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Palmöl bald nicht mehr Bestandteil von Biodiesel

Beimischung von Palmöl zum Diesel will die EU-Kommission nicht länger als Erneuerbare Energie fördern

Die Tropenwaldstiftung OroVerde begrüßt die Entscheidung der EU-Kommission vom 13. März 2019, nach der die Beimischung von Palmöl zum Diesel als nicht nachhaltig eingestuft wird. Zudem wurden in dem Beschluss vorherige Schlupflöcher weitgehend geschlossen, die eine Nutzung von Palmöl im Tank weiter ermöglicht hätten. Damit wird Palmöl im Verkehrssektor nicht länger über die Erneuerbare-Energien-Richtlinie (RED) der EU gefördert. Für OroVerde und andere Umweltverbände bedeutet diese Entscheidung einen Schritt in Richtung mehr Klima- und Naturschutz und somit mehr Regenwaldschutz. Bis es soweit ist, dauert es aber noch etwas: Die EU-Kommission wird die Verwendung von Palmöl in Dieselkraftstoff ab 2023 schrittweise reduzieren und bis 2030 soll sie beendet sein.

Dr. Volkhard Wille, Vorstand von OroVerde: „Der Anbau von Palmöl führt insbesondere in Südostasien zur Abholzung großflächiger Regenwaldgebiete und kann daher keinen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Indonesien gilt durch die (Brand-)Rodungen von Tropenwald für Palmölplantagen als drittgrößter Klimasünder weltweit.“

Nach der Erneuerbare-Energien-Richtlinie (RED) der Europäischen Kommission müssen die Energieträger für Biotreibstoff nachhaltig produziert sein, sonst dürfen sie weder staatlich gefördert noch auf die nationalen Erneuerbare-Energien-Ziele angerechnet werden. Das führte zu einer erhöhten Nachfrage nach nachhaltig zertifiziertem Palmöl. Jedoch ist ein „nachhaltiger“ Anbau nicht immer mit einem „ökologischen“ Anbau gleichzusetzen. Das ist ein Grund, weshalb vielen Naturschutzorganisationen, darunter auch OroVerde, die Mindeststandards des sogenannten Round Table for Sustainable Palmoil (RSPO), einer Initiative aus Unternehmen und Institutionen aus der Wertschöpfungskette des Palmöls, Umweltverbänden, Investoren und Banken, nicht weit genug gehen. 

Wille ist erleichtert, dass auch die EU-Kommission endlich erkannt hat, dass Palmöl nicht nachhaltig ist und somit nicht mehr gefördert wird. „Das ist ein Schritt in die richtige Richtung. Jetzt muss als nächstes auch Sojaöl als ein wesentlicher Verursacher weltweiter Entwaldung aus dem Biodiesel verbannt werden“, so Wille.

In Deutschland werden jährlich 1760 Schwimmbäder voll Palmöl verbraucht.

OroVerde informiert auf den Verbrauchertipps-Seiten zu Palmöl ausführlich über die Hintergründe und Folgen des Anbaus von Ölpalmen und die Bedeutung der starken Nachfrage. Das Erstellen der Online-Verbrauchertipps wird gefördert durch ENGAGEMENT GLOBAL aus Mitteln des BMZ.

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