Ein Bauer in seinem Waldgarten ©Herbert Dohlen

Einkommen aus dem Regenwald

mit Kaffee und Kakao in der Dominikanischen Republik

Mit Kaffee und Kakao den Regenwald retten? Ja, das geht – wenn die Produkte nachhaltig angebaut und zu fairen Preisen verkauft werden, schützt dies auch den Regenwald. Wie in der Dominikanischen Republik, wo OroVerde Kleinbäuer*innen dabei unterstützt, nachhaltige Anbaumethoden einzuführen, die Produkte mit hoher Qualität weiterzuverarbeiten und zu fairen Preisen zu vermarkten. 

Die nachhaltige Landwirtschaft bietet viele Vorteile

Landwirtschaft gehört mit Abstand zu den größten Treibern der Regenwaldzerstörung. Zugleich kann nachhaltige Landwirtschaft mit Kaffee oder Kakao, wie etwa in biodiversen Waldgärten (Agroforstsystemen), zur Rettung der Tropenwälder beitragen.

Anstelle von konventionellem Anbau, der häufig die Böden auslaugt und zu immer mehr Rodung von Regenwald für neue Anbauflächen führt, entstehen biodiverse, artenreiche Waldgärten (Agroforstsysteme). Sie erhalten die Bodenqualität, dienen als CO2- und Wasserspeicher sowie als Lebensraum für zahlreiche Tiere und Pflanzen. Sie sind stabiler gegenüber Schädlingen oder auch Extremwetterereignissen, die im Zuge des Klimawandels vermehrt auftreten. Der Nutzungsdruck auf die Wälder wird verringert und die Familien erhalten eine zusätzliche Einkommensquelle und vielfältigere Ernährung z. B. mit Bananen, Maniok, Zitrusfrüchte oder auch Ananas.

Doch regenwaldfreundlicher Anbau statt Regenwaldzerstörung muss sich auch für die Menschen vor Ort lohnen.

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für nachhaltige Landwirtschaft in der Dominikanischen Republik

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Bessere Vermarktung eigener Produkte aus dem Regenwald

Bereits seit vielen Jahren arbeitet unsere Partnerorganisation Centro Naturaleza in der Dominikanischen Republik mit ländlichen Gemeinden in der Kaffee- und Kakaoproduktion in Agroforstsystemen. Nun wollen wir einen Schritt weitergehen und mit den Kleinbäuer*innen entlang der Lieferkette auch an Vermarktungsstrategien arbeiten, die diesen Mehrwert der Produkte für den Regenwald auch abbilden.

Die Projektgebiete in der Dominikanischen Republik:

Die Projektgebiete im Nordwesten des Landes zählen zu den ärmsten Gebieten in der Dominikanischen Republik und sind geprägt von der Landflucht junger Bevölkerungsgruppen. Die Menschen haben besonders unter den ökologischen, ökonomischen und sozialen Auswirkungen, zum Beispiel der lang anhaltenden Dürreperiode 2018/2019, zu leiden.

Dabei bilden die großen Waldgebiete des Wassereinzugsgebiets Mao wichtige CO2-Speicher und sind Wasserlieferanten für die gesamte Region. Sie sind aber durch illegalen Holzeinschlag, Brandrodung, Anbau in erosionsgefährdeten Gebieten und Überweidung gefährdet.

Die Verarbeitung und Vermarktung von Kaffee und Kakao

Bei Kaffee und Kakao fehlt es noch an der lokalen Infrastruktur für die weitere Verarbeitung und Vermarktung, sodass die Ernte wegen hoher Abhängigkeiten von Zwischenhändlern nur zu niedrigen Preisen verkauft werden können. Die Produzent*innen haben sich bereits in Organisationen zusammengeschlossen, um ihre Stellung auf dem Markt zu verbessern und ihre Verhandlungsposition zu stärken. Dennoch bleibt es bisher schwierig, den Kaffee und Kakao, der in den Agroforstsystemen heranwächst, wirklich gewinnbringend zu verkaufen. 

Durch eine Wertsteigerung der Produkte können die Einnahmen der örtlichen Familien gesteigert und deren Lebenssituation verbessert werden.  

Was wir tun:

  • Förderung des nachhaltigen Anbaus von Kaffee und Kakao in biodiversen Waldgärten (Agroforstsystemen). Begleitende Maßnahmen zum Anlegen von Hausgärten und Baumschulen, Aufforstungen und Bildungs- und Aufklärungsarbeit in den Gemeinden werden durchgeführt. 
  • Es wird besonders darauf geachtet, die Rolle der Frauen in den Gemeinden durch lokale Frauengruppen zu stärken und sie in Entscheidungsfunktionen der Produzentenorganisationen einzubeziehen.
  • Vor Ort werden sog. „Promotores“, also lokale Unterstützer*innen, ausgebildet, um Fachkenntnisse zur Anlage und Pflege der Agroforstsysteme, aber auch zur Verarbeitung der Produkte in den Gemeinden selbst zu verankern und weiter zu geben. Dabei werden zusätzliche Produzent*innen in den Gemeinden für den nachhaltigen Anbau durch Agroforstwirtschaft gewonnen. 
  • Mit wachsenden Erntemengen der Produzentenorganisationen ergeben sich neue Vermarktungsmöglichkeiten.
  • Um eine hochwertigere Verarbeitung und bessere Vermarktung zu ermöglichen, treten die Produzent*innen in direkten Austausch mit Unternehmen des Kaffee- und Kakaosektors. Dieser Austausch dient dazu, Verständnis für die Erwartungen und Bedürfnisse anderer Marktteilnehmer*innen entlang der Lieferkette zu schaffen sowie die Produzent*innen in der Qualitätssteigerung der Produkte und anschließenden Vermarktung zu fördern.  
  • So werden konkrete Handlungsempfehlungen zur Förderung und Verbreitung dieses Ansatzes auf lokaler, regionaler und nationaler Ebene erarbeitet. Nach dem Prinzip: Dialoge öffnen, Synergien schaffen und voneinander lernen.
     
Das Ziel

Der Anbau von Kaffee und Kakao in artenreichen Waldgärten wird zum Schutz der Regenwälder gefördert. Kleinbäuer*innen erhalten ein besseres Einkommen durch eine hochwertigere Verarbeitung und bessere Vermarktung ihrer Produkte.

Mit Ihrer Spende helfen Sie in der Dominikanischen Republik Agrofrostsysteme aufzubauen, die den Wald vor Ort schützen und lokalen Familien ein alternatives Einkommen ermöglichen.

Hausgarten

95 Euro ermöglichen die Anlage eines Hausgartens mit Setzlingen, Geräten und einem Workshop. Das Gemüse aus eigenem Garten verbessert die Ernährung und Gesundheit der ganzen Familie. Vor allem Frauen schaffen damit ein zusätzliches Einkommen.

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Workshops

50 Euro tragen dazu bei, Workshops und Kurse durchzuführen zu Themen wie Weiterverarbeitung von Kaffee und Kakao, Qualitätssteigerung der Produkte sowie Vermarktung mit Vertreter*innen von Unternehmen incl. Material und Verpflegung.

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Weiterverarbeitung

400 Euro tragen dazu bei, eine Trocknungsanlage für Kaffee anzuschaffen. Ermöglichen Sie den Kleinbauern, ihren Kaffee wetterunabhängig zu trocknen. Die reibungslose Trocknung ist für die Qualität des Kaffees und die am Markt erzielbaren Preise besonders wichtig.

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Projektpartner

Centro Naturaleza ist eine dominikanische Nicht-Regierungs-Organisation, die seit über 30 Jahre im Bereich der nachhaltigen Landwirtschaft, dem Management von Wassereinzugsgebieten, der Umweltbildung sowie Projekten im Bereich der nachhaltigen Entwicklung in der Dominikanischen Republik aktiv ist.

Noch Fragen zum Projekt?
Birgit Abel
Ihre Ansprechpartnerin für das Projekt "Einkommen aus dem Regenwald"
Tel: 0228 24290-63
E-Mail: babel@oroverde.de
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Fotonachweis: Herbert Dohlen (Titelbild), OroVerde – Torsten Klimpel (Kaffeekirsche), ©OroVerde – I. Naendrup(Kakaofrucht, Waldgarten) ©OroVerde – J. Rüger(Kaffeeweiterverarbeitung), OroVerde – J. Ohnesorge (Workshop), OroVerde – N. Gawol (Hasugarten), Centro Naturaleza (Logo)