OroVerde -Plakate im Kottenforst machen auf die Verbindung zwischen Waldschutz hier und Regenwaldschutz aufmerksam ©www-JamesWarwick-co-uk li.; OroVerde / E.Mannigel re., OroVerde / N. Grychtol mi.

Wald schützen

Bodyguards weltweit

Waldschützer können sich weltweit für Wälder einsetzen. Es gibt viele Gründe den Regenwald oder den deutschen Wald zu schützen. Wir zeigen Ihnen vier tolle Funktionen, die sich Regenwälder und der deutsche Wald teilen, und die für uns und die Menschen weltweit von Bedeutung sind. 

Ob vor der Haustür oder im Regenwald, Waldschutz geht alle an. Und Wälder schützen kann manchmal auch sehr einfach sein. Hier sind vier Beispiele, was deutscher Wald und Regenwald für Mensch und Natur bedeuten und was jeder von uns tun kann, um beide zu schützen:

  1. Leben mit und im Wald
  2. Waldschutz für die Zukunft
  3. Wald verantwortlich nutzen
  4. Waldschutz fürs Klima

Leben mit und im Wald

Erholung mit Verantwortung

Natur und vor allem intakter und lebendiger Wald haben einen hohen Erholungswert. Im Schatten der Bäume lässt sich die aromatische Waldluft genießen, während die Schritte über den weichen Waldboden federn. Es gibt sogar Studien, die nahelegen, dass ein Waldbesuch entspannt und schon der Anblick eines Baumes vor dem Krankenhausfenster zu einer schnelleren Erholung nach einer Operation führen kann. Und alle können bei einem Waldspaziergang mithelfen, den Wald zu schützen. Am einfachsten geht das, wenn Waldliebhaber*innen die Natur so hinterlassen, wie sie vorgefunden wurde. So können wir alle und auch weitere Generationen noch in den Waldgenuss kommen.

Waldschutz als Lebensversicherung

Für viele Menschen ist Regenwald nicht nur ein Erholungsort, sondern Lebenswelt und Lebensgrundlage. Das gilt zum Beispiel für die Kichwa von Sarayaku in Ecuador. Auf über 95 % ihres Territoriums am Fluss Bobonaza steht noch intakter Amazonas-Regenwald. Seit vielen Jahren schon kämpfen sie gegen die Zerstörung des Regenwaldes durch Erdölförderung und Holzfirmen. In ihrem Kampf gegen die Ausbeutung des Waldes und der natürlichen Ressourcen haben sie schon Wichtiges erreicht! Neben Maßnahmen zur Verbesserung der Nahrungsmittelversorgung der 1.200 Menschen in den sieben Dörfern, unterstützte sie OroVerde vor allem bei der Entwicklung des Planes „Kawsak Sacha - Lebende Wälder“: Dieser Plan ist ein neuartiger Ansatz eines indigenen Schutzgebietes in Selbstverwaltung, das auf besondere Weise den Naturschutz mit dem Erhalt der eigenen kulturellen Identität verbindet. So übernimmt die starke indigene Gemeinde in Sarayaku die Verantwortung für den Regenwald und schützt ihn für alle späteren Generationen.

Waldschutz für die Zukunft

Wald zukunftssicher machen

Die zunehmenden Auswirkungen der Trockenheit und des Temperaturanstiegs auf die Borkenkäferpopulationen und die davon betroffenen Baumbestände zeigen innerhalb der letzten Jahre zunehmende Probleme auf. Vor allem in reinen Fichtenschonungen und anderen Monokulturwäldern haben Klimawandel, Fressfeinde und Pflanzenkrankheiten einfaches Spiel. Immer stärker rückt also die Bedeutung von Artenvielfalt und Mischkulturen ins Bewusstsein und deutsche Wälder werden aktiv in standortangepasste Mischwälder umgebaut. Mischkulturen weisen ein erhöhtes Wachstum, eine bessere Stabilität und eine geringere Anfälligkeit für Schädlinge auf. Zudem besteht die Hoffnung, dass Mischwälder sich besser an die Klimaextreme der kommenden Jahrzehnte anpassen könnten. So ergibt sich aus dem Umbau der Wälder eine wichtige generationenübergreifende Aufgabe, die den deutschen Wald auch in Zukunft erhalten könnte. Übrigens sieht so ein Waldumbau manchmal in den ersten Jahren noch nicht sehr schön aus. Machen Sie Ihrem Förster also keine Vorwürfe, er hat einen Plan.

Biodiverse Waldgärten

Mischkulturen sind auch ein zentraler Bestandteil von Agroforstsystemen. Diese biodiversen Waldgärten sind für landwirtschaftliche Kleinstbetrieben eine langfristige und nachhaltig Alternative zur Brandrodung und ähnlichen waldschädigenden Praktiken. Waldgärten haben dabei eine hohe Biodiversität, bieten vielfältigen Agrar-Produkte, binden das Regenwasser und bringen den Nährstoffkreislauf wieder in Schwung. Die Anbaumethode ist widerstandsfähiger gegen Krankheiten, weil hier viele verschiedene Pflanzen gemeinsam angebaut werden, die oft voneinander profitieren. Wird eine Nutzpflanze doch mal krank, gibt es noch viele, von denen weiterhin geerntet werden kann. Ist ein „Waldgarten“ erfolgreich aufgebaut, sorgt er für eine gesunde und abwechslungsreiche Grundversorgung der lokalen Bevölkerung. Marktfrüchte wie Kaffee und Kakao bieten eine zusätzliche Einnahmequelle. So wird der Druck auf die unberührten Urwälder verringert, da sich die Bevölkerung anderweitig den Lebensunterhalt sichert.

Wald verantwortlich nutzen

Einkaufen im Waldsupermarkt

Nicht nur die Wildschweine und Rehe, sondern auch wir können uns den ein oder anderen köstlichen Snack aus dem Wald stibitzen. Wer liebt sie nicht, die kleinen Walderdbeeren oder Brombeeren? Auch das Sammeln von Waldmeister, Bärlauch und Brennnessel lässt so manches Herz höherschlagen. Neben köstlichen Aromen, mit denen sich feine Rezeptbücher füllen lassen, halten viele der Pflanzen aus dem Wald auch natürliche Heilkräfte für uns bereit. Die Suche nach den Geschenken des Waldes ist ein Freizeitvergnügen, dass wir ihnen wärmstens empfehlen wollen! Aber auch hier ist Rücksicht geboten: Man entnehme der Natur nur, was sie auch entbehren kann. Und Vorsicht bei Pilzen: Nur Sammeln was man wirklich kennt. Zum einen kann es sonst auch mit dem besten Bestimmungsbuch zu giftigen Verwechslungen kommen. Zum andern sind einige Pilze unter Naturschutz und diese sammeln kann zu einem so teuren Vergnügen werden, dass einem der Trüffel im Supermarkt plötzlich wie ein Schnäppchen vorkommt. Also alles in Maßen, dann können Sie auch in kommenden Jahren noch vieles aus ihrem Hauswald ernten.

Regenwald im Einkaufswagen

Auch in den Regenwäldern Südamerikas gibt es Leckereien, die einfach gesammelt werden können, und die den Weg in unsere Speisekarten finden. So ist die Paranuss, die viele aus leckeren Nussmischungen kennen, nahezu nicht in Plantagen anzupflanzen. Die Nüsse müssen also im Wald gesammelt werden. Und das geht natürlich auch nachhaltig und waldschonend. In Surinam zum Beispiel leben die indigenen Gemeinschaften der Trio und Wajana unter anderem von der Paranussöl-Produktion. Die Nüsse sammeln sie in den unberührten Regenwäldern um ihre Gemeinden. Die Gemeinden können so nachhaltig ihre Einkommenssituation verbessern und bleiben so wichtige Partner für den Schutz der umliegenden unberührten Regenwälder.

Waldschutz fürs Klima

Zurück zum Naturwald

Stärker denn je wird uns bewusst, dass jeder Baum einen Teil zum Klimaschutz beiträgt. Hierbei spielen vor allem naturbelassene Ökosysteme wie Naturwälder eine wichtige Rolle. Naturwälder sind Waldflächen, die sich ohne anthropogene Maßnahmen natürlich entwickeln können. Dies hat sowohl für den Klimaschutz als auch für die Artenvielfalt eine große Relevanz. Bäume können so ungestört sehr alt und groß werden, also viel mehr CO speichern, als es in bewirtschafteten Wäldern der Fall ist. Stirbt ein Baum im Naturwald, verbleibt sein Holz in dem Wald. Hierdurch entsteht ein Lebensraum für viele Lebewesen, wie Insekten und Pilze, die einen wichtigen Bestandteil des Ökosystems darstellen. Außerdem bleibt das gebundene CO dem Wald größtenteils erhalten. Denn wenn sich das Totholz langsam zu Humus zersetzt, bleibt das CO zu einem großen Teil m Waldboden gespeichert. Ein unaufgeräumter Wald kann also das Beste sein, was sie auf ihren Sonntagsausflügen erkunden können.

Natürlichen Urwald bewahren

Es wird geschätzt, dass es weltweit noch etwa 17,7 Millionen Quadratkilometer Tropenwald gibt. Diese Zahl beinhaltet tropische Regen- und Trockenwälder und die laubabwerfenden Monsunwälder. Die Fläche der tropischen Regenwälder nimmt hierbei etwa 10 Millionen Quadratkilometer ein. Dies bedeutet eine unfassbar große Fläche an Natur-/Speicherwäldern, die einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz liefern. Leider nimmt diese Fläche weiterhin rasant ab. Im Zeitraum 2000-2012 gingen pro Jahr brutto etwa 9 Millionen Hektar Tropenwald weltweit verloren – das entspricht in etwa der Fläche Portugals. Rechnet man das um, verschwindet alle 2,5 Sekunden Tropenwald von der Größe eines Fußballfeldes. Intakte Waldböden und Feuchtgebiete gelten als bedeutende CO2-Speicher und binden vielfach so viel CO wie degradierte Ackerböden. Umso wichtiger ist es, dass wir die noch verbliebenen unberührten Tropenwaldgebiete schützen, und diese wertvollen CO Speicher nicht weiter vernichten.

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Fotonachweis: www.JamesWarwick.co.uk (Header li., Mischwald, Reh); Nathalie Grychtol (Header mi.); Elke Mannigel (Header re., blühender Wald), Martin Harvey (lichter Wald), SARAYAKU (Jugendlicher), Anna Hömberg (Agroforst), Richard Beason (Morchel), Conservation International Suriname (Paranuss)

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