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Lokalen Naturschutz langfristig sichern

Im WasserWald-Projektgebiet in der Dominikanischen Republik wurde nun ein Governance-Mechanismus offiziell verabschiedet und bringt unterschiedliche regionale Institutionen an einen Tisch. Doch was bedeutet Governance in diesem Kontext? Und was hat das mit lokalem Waldschutz zu tun?

Am 5. November 2020 wurde der nordwestliche Rat für das untere Yaque del Norte- Becken (CONORYAQUE) in der Dominikanischen Republik offiziell gegründet. Hinter diesem komplizierten Namen verbirgt sich eine langfristige Vision und eine Fragestellung, mit der sich unsere Partner im Projekt WasserWald eingehend befassen. Das Ziel besteht darin, so genannte Governance-Mechanismen aufzubauen. Das heißt, auf regionaler Ebene Steuerungsinstrumente zu schaffen, die relevante Entscheidungsträger*innen zusammenbringen, den lokalen Naturschutz nicht nur strategisch festsetzen, sondern langfristig etablieren. In der Projektregion in der Dominikanischen Republik handelt es sich hierbei um einen Rat für das Wassereinzugsgebiet des Flusses Yaque del Norte, an dem derzeit insgesamt 11 regionale Institutionen aus den Bereichen Forschung, Landwirtschaft und kommunale Politik beteiligt sind.

Alle Akteure in einem Wassereinzugsgebiet - von Kleinbäuer*innen für die eigene Subsistenzwirtschaft bis hin zu großen Unternehmen - greifen auf die gleiche Ressource Wasser zurück. Da diese ist, insbesondere im Zuge des  fortschreitenden Klimawandels, begrenzt ist, bedarf es einer gerechten Verteilung und einheitlichen Regeln zur Nutzung. Zudem ist das verfügbare Wasser im unteren Wassereinzugsgebiet stark abhängig von der Landnutzung im oberen Gebiet. Kommt es hier zu Entwaldung, verstärkter Erosion oder Kontaminierung durch Schadstoffe, ist das Wasser für Akteur*innen im unteren Wassereinzugsgebiet nur noch begrenzt verfügbar oder nutzbar. Wälder spielen hier eine besondere Rolle, da sie die Wasserspeicherkapazität des Bodens erhöhen und entlang von Flussläufen durch ihr Wurzelwerk den Boden stabilisieren und Erosion verhindern. Neben der Etablierung solcher Governance-Strukturen in gleich 4 verschiedenen Projektländern ist dies ein weiterer, wichtiger Verantwortungsbereich des Wasserwald-Projekts: Wälder sollen wiederaufgebaut und nachhaltig, durch die lokale Bevölkerung genutzt werden.

Das untere Wassereinzugsgebiet des Yaque del Norte ist von einem intensiven Bananen- und Reisanbau geprägt, wofür dem Fluss viel Wasser zur Bewässerung der Felder entnommen wird. Auch lokale Wasserkraftwerke und Waschanlagen verzeichnen einen hohen Wasserverbrauch.


An diesem Punkt setzt der Rat CONORYAQUE an. Institutionen, die das Wasser des Flusses in großen Mengen nutzen, sollen sich auch an der Finanzierung von Maßnahmen beteiligen, die die langfristige Bereitstellung des Wassers garantieren, beispielsweise Aufforstungen oder Agroforstsysteme im oberen Wassereinzugsgebiet. Zudem sollen sich die beteiligten Akteure auf gemeinsame Vereinbarungen zu einer nachhaltigen Landnutzung einigen, sodass die natürlichen Ressourcen des Wassereinzugsgebiets langfristig geschützt werden.

Am 22. März 2021  - passend zur Feier des internationalen Weltwassertags - wurde das Büro des CONORYAQUE unter Einhaltung der Corona-Restriktionen feierlich eröffnet. Dies verzeichnet einen weiteren wichtigen Schritt zur Etablierung des Rates und zur Erarbeitung gemeinsamer Lösungsansätze im Wassereinzugsgebiet Yaque del Norte in der Dominikanischen Republik.

Internationale Partnerschaften

Das WasserWald-Projekt ist ein Gemeinschaftsprojekt von Centro Naturaleza (Dominikanische Republik), Pronatura Mexico, UPSA (Kuba), Defensores de la Naturaleza (Guatemala) und OroVerde (Deutschland).

Förderer:
Dieses Projekt ist Teil der Internationalen Klimaschutzinitiative. Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und nukleare Sicherheit (BMU) unterstützt diese Initiative auf Basis einer Bundestagsentscheidung.

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