KlimaWald

Ökosystembasierte Anpassung an den Klimawandel

Weltweit spüren viele Menschen die heftigen Folgen des Klimawandels bereits: extreme Wetterereignisse wie Starkregen oder Hitzewellen werden immer häufiger und intensiver, der Meeresspiegel steigt und Arten sterben aus. Wasserknappheit, Ernteverluste, Überschwemmungen und Waldbrände bedrohen die Existenz von Millionen Menschen. Besonders gefährdet sind laut dem Klima-Risiko-Index kleine Inselstaaten, so auch Kuba, Dominikanische Republik und Haiti in der Karibik. Hier sind die Folgen des Klimawandels bereits heute teilweise katastrophal und drohen zukünftig schlimmer zu werden. Sie erfordern zügiges und konkretes Handeln beim Klimaschutz und der Anpassung an den Klimawandel.

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Fakten zur Spende

Genau hier setzt das Projekt KlimaWald an. OroVerde, Welthungerhilfe und lokale Partnerorganisationen erarbeiten mit betroffenen Menschen Lösungen, damit sie sich an die Folgen des Klimawandels anpassen können. Ökosystembasierte Anpassung (EbA) bedeutet in diesem Fall, dass die Ökosysteme, die den Menschen als Lebensgrundlage dienen, durch gezielte Maßnahmen nachhaltiger genutzt und dadurch auch besser geschützt werden. So bleibt die Funktionalität der Ökosysteme erhalten, und nur so bieten sie Schutz vor Erosion und Überschwemmungen, sowie wichtige Lebensgrundlagen (Nahrung, Wasser, Sauerstoff etc.) auch in Zeiten des Klimawandels.

Über eine Laufzeit von insgesamt acht Jahren hinweg soll dieses Projekt zum einen zum Erhalt der Biodiversität und dem Schutz der Wälder innerhalb des Biologischen Korridors der Karibik (CBC) beitragen. Zum anderen werden im Zuge des Projektes die Gemeinden in der Region im Hinblick auf die aktuell schon spürbaren, negativen Auswirkungen des Klimawandels dabei unterstützt, sich an eben diese Folgen anzupassen. Ihre Resilienz, d.h. die Fähigkeit der Bevölkerung mit den zu erwartenden Extremwetterereignissen zurecht zu kommen, sich von Schocksituationen zu erholen und aus den Erfahrungen zu lernen und Verhaltensänderungen abzuleiten, soll gestärkt werden.

 

 

Ziel des Projektes

Ziel des Projekts ist die Verbesserung der Lebensgrundlagen und die Erhöhung der Resilienz und der Anpassungsfähigkeit von Menschen und Ökosystemen in ländlichen Gemeinden des Biologischen Korridors in der Karibik gegenüber dem Klimawandel.  

Bei der Entwicklung der passenden, ökosystembasierten „grünen“ Anpassungsmaßnahmen werden die Bewohner der Gemeinden sowohl in die Planung als auch in die praktische Umsetzung aktiv einbezogen, um vorhandenes lokales Erfahrungs- und Fachwissen zu nutzen und auf ihre Bedürfnisse einzugehen. Gezielte Maßnahmen zur Aufforstung und Bodenverbesserung im Rahmen von angepasster Produktionstechniken und Optimierung der Wertschöpfungsketten landwirtschaftlicher, agroforstlicher und silvopastoraler Systeme werden im Rahmen der EbA-Planentwicklung identifiziert.

Insgesamt soll die Wiederaufforstung von ca. 1.550 Hektar (ha) in der Dominikanischen Republik, 1.200 ha in Haiti, und 510 ha in Kuba erreicht werden, also über 3.000 ha mit mehr als 1.000.000 Setzlingen verschiedener Baumarten. Dabei sollen insgesamt 5.500 Haushalte einbezogen werden.

Projektdaten:
Projektlaufzeit 8 Jahre (2019 - 2027) 
Finanzvolumen 20.164.500 Euro (davon 60.273 Euro Eigenbetrag von OroVerde und 19.814.227  Euro von der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI)).

Das ist ökosystembasierte Anpassung an den Klimawandel

Bei der ökosystembasierten Anpassung an den Klimawandel (Ecosystem-based Adaptation, EbA) geht es darum, die für die Menschen notwendigen Leistungen der Ökosysteme trotz Klimawandel langfristig zu erhalten und die Folgen (z.B. Dürreperioden, Hitzewellen aber auch heftigere Regenfälle und häufigere Überschwemmungen) abzupuffern. So können Maßnahmen zum Erhalt der nachhaltigen Nutzung und der Wiederherstellung von Ökosystemen dazu beitragen, die dort lebende Bevölkerung bei der Anpassung an den Klimawandel zu unterstützen. Es geht also darum, die biologische Vielfalt und die Ökosystemleistungen für die Anpassung an den Klimawandel zu nutzen. Solche Maßnahmen sind meist wesentlich kostengünstiger als „graue Infrastruktur“ und haben zudem oft weitere positive Effekte.

Ein paar Beispiele:

  • Mangrovenwälder schützen Küsten vor Stürmen und Überschwemmungen – und das ist wesentlich günstiger als der Bau von Deichen. Zudem erhöhen die Mangroven die biologische Vielfalt, und sind die Grundlage für Fische und Garnelen, die wiederum zugleich die Ernährung und das Einkommen der Menschen vor Ort verbessern. 
  • Gut bewaldete Hänge können Straßen und andere Infrastruktur vor Erosion und Erdrutschen bewahren. 
  • Agroforstsysteme können die Böden schützen und durch die größere Vielfalt verschiedener Arten das Risiko eines Ernteausfalls mindern. Der Erhalt einer größeren Vielfalt von Arten und verschiedener Gene in natürlichen und Agrarökosystem ist eine natürliche Versicherung für die Anpassung an veränderte Klimabedingungen.
Projektpartner

Projektleitung: Deutsche Welthungerhilfe e.V.

Die Welthungerhilfe ist eine der größten privaten Hilfsorganisationen in Deutschland. Die Vision der Welthungerhilfe ist eine Welt, in der alle Menschen ein selbstbestimmtes Leben in Würde und Gerechtigkeit, frei von Hunger und Armut leben können. Dafür arbeitet die Organisation in 36 Ländern und hunderten Projekten mit nachhaltigen Lösungsansätzen.

Kuba: Unidad Presupuestada de Servicios Ambientales (UPSA)

Die UPSA ist die Vertretung der nationalen Schutzgebietsbehörde CNAP in der Provinz Guantánamo auf Kuba. Sie ist mit dem Management und wissenschaftlichen Untersuchungen des Alexander-von-Humboldt-Nationalparks sowie weiteren Schutzgebieten in der Provinz betraut. 

Kuba: Centro Oriental de Ecosistemas y Biodiversidad (BIOECO)

Das kubanische Institut für Biodiversität und Ökosystemschutz BIOECO in Santiago de Cuba setzt sich mit seinen Experten dafür ein, dass die einzigartige Natur und Artenvielfalt auf Kuba geschützt wird. Sie fördern eine nachhaltige kulturelle, wirtschaftliche und soziale Entwicklung.

Dominikanische Republik: Centro Naturaleza

Centro Naturaleza arbeitet seit annähernd 30 Jahren im Bereich der nachhaltigen Landwirtschaft, dem Management von Wassereinzugsgebiete, der Umweltbildung sowie Projekten im Bereich der nachhaltigen Entwicklung in der Dominkanischen Republik.

Dominikanischen Republik: Enda Dominicana
Seit 1984 setzt sich die Nichtregierungsorganisation für besseren Umwelt- und Naturschutz in ländlichen und städtischen dominikanischen Gemeinden ein.

 

Haiti: Concertation et Action pour le Développement (Concert-Action)

 

Förderer

Dieses Projekt ist Teil der Internationalen Klimaschutzinitiative. Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und nukleare Sicherheit (BMU) unterstützt diese Initiative auf Basis einer Bundestagsentscheidung.

Die Umsetzung der Aktivitäten in den drei Ländern erfolgt durch lokale Partnerorganisationen in enger Abstimmung mit dem Koordinationsbüro der Welthungerhilfe vor Ort. Das Projektteam von OroVerde berät die Projektpartner fachlich und hilft bei der Planung und Umsetzung der Maßnahmen, sowie bei der internationalen Netzwerkarbeit zum Thema Ökosystembasierte Anpassung.

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Fotonachweis: Johannes Horstmann, OroVerde (alle Fotos aus der Dominikanischen Republik), Dirk Günther, Welthungerhilfe (Slider Haiti)

Noch Fragen zum Projekt?

Johannes Horstmann
Team Internationale Projekte
Tel.: 0228 24290-18
E-Mail: jhorstmann@oroverde.de