Together4Forests

Stoppt die Waldvernichtung für den EU-Konsum!

Alle 90 Sekunden verschwindet eine Waldfläche von der Größe eines Fußballfeldes allein für die EU-Importe. Als Teil des Aktionsbündnis #Together4Forests fordern wir daher ein Gesetz, das die Einfuhr Regenwald schädigender Produkte in die EU verhindert.

Der erste Schritt ist getan, im November 2021 legte die EU-Kommission einen Gesetzesentwurf vor. Jetzt muss der Entwurf im ordentlichen Gesetzgebungsverfahren der EU noch geschärft und verabschiedet werden. Mit dieser E-Mail-Kampagne wollen wir nun den Druck auf Mitglieder des Europäischen Parlaments erhöhen. Diese werden im Rahmen des ordentlichen Gesetzgebungsverfahrens der EU maßgeblich an der Verabschiedung des Gesetzes beteiligt sein.

Jetzt kommen Sie ins Spiel:

Unterstreichen Sie mit einer E-Mail, wie wichtig Ihnen dieses Thema ist. Die E-Mail geht zusammen mit allen anderen vom Aktionsbündnis #Together4Forests in Deutschland gesammelten E-Mails direkt an die entsprechenden Parlamentarier*innen. Denn nur eine gute gesetzliche Regelung wird dazu führen, wirklich umfangreich gegen die weltweite Entwaldung vorzugehen und die Verantwortung nicht immer dem einzelnen Konsumenten zuzuschieben.

Hier brauchen wir Ihre Unterstützung

DIE AKTION IST BEENDET! WIR BEDANKEN UNS BEI 206.413 TEILNEHMER*INNEN!

Sende Sie jetzt diese E-Mail an die deutschen Mitglieder des Europäischen Parlaments! Machen Sie mit bei der EU-weiten Kampagne #Together4Forests. Personalisieren Sie ihre Mail mit einem Meme, oder senden Sie sie einfach so. Nach Absenden der Mail haben Sie die Möglichkeit, das Meme zu teilen.

#Together4Forests – Unser Ziel

Zwar ist ein großer Schritt erreicht: Die EU-Kommission hat einen Gesetzesentwurf vorgelegt. Doch ist das Gesetz damit noch nicht in trockenen Tüchern. Der im vergangen November vorgelegte Entwurf blieb hinter den Forderungen unseres Aktionsbündnisses zurück. Wichtige für Entwaldung mitverantwortliche Rohstoffe, wie etwa Mais und Kautschuk, sollen nicht vom Gesetz berücksichtigt werden, ebenso wenig wird der Finanzsektor in die Pflicht genommen. Sehr gefährdete, artenreiche Ökosysteme, wie etwas das Pantanal (Sümpfe und Feuchtwälder) oder Teile des Cerrado (eine Savanne mit niedrigen Baumarten) in Brasilien bleiben auch außen vor. Sie gelten nach der strengen EU-Definition nicht als Wald.


Am 13. September 2022 stimmte das EU-Parlament zum Glück für deutliche Nachbesserungen und geht so mit einem ambitionierteren Entwurf in den Trilog, der nun ansteht. Dieser Entwurf beinhaltet auch den Finanzsektor und viele von der Kommission ausgeschlossene Rohstoffe. 

#Together4Forests – Wer steckt dahinter?

#Together4Forests ist eine Koalition aus mehr als 170 Nicht-Regierungs-Organisationen und Unterstützern. Zu den Initiatoren gehören der WWF, Greenpeace, ClientEarth, Conservation International, Environmental Investigation Agency und Wildlife Conservation Society. Die Kampagne wird zentral von Brüssel aus koordiniert, die internationalen Treffen werden online abgehalten.
Hier geht es zur offiziellen englischsprachigen Seite der Kampagne.
 

Together4Forests - Was steht auf dem Spiel?

Wälder sind für unsere Gesundheit und die unseres Planeten unverzichtbar: Sie sind für uns Menschen sogar überlebenswichtig, denn sie produzieren die Luft, die wir atmen, filtern das Wasser, das wir trinken und sind das Zuhause für rund 2/3 aller bekannten Tier- und Pflanzenarten. Sie kühlen die Luft und absorbieren Kohlenstoff aus der Atmosphäre. Kurz: Wir brauchen die Wälder und die Wälder brauchen uns! Die EU ist einer der größten Importeure von Produkten, wie Fleisch, Soja und Palmöl, für die die Wälder nachweislich abgeholzt und zerstört werden.

Nicht-nachhaltige Landwirtschaft ist der häufigste Grund für Wald- und Lebensraumverlust. Ohne dass es den meisten Menschen wirklich bewusst ist, konsumieren wir täglich Produkte mit Inhaltsstoffen, die aus Regenwäldern stammen. Noch erlaubt die Europäische Union den Import und Verkauf von Waren für deren Produktion Lebensräume zerstört wurden. Die Europäische Kommission muss endlich handeln und unsere Wälder schützen.

Zahlreiche wissenschaftliche Studien zeigen, dass Lebensräume rasend schnell vernichtet werden und das Artensterben in alarmierendem Tempo voranschreitet. Allein zwischen 2000 und 2012 gingen etwa 9 Mio. Hektar Tropenwald weltweit verloren – das entspricht der Fläche Portugals – und das jedes Jahr! Rechnet man das um, verschwindet alle 2,5 Sekunden Tropenwald von der Größe eines Fußballfeldes! Wobei Landwirtschaft mit Abstand der größte Treiber des Waldverlustes in den Tropen ist. Wenn wir es nicht schaffen, Abholzung sowie das Wald- und Artensterben zu stoppen, werden wir den Kampf gegen den Klimawandel verlieren und unsere Umwelt wird kollabieren.

Die EU ist einer der größten Importeure nicht nachhaltig angebauter Rohstoffe wie Palmöl, Soja und Fleisch, aber auch Zellstoff, Kaffee und Kakao: 36 % der global gehandelten Rohstoffe, für die Tropenwald gefällt wird, werden in die EU geliefert. So ist es auch jeder einzelne von uns, der zur Abholzung beiträgt. Dies geschieht durch unseren täglichen Konsum, indem wir Produkte kaufen, verwenden und verbrauchen: Der Schokoriegel mit Palmöl in unserem Einkaufskorb, das Schnitzel vom Discounter oder das neue Smartphone - in all diesen Alltagsprodukten steckt ein Stück tropischer Regenwald. Mehr dazu erfahren Sie in unseren Verbrauchertipps.

Und so geht es weiter

Gemeinsam mit Organisationen aus allen 27 EU Mitgliedsstaaten werden wir den Druck auf die nationalen Umwelt- und Agrarminister*innen und die Mitglieder des Europäischen Parlaments erhöhen. Diese werden im Rahmen des ordentlichen Gesetzgebungsverfahrens der EU maßgeblich an der Verabschiedung des Gesetzes beteiligt sein.
Im Schnitt dauert die Verabschiedung eines Gesetzes im ordentlichen Verfahren 18 Monate. Wir halten sie über die neuesten Entwicklungen auf dem Laufenden.

 

Wie stark ist der Gesetzesentwurf

Eine Stellungnahme der Zivilgesellschaft

Zusammen mit über 100 weiteren Organisationen fordert OroVerde das Europäische Parlament und die Mitgliedsstaaten auf, die wesentlichen Elemente des Kommissionsvorschlags beizubehalten und zu verbessern. Sie interessieren sich für die Details der EU-Verordnung über entwaldungsfreie Produkte? Dann haben Sie hier die Möglichkeit, die Stellungnahme der Zivilgesellschaft einzusehen und sich über Lücken und Stärken des Entwurfs zu informieren.

Fotonachweis: Ulet Ifansasti / Greenpeace (Bagger im Regenwald, abgebrannter Regenwald), EU (EU-Emblem), movetheuniverse/ Shutterstock (Header).