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Sie müssen spontan eine Vertretungsstunde übernehmen und suchen ein Thema, das alle Schüler sofort packt? Mit unserer Unterrichtseinheit „Dilemmata lösen lernen“ fördern Sie kritisches Denken und Diskussionsfreude, ganz ohne Fachkenntnisse oder lange Vorbereitungszeit.

Ob Klimakrise, Konsum oder Zivilcourage, dieses Material ist sofort einsetzbar für die Klassenstufen 5 bis 10. In nur 45 Minuten führen Sie eine spannende Dilemma-Diskussion, die moralische Urteilsfähigkeit und Empathie trainiert.

Ein wichtiges Anliegen von Kindern und Jugendlichen ist es, die Welt aktiv mitzugestalten. Sie stehen dabei oft vor Dilemmata-Entscheidungen und inneren Konflikten: Das Klima schützen und dafür das eigene Verhalten ändern oder die Stimme gegen Ungerechtigkeit oder Mobbing erheben, auch wenn das eigene Ansehen dann leiden könnte. Diese Unterrichtseinheit liefert Impulse für eine Dilemma-Diskussion und fördert kritisches Denken, Wertebewusstsein und Argumentationsfähigkeit sowie die Fähigkeit, verantwortlich zu handeln.

Fach: Ethik, Geografie, Biologie, Religion, Politik, Sozialkunde, Arbeitslehre, Sachkunde

Jahrgangsstufe: Grundschule und Sekundarstufe I

Dauer: 45 Minuten

Thema: Moralische Dilemmata erkennen, diskutieren und Entscheidungen treffen

Lernziele der Unterrichtseinheit

Urteilskompetenz (Ethik / BNE): Die Schülerinnen und Schüler lernen, moralische Dilemmata zu erkennen, unterschiedliche Handlungsmöglichkeiten abzuwägen und ihre Entscheidungen zu begründen.

Kommunikations- und Argumentationskompetenz: Sie diskutieren verschiedene Lösungswege, formulieren eigene Standpunkte und lernen, ihre Meinung mit Argumenten zu vertreten.

Soziale Kompetenz: Die Schüler und Schülerinnen versetzen sich in die Lage anderer Menschen, berücksichtigen unterschiedliche Sichtweisen und entwickeln Verständnis für andere Meinungen.

Entscheidungs- und Handlungskompetenz: Sie erkennen, dass schwierige Entscheidungen oft keine eindeutig richtige oder falsche Lösung haben. Dabei lernen sie, mögliche Folgen zu berücksichtigen und ihre eigenen Werte zu hinterfragen

Lebensweltbezug

Dilemmata finden sich überall im Alltag. Ob beim Einkauf, im Klassenzimmer oder in globalen Umwelt- und Gerechtigkeitsfragen: Wer Werte abwägen kann, trifft bessere Entscheidungen. 

Nutzen Sie die Alltagserfahrung als Einstiegspunkt für Ihren Unterricht. Was beschäftigt Ihre Schüler*innen in der Schule oder privat? Die Unterrichtsinhalte sind greifbarer und leichter verständlich, wenn Sie an die Lebenswelt Ihrer Schüler*innen anknüpfen .

Voraussetzungen und Materialien

Für die Durchführung sind keine speziellen Vorkenntnisse der Lehrkraft erforderlich. Alle relevanten Informationen sowie „Schritt-für-Schritt“-Anleitungen befinden sich in diesem Leitfaden.

So läuft die Vertretungsstunde ab

Einleitung: Was ist eigentlich ein Dilemma 

Beginnen Sie die Stunde mit einer Situation, die Ihre Schüler*innen aus ihrem Alltag kennen:

Stell dir vor, du bist auf zwei Geburtstagspartys eingeladen. Beide finden zur gleichen Zeit statt. Egal, für welche Party du dich entscheidest, du verpasst die andere und enttäuschst vielleicht jemanden.

Erklären Sie anschließend: Ein Dilemma ist eine Situation, in der zwischen zwei Möglichkeiten entschieden wird, aber keine davon wirklich gut ist. Jede Entscheidung hat Vor- und Nachteile.

Fragen Sie Ihre Schüler*innen: Habt ihr selbst schon einmal eine solche Situation erlebt?

 

Gruppenarbeit: Was würdest du tun? 

Jetzt sind die Schülerinnen gefragt! Teilen Sie die Klasse in Kleingruppen ein und geben Sie jeder Gruppe ein Dilemma aus dem Unterrichtsmaterial. Gemeinsam überlegen die Schülerinnen, welche Handlungsmöglichkeiten es gibt und welche Folgen ihre Entscheidungen haben könnten.

Diese Fragen helfen bei der Diskussion:

  • Welche Möglichkeiten habt ihr?
  • Welche Folgen hat jede Entscheidung für euch, andere Menschen oder die Natur?
  • Welche Werte sind euch bei der Entscheidung wichtig?
  • Welche Entscheidung findet ihr am fairsten?
  • Wer profitiert von eurer Entscheidung und wer könnte dadurch Nachteile haben?

     

Abschluss: Entscheiden und Perspektiven wechseln

Nun trifft jede Gruppe eine Entscheidung und erklärt, warum sie sich dafür entschieden hat. Besprechen Sie die unterschiedlichen Lösungen anschließend gemeinsam in der Klasse.

Fragen für die Abschlussdiskussion:

  • Gab es eine richtige oder falsche Entscheidung?
  • Was hat euch die Entscheidung besonders schwer gemacht?
  • Würdet ihr euch anders entscheiden, wenn ihr die Situation aus der Sicht einer anderen Person betrachtet?

Alle Materialien zur Vertretungsstunde „Dilemmata lösen" als Download oder Klick

Vertretungsstunde: Dilemmata lösen

Komplette Unterrichtseinheit

PDF | 120 KB

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Hintergrundinformation zum Thema

Ein Dilemma ist eine Entscheidungssituation, in der man zwischen zwei (oder mehr) gleichwertig problematischen Optionen wählen muss. Jede Wahl hat moralische oder praktische Nachteile. Eine perfekt Lösung gibt es nicht.

Das Trolley Problem ist ein berühmtes Beispiel für ein Dilemma. Das Gedankenexperiment beschäftigt sich mit folgender Situation:

Ein Zug rast auf fünf Menschen zu, die an ein Gleis gefesselt sind. Du stehst an einer Weiche und kannst den Zug auf ein anderes Gleis umleiten. Dort liegt jedoch eine einzelne Person. Was tust du? Dieses Dilemma stellt die Frage: Ist es moralisch vertretbar, einen Menschen zu opfern, um fünf zu retten?

 

Ein Wertekonflikt entsteht, wenn zwei oder mehr moralische Prinzipien oder persönliche Überzeugungen miteinander in Konflikt geraten. Beispiele aus dem Bereich Essen und Ernährung:

  1. Tierwohl versus Genuss: Eine Person liebt Fleisch, möchte aber keine Tiere töten.
  2. Nachhaltigkeit versus Bequemlichkeit: Regional und saisonal einkaufen ist umweltfreundlich, aber aufwendiger als der Supermarkteinkauf.
  3. Gesundheit versus soziale Normen: In einer Gruppe wird Fast Food gegessen, obwohl jemand sich gesünder ernähren möchte.

Sie brauchen weitere Infos oder Hilfe?

Sarah Wylegalla
Referentin
Bildung für nachhaltige Entwicklung
+49 228 24290-34
swylegalla[at]oroverde[dot]de

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