Palmöl hat schlimme Auswirkungen auf den Regenwald und das Klima. Wir geben Tipps, wie Sie Palmöl vermeiden können.©OroVerde, A. Hömberg, istockphoto.com/gpointstudio, I. Thiebes

8 Tipps wie Sie Palmöl vermeiden

Konventionell erzeugtes Palmöl ist ein großes Problem - es zerstört die Regenwälder, die Artenvielfalt und ist schlecht fürs Klima. Um die Nachfrage an Palmöl zu reduzieren, kann jeder einen Beitrag leisten und nicht nachhaltig produziertes Palmöl so gut es geht vermeiden. Wir haben die besten Tipps für Sie zusammengefasst.

1. Setzen Sie auf frische Produkte

Palmöl ist geschmacksneutral, hitzebeständig und vielseitig verwendbar und daher in der Lebensmittelindustrie sehr beliebt. Sparen Sie Palmöl, indem Sie auf verarbeitete Produkte so gut es geht verzichten, denn diese setzen in der Regel mehr Fette ein, als sie bei frischer Zubereitung selbst benötigen würden. Das zahlt sich doppelt aus: Frische Produkte schmecken nicht nur besser, sondern sie sind auch besser für die Gesundheit. Denn in Fertigprodukten ist in der Regel nicht nur Palmöl ein Problem. Die Produkte haben insgesamt zu viel Fett, einen hohen Salzgehalt oder andere kritische Inhaltsstoffe. 

2. Fahren Sie mit dem Rad oder dem ÖPNV

Sie können also viel erreichen, wenn Sie mit dem Rad oder dem ÖPNV fahren und das Auto stehen lassen. Denn der größte Teil des importierten Palmöls wird bei uns für Biodiesel verbraucht. Dabei wird dem fossilen Dieselkraftstoff aus Ölpflanzen hergestellter Biokraftstoff beigemischt. Warum Biodiesel aus Palmöl besonders kritisch ist, erklären wir auf unserer Biodiesel-Seite.

3. Werden Sie aktiv für entwaldungsfreie Lieferketten

Alle 90 Sekunden verschwindet in den Tropen eine Regenwaldfläche von der Größe eines Fußballfeldes allein für Exporte in die EU. Als Teil des Aktionsbündnis #Together4Forests fordern wir daher ein Gesetz, das die Einfuhr Regenwald-schädigender Produkte in die EU verhindert. Unterstützen Sie uns und senden Sie eine E-Mail an die Abgeordneten des Europaparlaments und machen Sie deutlich, wie wichtig Ihnen Waldschutz und nachhaltiges Wirtschaften sind!

 

4. Kochen Sie selbst

Wer sich selbst an den Herd stellt, hat es in der Hand! Sie entscheiden was auf den Tisch kommt: Werden Sie kreativ und verwöhnen Sie sich mit einer selbst zubereiteten Mahlzeit. Nutzen Sie dafür idealerweise Produkte aus ökologischem Anbau und werfen Sie einen Blick auf den Saisonkalender. Saisonales Gemüse, am besten noch aus Ihrer Region hat keine weiten Anfahrtswege und sorgt so für eine gute Klimabilanz. Nebenbei werden Sie merken, wieviel aromatischer Früchte und Gemüse sind, die auf dem Feld und an der Sonne ausreifen durften, statt halbreif geerntet zu werden und im Frachtcontainer nachzureifen.

5. Nutzen Sie Alternativen ohne Palmöl

Palmöl ist in beinahe jedem zweiten Produkt in unseren Supermärkten enthalten. Egal ob in Keksen, Schokolade oder Margarine. Viele Produkte von denen wir es gar nicht erwarten würden, enthalten Palmöl. Ihre Lieblings-Schokocreme enthält Palmöl? Kein Problem, denn mittlerweile gibt es viele Alternativen. Die Hersteller verwenden stattdessen Raps-oder Sonnenblumenöl. Auch bei Keksen, Müsli oder Tütensuppen gibt es Produkte, auf die Sie ausweichen können. Oft werben Hersteller sogar mit ihren palmölfreien Produkten. Ein Blick auf die Zutatenliste gibt in jedem Fall Aufschluss. Bei Lebensmitteln ist das zum Glück ganz einfach: Seit 2014 muss Palmöl klar deklariert sein. Wo Palmöl drin ist, steht also auch Palmöl drauf. Schwieriger wird es bei Kosmetik, Pflege- und Reinigungsmitteln.

Beachten Sie: Palmöl-Zertifikate sind zwar besser als gar nichts, aber für eine nachhaltige und ökologische Herstellung von Palmöl können die gängigen Siegel leider nicht garantieren. Lesen Sie dazu OroVerdes Position zum RSPO-Siegel, dem gängisten Mindeststandard für nachhaltiges Palmöl.

6. Kosmetika, Pflegeprodukte und Waschmittel ohne Palmöl erkennen

Auch in Wasch-, Pflege- und Reinigungsprodukten (WPR-Produkten) ist häufig Palmöl enthalten, z. B. in Lippenstiften, Haarkuren, Wimperntusche oder Duschgel. Allerdings versteckt es sich hier oft unter Bezeichnungen, die für Verbraucher kaum zu erkennen sind. Einige davon sind beispielsweise Palm Kernel Oil, Palmate, Hyrated Palm Glycerides oder Palm Stearine*.

Zur Erkennung gibt es auch Apps, wie den Code-Check. Dafür müssen Sie den Barcode eines Produktes einfach mit dem Smartphone scannen und erhalten einen Überblick über die Inhaltsstoffe.

7. Achten Sie auf Bio-Siegel!

Wenn es unbedingt Produkte mit Palmöl sein müssen, dann achten Sie auf Bio-Siegel. Der Zusatz „aus kontrolliert biologischem Anbau“ oder das „EG-Bio-Siegel“ auf der Verpackung zeigen Ihnen, dass es sich um nachhaltiges Palmöl aus ökologischer Produktion handelt. Es gibt z.B. in Ecuador oder Ghana Palmöl aus ökologischem, kleinbäuerlichem Anbau nach den Kriterien des Fairen Handels. Die GEPA und Rapunzel Naturkost nutzen dieses Bio-Palmöl in Deutschland.

8. Stellen Sie Fragen

Fragen Sie die Mitarbeitenden im Supermarkt und Einzelhandel nach Alternativen - so sensibilisieren Sie vor Ort zum Thema. Schreiben Sie die Unternehmen an, die noch Palmöl nutzen. Machen Sie deutlich, dass sie das nicht unterstützen. Stellen Sie Politiker*innen zur Rede: Fragen Sie die Verantwortlichen in Ihrem Wahlkreis nach deren Haltung zum Thema Palmöl und Regenwaldschutz.

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