Jede Minute werden rund 100 Bäume für unseren Konsum in der EU gefällt. Mit der Initiative #HandsOffNature rufen wir dazu auf, die Entwaldung zu stoppen und wichtige Umweltgesetze wie die EU-Entwaldungsverordnung (EUDR) nicht für den Bürokratieabbau zu opfern. Nutzen Sie Ihre Stimme und sagen Sie der Politik: Hände weg von der Natur!
Sie sind gefragt: Setzen Sie mit Ihrer Stimme ein Zeichen für den Erhalt der Wälder!
Wie geht es den Wäldern aktuell?
Leider gibt es auch zum 55. Tag des Waldes keine Entwarnung, obwohl seit Einführung weltweit tatsächlich weniger gerodet wird, doch die Wälder werden weiter dezimiert. Allein seit 1990 sind global etwa 178 Millionen Hektar Wald verschwunden. Das entspricht etwa 249.299.720 Fußballfeldern. Und das trotz eines Zuwachses von etwa 123 Millionen Hektar Wald durch Aufforstung und genau hier zeigt sich das erste große Problem:
Zwar nimmt die Fläche gepflanzter Wälder zu, die Fläche von Urwäldern jedoch nimmt rapide ab. Diese Entwicklung ist besonders für die Artenvielfalt verheerend, denn Urwälder, wie auch die tropischen Primärwälder, zählen zu den wichtigsten Hotspots der Biodiversität. Fällt man diese, etwa für eine Palmölplantage, tauscht man ein Vielfalts-Eldorado gegen eine grüne Wüste. Und das zu einem Zeitpunkt, an dem die planetare Belastungsgrenze zur biologischen Vielfalt bereits weit überschritten ist. Stoppt den Import von Entwaldung für europäischen Konsum!
Als Ergebnis dieses zivilgesellschaftlichen Engagements trat 2023 die EU-Anti-Entwaldungsverordnung EUDR in Kraft. Ein Gesetz, das es Unternehmen verbietet, bestimmte Produkte mit Entwaldungs-Fußabdruck in der EU auf den Markt zu bringen. Ein Meilenstein für den Waldschutz. In der Theorie. Denn seit dem Inkrafttreten der Verordnung steht sie unter Beschuss:
- Bereits zwei Mal wurde der Geltungsstart für Unternehmen verschoben.
- Der ursprüngliche Text der Verordnung wurde abgeschwächt.
- Aktuell ist zu befürchten, dass es 2026 erneut zu Verwässerungen kommt.
Politische und wirtschaftliche Interessen setzen den Waldschutz zunehmend unter Druck. Sowohl konservative europäische Kräfte, unter ihnen auch die CDU unter Merz, als auch die Trump-Administration beabsichtigen, die Axt anzulegen. Wir fordern von unseren europäischen Politiker*innen, die bestehenden Naturschutzgesetze zu verteidigen und weiterzuentwickeln, statt sie aufzuweichen. Denn wenn unsere Natur zerstört wird, trifft das uns alle: heute, morgen und kommende Generationen.
