gleiche wie das Wetter. Ein Klimawandel findet nämlich erst dann statt, wenn Temperatur, Niederschlag und Wind sich durchschnittlich über einen Zeitraum von mindestens 30 Jahren verändern. 

Weiter ging es mit einem neuen Thema. Ein Dozent der sk Stiftung Jugend und medien gab Einführung zu Filmformaten und Filmtechnik. Drei Formate wurden beispielhaft vorgestellt: Eine Reportage, Video-Blogs oder Beiträge eignen sich hervorragend, um die Eindrücke auf der COP23 einzufangen! Außerdem ging es darum, den Jugendlichen für ihren eigenen Dreh zu vermitteln, worauf man z.B. die Kamera fokussiert, welche Haltung man als Interviewer einnimmt, wer in der Kamera zu sehen sein sollte und welche Tricks es gibt, um einen professionellen Film zu erstellen.  

Damit neigte sich der erste - kurze - Tag dem Ende zu. Die Teilnehmenden bekamen die Hausaufgabe, sich in Gruppen einzuteilen und für eines der drei Formate zu entscheiden. Sodass am nächsten Tag gleich in den Gruppen losgelegt werden kann.

Wir sind gespannt, welche Themenfelder die Jugendlichen in den spannenden Formaten umsetzen werden...

Filmprojekt zur COP23
Filmclips zur Klimakonferenz

Tag 2: Filmen auf der COP

Der zweite Tag stand unter dem Stern: Praxisübung. Nachdem die Jugendlichen sich am Vorabend in Gruppen eingeteilt hatten und über die Formate nachgedacht hatten, die sie gerne in ihren Clips umsetzen möchten, stiegen wir mit einer Praxisübung ein.

Jede der fünf Gruppen bekam ein Kurzbriefing mit Hintergrundinformationen zu einem Themenfeld (die globale Weltgemeinschaft, unser Konsum und das Klima, Klima und Regenwald, die Klimakonferenz 2017 und die Klimakonferenz - Geschichte und Funktion) zur Bearbeitung (diese Briefings sind teil des Materialheftes zur COP "Die Klimakonferenz und ich?!". Die Übung hieß: Testet euer Filmgeschick, lernt die Kamera kennen und bereitet die Inhalte z.B. als Interview, Nachrichtensendung oder Kurzbericht auf. Die Gruppen begannen ihre Arbeit und stellten schon beim Aufstellen des Stativs fest, dass es nicht so einfach ist, ein gutes Bild zu bekommen. Wie das wohl wird, wenn sie später in der Rheinaue auf unebenem Boden stehen?
Nach den ersten Übungen kam unsere Interviewexpertin ins Spiel, sie erzählte den Jugendlichen welche Formen des Interviews es gibt, worauf man achten muss, wenn man jemanden interviewt und wie Fragen entwickelt und anschließend gestellt werden sollten.

Klimakonferenz mit Jugendlichen
Filmprojekt zur Klimakonferenz

Bula, dürfen wir ein Interview mit Ihnen führen?

Bula heißt übrigens "Willkommen" auf Fitschi (die offiziellen Gastgeber der COP23). In der Rheinaue machten sich die Jugendlichen gleich auf die Suche nach gutem Bildmaterial. Denn sie hatten gelernt, dass ein Beitrag im TV über ein Thema immer aus vielen zusammengeschnittenen Bildern besteht. Das ist wichtig, um das Gesagte zu bebildern und die Aussagen z.B. in einem Interview zu unterstreichen. Sie filmten die Eingangszone der Bula und Bonn Zone (in diese zwei Zonen ist das Geländer der COP23 in der Rheinaue aufgeteilt), machten Übersichtsaufnahmen der Zeltstadt und schauten sich nach ersten potentiellen Interviewpartnern um.

Die Gruppen führten schließlich mindestens ein Interview mit einem Delegierten oder Abgeordneten, die sich auf dem Gelände der COP tummelten. Die Jugendlichen waren begeistert von der Stimmung, die auf dem Gelände herrscht: "eine internationale Aura kann man hier spüren". Allein während des Durchschlenderns hörten sie viele Sprachen, sahen Nationalitäten aus aller Welt und waren Teil des geschäftigen Treibens auf dem Gelände.

Der erste Tag mit der Kamera in der Hand lief gut. Hatten die Jugendlichen doch morgens die Kameras zum ersten Mal in den Händen gehalten, waren sie nachmittags schon richtig in Action. Wir sind gespannt, was morgen noch gedreht wird und welche Menschen zum Thema Klimakonferenz vor die Kamera kommen.

Filmclips zur COP mit Interviews
Interviewführung für den COP-Film

Tag 3: Was sagen die Bürger?

Am heutigen Tag lernten die Jugendlichen wie ein Film überhaupt geschnitten wird. Worauf sie achten müssen, wenn sie Bilder und Töne schneiden und z.B. einen Ton über ein Bild legen. Denn wenn man Bilder in einem Video schneidet, muss man auf einiges mehr achten als bei einem Tonschnitt. Schnitte sind bei Bildern schneller sichtbar, sodass man sich einigen Tricks bedienen muss, um Schnitte zu verdecken. Einer davon: Ein Interviewton wird über Bilder gelegt, die das Thema des Gesprächs bebildern, ohne den Interviewpartner oder Sprecher direkt zu zeigen. Das wird häufig in Reportagen und Beiträgen genutzt. Das macht den Film nicht nur spannender anzusehen, sondern gibt im Schnitt die Möglichkeit Texte zu nutzen, die nicht bildgewaltig oder qualitativ sind.

Die Jugendlichen bekamen nur eine kurze Einführung in das Programm, denn sie sollten ihre Fähigkeiten direkt während des Schnittes testen. Und das taten sie: die eigenen Filmclips vom Vortag auf dem COP-Gelände in der Bonner Rheinaue wurden gesichtet und erstmals geschnitten. Dabei schnitten die Jugendlichen nicht nur Teile aus dem Film heraus, fügten andere hinzu und setzen Bilder zusammen. Texte wurden überlagert und Musik zur Untermalung gesucht.

Erstes Interview

Außerdem bereiteten sich die Jugendlichen auf ihre ersten Interviews vor. Zusammen mit der Kommunikationsfachfrau der sk stiftung jugend und medien erarbeiteten sie die Profile ihrer Interviewpartner und entwickelten im Team erste Fragenentwürfe. Die Fragen wurden geprüft, vor allem auch auf die mögliche Antwort hin. Denn was will man eigentlich vom Interviewpartner wissen? Welche Fragen muss man stellen, um eine Antwort und roten Faden für sein Thema zu erhalten. Welche Antwortmöglichkeiten gäbe es auf die gestellte Frage noch, außer die, die man sich ersinnt? Eine wichtige Grundlage, die es gilt zu prüfen und auszuprobieren.

Und dann kam das erste Interview für gleich zwei Gruppen. Mit unserer Teamleitung für die internationalen Projekte bei OroVerde Dr. Elke Mannigel sprachen die Jugendlichen über die Rolle von NGOs (Nicht Regierungsorganisationen) bei der Klimakonferenz und die Verantwortung der Industrieländer gegenüber finanzschwachen Ländern (wie den Tropenländern) im Kampf geben den Klimawandel. Interessante Themen, zu denen es viel zu sagen gab. Ein toller Start!

Straßenumfragen mit Bonner Bürgern

Natürlich durften auch O-Töne in den Filmclips nicht fehlen. Und so gingen die Jugendlichen auf die Straße, um auch dort einige Menschen nach ihrer Meinung zu fragen. Eine Gruppe wollte z.B. wissen, was jeder einzelne für den Klimaschutz tun kann, und was die Passanten schon selber alltäglich tun? Eine andere Gruppe suchte nach Antworten auf die Frage, ob die Menschen etwas von der COP23 in ihrer Stadt mitbekommen haben und was sie eigentlich über diese Veranstaltung wissen? Einige schöne Stimmen konnten die Jugendlichen dabei einfangen und in ihren Filmclips als Meinungsbild einbauen.

Filmclips zur Klimakonferenz
O-Töne für die COP-Filmclips

Tag 4: Schnitt hoch 10

Filmclips schneiden und vertonen
Filme schneiden mit einem Schnittprogramm
Filmsequenzen in einem Schnittprogramm für Filme

Auch, wenn zu Beginn des vierten Tages unseres Filmprojektes nicht alle Drehs abgeschlossen waren, hieß es heute schneiden, schneiden schneiden! Denn bei allem Spaß die Filmaufnahmen zu produzieren, mussten die Jugendlichen ihre Schnitte finalisieren. Morgen ist schon der letzte Tag. Deshalb lautete das Ziel des Tages: den Filmclip fertig schneiden, sodass morgen nur noch Feinheiten auf dem Programm stehen.

Einige Gruppen gingen heute dennoch auf die Straße, um einige O-Töne aufzunehmen und Passanten zu ihrer Meinung zu befragen. Denn oft merkt man während des Schneidens erst, welche Passagen im Film noch fehlen. Andere Gruppen benötigten aus demselben Grund noch Schnittbilder zur Bebilderungen z.B. von Interviews und fuhren ein weiteres Mal in die Rheinauen zur Zeltstadt der Klimaverhandlungen. Letzte Interviews wurden ebenfalls noch geführt: 3 Vertreterinnen der JBZE (Jugendbündnis Zukunftsenergie) stellten sich den Fragen einer Gruppe, die sich mit dem Thema Jugend im Klimaschutz beschäftigt.

Texten will gelernt sein

Im Mittelpunkt stand heute außerdem das Texten von Moderationstexten für die Filmclips. Denn nicht alle Tonsequenzen sind in ein Interview oder V-blog eingebunden. Manche Texte werden z.B. über Bilder gesprochen, die dem Zuschauer einen ersten Einblick in das Thema vermitteln und das gesprochene so bebildern. Doch das Schreiben solcher Texte will gelernt sein. Viel Information muss in kurzen, präganten Sätzen stecken. "Man muss schreiben wie man spricht", gibt Kommunikationstrainerin Susanna Biskup zu bedenken. Sonst klingt es später im Film viel zu hochgestochen und unnatürlich.
Alle Texte wurden im Idealfall auf die fertigen Filmsequenzen eingesprochen, damit später beides miteinander harmonisiert. Aufgenommen wurden die Texte mit einem hochempfindlichen Mikrofon, welches man z.B. auch zur Aufnahme von Songs nutzt.

Schließlich hatten alle Gruppen ihre Aufnahmen im Kasten und konnten sich vollends dem Schnitt von Musik, Ton und Bild widmen. Ein Tag, an dem man nur konzentriert rauchende Hinterköpfe vor flimmernden Bildschirmen sieht. Die Jugendlichen lassen sich durch nichts aus der Ruhe bringen und sind so konzentriert, dass die Mittagspause einfach ausfiel. Das ist Engagement!

Tag 5: Filme wie im TV

Der heutige und letzte Tag des Filmprojektes zur Klimakonferenz ist ein kurzer gewesen. Die letzten Feinheiten und Effekte musste an den Filmen noch glattgezogen werden, damit am Ende ein(e) professioneller Beitrag, Vlog oder Reportage dabei herauskommt.

Es wurden z.B. Untertitel für englische Texte eingefügt und auch die Bauchbinden an der richtigen Stelle wurden eingeblendet. Bauchbinden sind die kleinen Infos zur Person, die im Bild zu sehen sind (z.B. bei einem Interview). Name der Person, Name der Organisation und Tätigkeitsfeld sind die häufigsten Hinweise auf die sprechende Person im Film.
Außerdem fehlten bei den Filmen noch der Abspann mit wichtigen Infos zum Urheber, Förderer und der Musikverwendung. Ja, auch so etwas gehört zu einem professionellen Film! Denn die Jugendlichen hatten sich Gema-freie Musik aus dem Netz für ihre Filme heruntergeladen - die muss aber natürlich auch entsprechend ihrer Lizenz am Ende des Films gut sichtbar genannt werden. Einige Dinge waren also am Abschluss doch noch zu tun!

Nachdem alle Filme gespeichert waren, kam der große Moment: die Präsentation der fertigen Filme! Keiner ist wie der andere. Jede Gruppe hat ihren Clip auf eigene Weise umgesetzt und ganz unterschiedliche Themenfelder rund um das Thema Klimakonferenz beleuchtet. Es ist ein echter Spaß, die Filme zu bestaunen. Stellt man sich vor, dass die Clips in 5 Tagen entstanden sind ohne Vorwissen!!! Eine echt tolle Leistung, wir sind begeistert und die Jugendlichen ebenfalls. Mit Stolz verließen sie unser Filmprojekt zur COP23!

Schauen Sie sich die Filme demnächst auf dem OroVerde-Youtube-Kanal an oder gleich hier.

Abspann bearbeiten im Schnittprogramm
Die Jugend fordert: schütz das Klima