together4forests

Kampagne zu einer EU-Konsultation erfolgreich abgeschlossen.

Die EU ist maßgeblich beteiligt an der Zerstörung des Regenwalds. Das Aktionsbündnis #Together4Forests fordert daher ein Gesetz, das die Einfuhr regenwaldschädlicher Produkte in die EU verhindert. Hintergrund dieser Forderung ist eine offizielle Bürgerbefragung der Europäische Kommission, die 2020 stattfand. Zusammen mit über 170 Organisationen weltweit, rief OroVerde dazu auf, sich den Forderungen nach einer wirkungsvollen Gesetzgebung anzuschließen und sie mit ihrer Stimme beziehungsweise Unterschrift zu stützen. 

Mit herausragendem Erfolg! Über 1,2 Million Teilnehmende forderten von der EU ein Gesetz gegen Entwaldung für den europäischen Konsum und machten so die Befragung zu einer der erfolgreichsten der EU-Geschichte. Der enorme Druck der EU-Bürger*innen und Zivilgesellschaft verfehlte seine Wirkung nicht: Im vergangenen November legte die EU-Kommission einen Gesetzesentwurf vor.

Aber: Noch muss der Entwurf im sogenannten ordentlichen Gesetzgebungsverfahren der EU verabschiedet werden. Daher zieht die Kampagne in die nächste Runde!

Jetzt mitmachen und eine E-Mail an Bundesumweltministerin Steffi Lemke und Bundesagrarminister Cem Özdemir schreiben!

#Together4Forests – Unser Ziel

Zwar ist ein großer Schritt erreicht: Die EU-Kommission hat einen Gesetzesentwurf vorgelegt. Doch ist das Gesetz damit noch nicht in trockenen Tüchern. Der im November vorgelegte Entwurf bleibt hinter den Forderungen des Aktionsbündnisses zurück. Wichtige für Entwaldung mitverantwortliche Rohstoffe, wie etwa Mais und Kautschuk, sollen nicht vom Gesetz berücksichtigt werden, ebenso wenig wie Geflügel. Sehr gefährdete, artenreiche Ökosysteme, wie etwas das Pantanal (Sümpfe und Feuchtwälder) oder der Cerrado (eine Savanne mit niedrigen Baumarten) in Brasilien bleiben auch außen vor. Sie gelten nach der strengen EU-Definition nicht als Wald.
Ziel der zweiten Kampagnenphase soll daher sein, den Druck auf die nationalen Umwelt- und Agrarminister*innen zu erhöhen, damit: 
1.    der Entwurf nicht weiter verwässert –im besten Fall eher wieder stärker– wird.
2.    das Gesetz auch wirklich verabschiedet wird.

Einige EU-Staaten sprachen sich nämlich bereits gegen das Gesetz aus. Viele weitere sind noch unentschlossen. 

Wir sagen: #Together4Forests – für den Erhalt der weltweiten Wälder- Stoppt die Entwaldung für den EU-Konsum!

#Together4forests – Wer steckt dahinter?

#Together4Forests ist eine Koalition aus mehr als 170 Nicht-Regierungs-Organisationen und Unterstützern. Zu den Initiatoren gehören der WWF, Greenpeace, ClientEarth, Conservation International, Environmental Investigation Agency und Wildlife Conservation Society. Die Kampagne wird zentral von Brüssel aus koordiniert, die internationalen Treffen werden online abgehalten.
Hier geht es zur offiziellen englischsprachigen Seite der Kampagne.
 

Together4forests - Was steht auf dem Spiel?

Wälder sind für unsere Gesundheit und die unseres Planeten unverzichtbar: Sie sind für uns Menschen sogar überlebenswichtig, denn sie produzieren die Luft, die wir atmen, filtern das Wasser, das wir trinken und sind das Zuhause für rund 2/3 aller bekannten Tier- und Pflanzenarten. Sie kühlen die Luft und absorbieren Kohlenstoff aus der Atmosphäre. Kurz: Wir brauchen die Wälder und die Wälder brauchen uns! Die EU ist einer der größten Importeure von Produkten, wie Fleisch, Soja und Palmöl, für die die Wälder nachweislich abgeholzt und zerstört werden.

Nicht-nachhaltige Landwirtschaft ist der häufigste Grund für Wald- und Lebensraumverlust. Ohne dass es den meisten Menschen wirklich bewusst ist, konsumieren wir täglich Produkte mit Inhaltsstoffen, die aus Regenwäldern stammen. Noch erlaubt die Europäische Union den Import und Verkauf von Waren für deren Produktion Lebensräume zerstört wurden. Die Europäische Kommission muss endlich handeln und unsere Wälder schützen.

Zahlreiche wissenschaftliche Studien zeigen, dass Lebensräume rasend schnell vernichtet werden und das Artensterben in alarmierendem Tempo voranschreitet. Allein zwischen 2000 und 2012 gingen etwa 9 Mio. Hektar Tropenwald weltweit verloren – das entspricht der Fläche Portugals – und das jedes Jahr! Rechnet man das um, verschwindet alle 2,5 Sekunden Tropenwald von der Größe eines Fußballfeldes! Wobei Landwirtschaft mit Abstand der größte Treiber des Waldverlustes in den Tropen ist. Wenn wir es nicht schaffen, Abholzung sowie das Wald- und Artensterben zu stoppen, werden wir den Kampf gegen den Klimawandel verlieren und unsere Umwelt wird kollabieren.

Die EU ist einer der größten Importeure nicht nachhaltig angebauter Rohstoffe wie Palmöl, Soja und Fleisch, aber auch Zellstoff, Kaffee und Kakao: 36 % der global gehandelten Rohstoffe, für die Tropenwald gefällt wird, werden in die EU geliefert. So ist es auch jeder einzelne von uns, der zur Abholzung beiträgt. Dies geschieht durch unseren täglichen Konsum, indem wir Produkte kaufen, verwenden und verbrauchen: Der Schokoriegel mit Palmöl in unserem Einkaufskorb, das Schnitzel vom Discounter oder das neue Smartphone - in all diesen Alltagsprodukten steckt ein Stück tropischer Regenwald. Mehr dazu erfahren Sie in unseren Verbrauchertipps.

 

Und so geht es weiter

Gemeinsam mit Organisationen aus allen 27 EU Mitgliedsstaaten werden wir den Druck auf die nationalen Umwelt- und Agrarminister*innen erhöhen. Diese werden im Rahmen des ordentlichen Gesetzgebungsverfahrens der EU maßgeblich an der Verabschiedung des Gesetzes beteiligt sein.
Am 17.3.2022 wird der Umwelt-Rat (die Konstellation des Europäischen Rates, in der die Umweltminister*innen der Mitgliedsländer aufeinandertreffen) zum ersten Mal über das Gesetz beraten. Im Schnitt dauert die Verabschiedung eines Gesetzes im ordentlichen Verfahren 18 Monate. Wir halten sie über die neuesten Entwicklungen auf dem Laufenden.

Fotonachweis: Ulet Ifansasti / Greenpeace (Bagger im Regenwald, abgebrannter Regenwald), EU (EU-Emblem)