Spendenprojekt zum Schutz des Regenwaldes in Indonesien © OroVerde-Martin Baumann

Das Raja Ampat Archipel

Zwischen Korallen und Regenwald

Über die Baumriesen mit ihren gigantischen Brettwurzeln fliegt kreischend eine Schar Gelbhaubenkakadus, während im Dickicht der üppigen Vegetation ein Tüpfelkuskus mit seinen großen Augen müde hervorblinzelt. Wir sind in den faszinierenden Regenwäldern Indonesiens unterwegs. Ein besonders artenreiches, aber auch extrem bedrohtes Gebiet.

Regenwälder & Korallenriffe der Superlative

Das Raja Ampat Archipel vor der Küste West-Papuas in Indonesien gilt als Hotspot der biologischen Vielfalt und ist einer der letzten weitgehend intakten Naturräume weltweit. Die tropischen Regenwälder der Inseln sind Lebensraum von zahlreichen seltenen, oftmals endemischen Tier- und Pflanzenarten. Dazu gehören die gefährdeten Paradiesvogel Arten, der Blauköpfige (Cicinnurus respublica) und Rote Paradiesvogel (Paradisea rubra) zahlreiche seltene Vogelarten und insbesondere das vom Aussterben bedrohte Waigeo-Buschhuhn (Aepodius brujinii), welches nur in einem sehr begrenzten Habitat auf der Insel Waigeo vorkommt.

Auch der Waigeo-Tüpfelkuskus (Spilcuscus papuensis) kommt nur auf dieser einen Insel vor. Die vorgelagerten Korallenriffe sind nach derzeitigem Kenntnisstand die artenreichsten der Welt.

Teufelskreis der Zerstörung - Wie Tourismus und Bergbau zusammenspielen

Die Inselregenwälder sind akut bedroht durch ungeplante Siedlungs- und Tourismusentwicklung sowie große Infrastruktur- und Bergbauprojekte. Insbesondere der Bau von Straßen, um die Inseln für den Tourismus zu erschließen, schafft Zugang für den Bau neuer Siedlungen und für illegale Aktivitäten wie Holzeinschlag, Jagd und Handel mit den geschützten Paradiesvögeln und Papageien-Arten. Die lokale indigene Bevölkerung ist nur unzureichend bei relevanten Planungsprozessen und politischen Entscheidungen involviert. Dies zeigt sich zum Beispiel daran, dass lokale Gemeinden bei der Vergabe von Bergbau- oder Holzkonzessionen, bei Planung und Bau von Infrastruktur (z.B. Straßen, Flughäfen) oder der Zonierung von Naturschutzgebieten und damit einhergehender Einschränkung von traditionellen Nutzungsrechten vorher nicht konsultiert werden.

Aktuelles aus Indonesien

Waigeo: Bedroht, aber nicht verloren

Die indonesische Regenwaldinsel Waigeo ist die größte der Inseln des Raja-Ampat-Archipels in West-Papua. Hier leben zahlreiche endemische Arten wie der Waigeo-Tüpfelkuskus, der Nacktkopfparadiesvogel (auch als Blauköpfiger Paradiesvogel bekannt) und der Rote Paradiesvogel. Doch sind die noch weitgehend unberührten Regenwälder und Korallenriffe auf Waigeo akut von der Zerstörung bedroht durch:

  • illegale Abholzung
  • Straßenbau durch Schutzgebiete
  • Wilderei von Regenwald-Tieren
  • Vermüllung und Überfischung

Illegale Rodungen und Wilderei drohen das ökologische Gleichgewicht in diesem Regenwald-Gebiet zu zerstören. Ein waldvernichtendes Straßenbauprojekt ist gestartet, bei dem die 700 km lange Ringstraße sogar teilweise durch die Regenwald-Schutzgebiete auf Waigeo führen soll. Internationale Rodungsfirmen, die die finanzielle Abhängigkeit der Inselgemeinden ausnutzen, holzen die wertvollen Bäume im Regenwald schonungslos ab. Auch viele Bewohner der Inseln verkaufen aus Armut das Holz ihres Landes und vernichten so ihre eigene Lebensgrundlage, den Regenwald. Die Bewohner des Archipels sind größtenteils Selbstversorger und haben nur ein geringes Einkommen. Der Gewinn durch den Holzverkauf wird z.B. für die Finanzierung des Schulbesuchs der Kinder aufgebracht.

Projektbeschreibung Raja Ampat

Das Projekt von OroVerde und Fauna & Flora International in Zusammenarbeit mit lokalen indigenen Organisationen widmet sich der Anerkennung von traditionellen Waldrechten und das partizipative Management der Naturschutzgebiete in Raja Ampat. Es unterstützt außerdem den Dialog zwischen lokalen Gemeindevertretern und der lokalen Regierung, um den Straßenbau durch die Paradiesvogel-Wälder zu verhindern. Durch die Projektmaßnahmen wird die nachhaltige Entwicklung lokaler Gemeinden gestärkt, indem unter anderem lokale alternative Einkommensquellen geschaffen werden und insbesondere gemeindebasierter Ökotourismus gefördert wird. Früheren Vogelhändlern in den Dörfern wird die Alternative geboten, als Vogelführer zu arbeiten. Dadurch haben sie ein Eigeninteresse die Balzplätze der Paradiesvögel aktiv zu schützen. Durch Umweltbildung und partizipativen Naturschutz, zum Beispiel gemeinsame Patrouillen von Dorfvertretern und Rangern leistet das Projekt einen Beitrag zur Reduzierung des illegalen Holzeinschlags, der illegalen Jagd und des Tierhandels.

Wie OroVerde diesen Schatz der Artenvielfalt rettet

Der Aktionsplan für ein ganz besonderes Schutzgebiet 

Weite Teile der Insel Waigeo stehen formal unter Schutz, doch werden die Schutzbestimmungen häufig nicht wirksam umgesetzt. Deshalb arbeitet OroVerde als Experte in Sachen Regenwaldschutz gemeinsam mit den Partnerorganisationen vor Ort daran, ein wirksames Naturschutzmanagement aufzubauen und umzusetzen, z. B. durch ...

  • spezielle Weiterbildungen, die es den einheimischen Organisationen erleichtern, zukünftig Naturschutzprojekte effektiv durchzuführen. 
  • eine Aufklärungskampagne, um die Bevölkerung, Behörden und Politiker über die Folgen der geplanten Ringstraße aufmerksam zu machen (Regenwaldverlust, Erosion, Umsiedlungen) und sich für sinnvollere und nachhaltige Infrastrukturprojekte einzusetzen. 
  • Forschungsexpeditionen, um den besonderen Schutzstatus dieses Gebietes deutlich zu machen. So lebt das äußerst seltene Braunbrust-Buschhuhn nur hier in den Regenwäldern Waigeos.

Armut stoppen durch nachhaltige Entwicklung

Da der größte Schatz der Region die traumhafte Natur ist, zieht es immer mehr Touristen hierher. Vor allem Birdwatching ist sehr beliebt. Ein gemeindebasierter  Öko-Tourismus ist deshalb wichtig für den Walderhalt und sorgt für eine nachhaltige Gemeindeentwicklung. Doch dies erfordert Schulungen für die Guides, die später die Kayaktouren oder Vogelexkursionen anbieten sollen, und das notwendige Equipment (wie z. B. Ferngläser). Außerdem erhalten die Familien spezielle Workshops, um Gewürze und Tees für den Verkauf auf den lokalen Märkten in Permakulturen anzubauen, ohne Rodungen von weiteren Waldflächen und den Einsatz von Kunstdüngern.

Ausfinanziert

+++ Den Finanzierungsbedarf für das aktuelle Projekt in Indonesien haben wir bereits gedeckt! Wir freuen uns jedoch sehr, wenn Sie unsere wichtige Regenwaldschutz-Arbeit für weitere Projekte unterstützen! +++

 

Den Regenwald schützen – Ihre Spende macht es möglich!

Baumsetzlinge

25 Euro 
finanzieren fünf Baumsetzlinge – von der Baumschule bis zur Auspflanzung im Waldgarten sowie die Pflege der jungen Bäumchen in den ersten drei Jahren.

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Brandschutz

85 Euro 
finanzieren Workshops zur Waldbrandprävention sowie die Ausbildung und Ausstattung von Brand-Brigaden zum Schutz der Waldgärten und des umliegenden Regenwalds.

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Vermarktung

210 Euro 
unterstützen die Bäuerinnen und Bauern dabei, Kooperativen zu gründen und geben Hilfestellungen bei der Vermarktung ihres Regenwald-Kakaos.

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Projektpartner

In die Projektdurchführung sind unsere Partnerorganisationen in Indonesien und in Raja Ampat einbezogen:

Unser Partner Fauna and Flora International (FFI) setzt sich weltweit für den Erhalt bedrohter Arten und Ökosysteme ein und bietet nachhaltige Lösungen an, die auf wissenschaftlich fundierten Erkenntnissen aufbauen und die Bedürfnisse der Menschen vor Ort einbeziehen. Das 1996 begonnene Indonesien Programm bringt wertvolle langjährige Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit der indonesischen Regierung und zum gemeindeorientierten Wald- und Schutzgebietsmanagement in das Projekt ein.

Yaysan Nazaret Papua (YNP) ist eine lokale gemeinnützige Organisation und unterstützt seit ihrer Gründung in 2004 lokale und indigene Gemeinden auf Raja Ampat bei der Klärung traditioneller Landnutzungsrechte und in der Gemeindeentwicklung.

Die lokale Organisation Belantara Papua wurde 2005 gegründet und fördert mit ihren Aktivitäten traditionelle, kulturelle Werte und das Bewusstsein für aktuelle Umweltthemen in der lokalen Bevölkerung in West-Papua.

Förderer

Das Projekt wird gefördert durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Dennoch sind wir weiterhin auf Spenden angewiesen, um den Eigenanteil zu finanzieren.

 

 

Noch Fragen zum Projekt?

Dr. Elke Mannigel
Bereichsleiterin Internationale Projekte
Telefon: 0228 24290-12
E-Mail: emannigel@oroverde.de

Fotonachweis: FFI (Paradiesvogel, Projektarbeit)