Fliegende Aras im Tropenwald

Biodiversität und Pandemie

Wie Biodiversität das Pandemierisiko senken kann

Jeden Tag haben wir mit den Folgen der aktuellen Pandemie auf unterschiedlichste Weise zu kämpfen und versuchen sie gemeinsam einzudämmen. Doch wie entstehen Pandemien eigentlich? Eines steht bereits fest: Sie sind eng mit dem Verlust von Biodiversität verbunden! Der Schutz von Biodiversität könnte deswegen ein Mittel im Kampf gegen neue Pandemien sein. 

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Studien belegen eindeutig: Ein hohes Maß an Biodiversität kann das Risiko verringern, dass Menschen mit neuen zoonotischen Krankheitserregern in Berührung kommen, die eine Pandemie auslösen können. Doch wie kann Biodiversität einen Beitrag dazu leisten, um in Zukunft Pandemien, wie die aktuelle COVID-19-Pandemie, zu verhindern? 

Die drei Säulen der Biodiversität

Biodiversität besteht aus drei Elementen: der genetischen Vielfalt, der Artenvielfalt und der Vielfalt der Lebensräume. Die genetische Vielfalt beschreibt, in welchem Maße sich einzelne Arten auf Basis ihrer DNA unterscheiden. Der Begriff Artenvielfalt bezieht sich auf die Anzahl der Arten in einem Gebiet. Dabei wird zum einen die absolute Anzahl der Individuen bedacht, zum anderen auch, wie häufig einzelne Arten im Vergleich zu anderen Arten vorkommt. Die Vielfalt der Lebensräume bezeichnet die Unterschiedlichkeit der in einer Region vorhandenen Ökosysteme. Dadurch werden auch die komplexen wechselseitigen Beziehungen zwischen den einzelnen Lebewesen abgebildet.

Biodiversität geht uns alle an

Auf der Grundlage von Biodiversität erzeugt die Natur eine Vielzahl so genannter Ökosystemleistungen, die wiederum existenziell für das menschliche Leben und Wohlergehen sind. Funktionierende Ökosysteme ermöglichen gesunde Böden und Nährstoffkreisläufe, versorgen uns mit Trinkwasser, Nahrungsmitteln, Arzneimitteln und Rohstoffen. Zu wichtigen Ökosystemleistungen zählen zudem die Regulierung der Populationen von Schadorganismen für die Landwirtschaft sowie die Regulierung der Ausbreitung von Krankheiten.

Pandemien, Epidemien, Zoonosen – Klarheit im Krankheitsdschungel

Durch den Verlust von Biodiversität geht auch die Fähigkeit eines Ökosystems zurück, die Ausbreitung von Krankheiten zu regulieren. Dies ist ein Grund, warum die Menge an Infektionskrankheiten, die eng mit dem Verlust von Biodiversität zusammenhängen, stetig zunimmt. Heute sind etwa 60 Prozent aller bekannten und 70 Prozent aller neu au auftretenden Infektionskrankheiten beim Menschen sogenannte Zoonosen: Das sind Infektionskrankheiten, die zwischen Tieren und Menschen übertragen werden.  

So funktionieren Zoonosen:

Zwischen Mikroorganismen (Viren, Pilze oder Bakterien, die die Krankheit auslösen) und Wirtstieren (in denen sie leben) gibt es ein komplexes Zusammenspiel: Wirtstiere und Mikroorganismen haben sich im Verlauf der Evolution häufig eng aneinander angepasst. Oft erkranken die Wirtstiere deswegen gar nicht mehr an den Mikroorganismen. Kommen sie jedoch in Kontakt mit neuen Wirten - wie beispielsweise dem Menschen - kann das zur Erkrankung führen, da das menschliche Immunsystem nicht auf die unbekannten Mikroorganismen vorbereitet ist. Verbreiten können sich Zoonosen auf verschiedene Arten. In manchen Fällen werden Krankheitserreger direkt von den ursprünglichen Wirtstieren auf Menschen übertragen – so z.B. die Pest durch infizierte Nagetiere. In anderen Fällen gibt es zwischen dem Ursprungswirt und dem Menschen Zwischenwirte, wie andere Wildtiere oder Haustiere, über die die Erreger schließlich in den menschlichen Körper gelangen. Ein Beispiel dafür ist SARS, das erst über Fledertiere und dann über Schleichkatzen verbreitet wurde. Häufig werden Krankheitserreger auch über sogenannte Vektoren wie Mücken und Zecken von einem infizierten Tier oder Menschen auf andere Menschen oder Tiere übertragen. Über Vektoren werden zum Beispiel Malaria, Dengue und Borreliose übertragen.

Von einer Zoonose zu einer Pandemie

Besonders gefährlich wird es, wenn zoonotische Erreger nicht nur von Tieren auf Menschen überspringen, sondern sich auch leicht von Mensch zu Mensch weiter übertragen. In solchen Fällen kann es zu Epidemien kommen – Infektionskrankheiten, die in einer bestimmten Region und einem begrenzten Zeitraum ungewöhnlich oft vorkommen. Breitet sich eine Epidemie über Kontinente hinweg global aus, wie COVID-19, wird es eine Pandemie, die örtlich und zeitlich nicht beschränkt ist. Fast alle bekannten Pandemien (z.B. Influenza, HIV/ AIDS, COVID-19) sind Zoonosen.

Wie gefährlich sind Zoonosen?

Schaut man sich die Entwicklung der Entstehung von Zoonosen und Pandemien an, lässt sich eine eindeutige Tendenz feststellen: Wissenschaftler*innen beobachten eine Zunahme von neu auftretenden Infektionskrankheiten. Derzeit werden ca. fünf neue Zoonosen pro Jahr verzeichnet, von denen jede potenziell zu einer Pandemie führen könnte. Demnach nimmt das Risiko von Pandemien stark zu. Expert*innen schätzen, dass derzeit noch rund 1,7 Millionen unentdeckte Viren in Säugetieren und Wasservögeln existieren (die häufigsten Wirte, die als Ursprung für neue Zoonosen identifiziert werden), wovon zwischen 631.000 und 827.000 Viren Menschen potenziell infizieren könnten.

Wie Biodiversität und Infektionskrankheiten zusammenhängen

In intakten Ökosystemen herrscht eine Art Gleichgewicht zwischen den dort vorkommenden Arten, einschließlich der Krankheitserreger und ihren tierischen Wirten. Sie stehen in komplexen Beziehungen miteinander und regulieren sich gegenseitig. Kommt es jedoch zu Störungen des Ökosystems, führt dies häufig dazu, dass ökologisch sehr spezialisierte Arten (sogenannte Spezialisten) aussterben, da sie nicht mit den veränderten Umweltbedingungen zurechtkommen. Im Gegenzug dafür können sich Arten, die sich an viele Situationen gut anpassen können (sogenannte Generalisten) stärker vermehren. Das Problem: Generalisten sind oft Träger vieler zoonotischer Viren. Sie tragen dabei häufig Erreger in sich, die sich leicht adaptieren und daher auch ein erhöhtes Potenzial haben, auf Nutztiere oder Menschen überzugehen.

Biodiversität in Gefahr

Weltweit ist die Biodiversität auf vielfältige Weisen bedroht. Gerade die Tropenwälder, Regionen mit sehr hoher Biodiversität, werden zunehmend zerstört. Allein in 2020 gingen 12,2 Millionen Hektar Tropenwaldfläche verloren. 4,2 Millionen Hektar davon (entspricht der Fläche der Niederlande) waren feuchttropische Primärwälder, die besonders bedeutsam für die Biodiversität sind. Über ein Drittel der tropischen Regenwälder sind bereits gerodet und der verbleibende Rest geht immer schneller verloren.
Menschliche Aktivitäten sind der Haupttreiber für den Verlust von Biodiversität. Sie nimmt weiter exponentiell ab und zählt bereits als die am weitesten überschrittene planetare Belastungsgrenze, noch weit vor dem Klimawandel. Von den geschätzt 8 Millionen Tier- und Pflanzenarten weltweit sind bereits rund 1 Million Arten vom Aussterben bedroht. Das Ausmaß des Artensterbens war noch nie so groß wie heute und die Aussterberate nimmt immer weiter zu. Bei der Häufigkeit einzelner Arten gibt es zudem einen drastischen Rückgang in bestimmten Ökosystemen, womit ihre Funktionen für die Ökosysteme und den Menschen verloren geht.

Die sieben wichtigsten Pandemietreiber

Sowohl der Aufbau unserer Wirtschaft als auch unsere Lebensweise fordert eine wachsende Nachfrage nach Platz, Ressourcen und Gütern. Das hat unterschiedliche Facetten, resultiert aber meistens in der Zerstörung von Biodiversität und der Begünstigung von potentiellen Pandemien. Wir stellen die sieben wichtigsten Treiber vor:

Landnutzungsänderungen

Mehr als 30 Prozent aller neu auftretenden Infektionskrankheiten werden durch Landnutzungsänderungen verursacht. Damit sind sie eine der wichtigsten Verbindungen von Konsum, Biodiversität und Pandemien. Unter „Landnutzungsänderungen“ versteht man die teilweise oder komplette Umwandlung eines natürlichen Lebensraums in ein von Menschen dominiertes Ökosystem. Dazu gehören zum Beispiel (land-)wirtschaftliche Umgebungen oder Städte. Die Entstehung neuer Zoonosen fällt sehr deutlich mit solchen Landnutzungsänderungen zusammen. 
Denn Landnutzungsänderungen führen dazu, dass Biodiversität verloren geht und natürliche Lebensräume wie Wälder in kleinere Teile fragmentiert oder komplett zerstört werden. Wildtiere, die vom Verlust ihres natürlichen Lebensraums betroffen sind, treffen in Folge vermehrt auf von Menschen besiedelte Flächen. Gleichzeitig dringen immer mehr Menschen in den Lebensraum von Tieren ein. Dadurch kommt es zu immer mehr Kontakten zwischen Menschen und Wildtieren und damit zu einem steigenden Risiko der Erregerübertragung. Studien zeigen, dass die Populationen von Tierarten, die häufig Wirte für auf den Menschen übertragbare Erreger sind, allgemein in von Menschen genutzten Gebieten (wie landwirtschaftliche und städtische Flächen) wesentlich größer sind als in natürlichen, ungestörten Arealen in der Umgebung.

Eine nachhaltigere Landwirtschaft kann Pandemien verhindern

Ein weiterer Pandemietreiber ist eine bestimmte problematische Art von Landwirtschaft. Landwirtschaft wird mehr und mehr intensiviert, Tierhaltung und Tierzucht werden industrialisiert und global gibt es eine immer höhere Nachfrage nach Fleisch und Tierprodukten. 
Die Intensivierung der Landwirtschaft ist eng mit der Entstehung neu auftretender Infektionskrankheiten verbunden. Analysen zeigen, dass seit 1940 über 50 Prozent aller neu auftretenden Zoonosen bei Menschen auf landwirtschaftliche Einflussfaktoren zurückzuführen sind, Trend steigend. Die Industrialisierung und Intensivierung von Landwirtschaft und Tierhaltung führt zur Züchtung großer Mengen genetisch ähnlicher Tiere, um möglichst effizient Fleisch und andere Tierprodukte produzieren zu können. Dadurch nimmt die genetische Vielfalt und damit auch die Biodiversität ab. Diese Tiere sind anfälliger für Infektionskrankheiten als genetisch vielfältige Tiere. Die räumliche Nähe in der Massentierhaltung erhöht zudem die Häufigkeit von Zoonosen und ihre schnelle Ausbreitung. Zusätzlich erhöhen schlechte Haltungsbedingungen (bspw. durch zu viele Tiere auf engem Raum) das Stresslevel der Tiere, was zur Schwächung ihres Immunsystems und Steigerung des Risikos von Erkrankungen und im Endeffekt auch von Zoonosen beiträgt. Zunehmende Tier- und Tierprodukttransporte auch über weite Strecken ins Ausland verursachen eine schnelle Ausbreitung von Krankheitserregern. Die Fütterung mit Soja als eiweißhaltiges Zufutter führt zudem zu Waldrodungen und Biodiversitätsverlust – ein Teufelskreis. 
Hier kann Jede*r einen Beitrag zur Verbesserung leisten. Denn mit einer bewussten Ernährung können wir viel steuern. Die Nutzung von Soja als Futtermittel für die industrielle Massentierhaltung hat in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Zu den größten Abnehmern von Soja zählt die Europäische Union. Die importierte Sojamenge wird zu großen Teilen in der Tierfuttermittelindustrie verwendet um die hohe Nachfrage nach konventionell produziertem Fleisch zu stillen. Das zerstört riesige biodiverse Flächen, vor allem in den Tropen. Wesentlich nachhaltiger wäre es, auf eine größtenteils pflanzliche Ernährung umzustellen. Dazu kommt, dass im Schnitt jede*r Deutsche 75 kg Lebensmittel pro Jahr wegwirft. Es wäre ein bedeutender Fortschritt, würde nur produziert und gekauft werden, was tatsächlich auch konsumiert wird. 

Pandemien und Wildtierhandel

Wichtige Treiber für die Entstehung von Pandemien sind nicht nachhaltiger Wildtierhandel und Wildtiernutzung. Zahlreiche Studien belegen, dass der Handel mit Wildtieren Ursache für die Verbreitung von Krankheitserregern ist. Geht es um Wildtiere wird zwar ein Großteil in den Ursprungsländern verzehrt, exotisches Wildfleisch wird aber auch in Europa konsumiert. Dazu kommt die Nachfrage nach Wildtieren als Haustiere und als Bestandteil traditioneller Medizin. 
Egal ob zum Verzehr, als Haustier oder als Medizin: In jeder Variante entsteht zwangsläufig Kontakt zwischen Menschen und Wildtieren oder deren Erzeugnissen. Dadurch ergeben sich Möglichkeiten für die Übertragung von Zoonosen. Besonders problematisch ist der Transport von Wildtieren. Dies ebnet den Weg für eine weitere Ausbreitung von Infektionskrankheiten, auch da die beengten Transportbedingungen die Verbreitung von Krankheiten begünstigt. Durch den (globalen) Handel mit Wildtieren werden diese potentiellen Infektionskrankheiten sehr schnell und weit verbreitet. Wichtig ist allerdings auch zu erwähnen, dass insbesondere Indigene oft auf eine nachhaltige Nutzung von Wildtieren angewiesen sind und sie durch die zunhemende Industrialisierung des Wildtierhandels vor große Herausforderungen gestellt werden.

Was die Klimakrise mit Pandemien zu tun hat

Studien zeigen, dass auch die Folgen der Klimakrise mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit einen Einfluss auf die Entstehung neuer Pandemien haben. Durch die klimatischen Veränderungen können die komplexen Wechselwirkungen zwischen den Lebewesen in einem Ökosystem aus den Fugen geraten. Im Fall von COVID-19 könnte möglicherweise, die Klimakrise Veränderungen der Vegetation in der chinesischen Region Yunnan angetrieben haben. Wie Wissenschaftler*innen in einer kürzlich veröffentlichten Studie zeigen, wurde Yunnan dadurch zu einem Hotspot für viele verschiedene Fledermausarten. Da Fledermäuse oft Coronaviren in sich tragen, führte dies gleichzeitig zu einer Zunahme an potenziellen Erregerviren. Diese Situation ermöglichte auch neue Interaktionen mit anderen Tieren. Dadurch kann es auch zur Weiterentwicklung der Viren und neuen Übertragungen kommen. Dies wiederum kann das Risiko erhöhen, dass sich Viren mit neuen potenziell für Menschen schädlichen Eigenschaften entwickeln und weiter übertragen.

Vernetzte Welt - schnellere Pandemien?

Nicht nur die Entstehung von Infektionskrankheiten, auch deren rasche Ausbreitung hängen eng mit wachsendem Konsum zusammen. Mit zunehmender Globalisierung wird die Welt immer vernetzter. Dies ermöglicht Infektionskrankheiten, sich immer schneller auf der ganzen Welt zu verbreiten, oft schon bevor Krankheitssymptome offensichtlich sind. Das funktioniert nicht nur über Reisende, sondern auch über den Handel und den Transport von Tieren und tierischen Produkten. Dabei können unbemerkt kleine Tiere oder z.B. Eier exotischer Stechmücken transportiert werden. Dies vergrößert das Risiko der Entstehung und Verbreitung neuer zoonotischer Infektionskrankheiten. 

Was kann jede*r Einzelne tun um Biodiversität zu schützen?

Jeder Mensch kann in seinem Alltag kleine Entscheidungen treffen, die die Biodiversität schützen. Damit können wir alle einen aktiven Beitrag dazu leisten, dass das Risiko der Entstehung von Pandemien reduziert wird. Viele dieser Entscheidungen schützen nicht nur Biodiversität, sondern haben auch andere positive Nebeneffekte, wie eine gesündere Ernährung oder einen Beitrag zum Klimaschutz. 
Sie können zum Beispiel...

  • … den Konsum von Fleisch und tierischen Produkten reduzieren. Achten Sie auf Qualität und Herkunft. 
  • … nach Möglichkeit frisch zubereitete Gerichte mit (Bio-)Zutaten aus der Region und weniger weiterverarbeitetes Essen mit Palmöl essen.
  •  … nur das essen, was Sie wirklich konsumieren und möglichst keine Lebensmittel wegwerfen. 
  • … darauf achten, keine Jacken, Mützen und Schals mit Fellbesatz zu kaufen. Neben Kunstfell ist dort auch echter Pelz vertreten, den man nicht auf den ersten Blick erkennt. Dieser stammt in der Regel aus Wildlife-Farmen, in denen die Wildtiere beispielsweise massenhaft für die Bekleidungsindustrie gezüchtet werden. 
  • … Ihr Wissen zum Thema teilen und Ihr Umfeld sensibilisieren und motivieren. Denn im Gegensatz zur COVID-19-Krise ist die damit verbundene Biodiversitätskrise bislang wenig sichtbar. Bringen Sie das Thema sowie Zusammenhänge und Zusatznutzen von Biodiversitätsschutz für Gesundheit auf die Agenda - es braucht viel mehr Öffentlichkeit und Bewusstsein hierfür.
  • … genau überlegen, wohin Ihre nächste Reise geht. Informieren Sie sich über nachhaltiges Reisen und denken Sie daran: Auch Klimaschutz ist Pandemieschutz! Vermeiden Sie daher wo möglich Flüge. 
  • … Wahlen und andere demokratische Instrumente (z. B. Petitionen, Nachfrage bei ihrem Abgeordneten) nutzen, um eine nachhaltigere Politik für einen transformativen Wandel und den Schutz der Biodiversität zu erreichen.

Was muss die Politik tun, um Biodiversität zu schützen?

Auch wenn es wichtig ist, dass wir alle unser Handeln hinterfragen und zum Schutz von Biodiversität und vor Pandemien anpassen, kann dies dennoch nicht alles sein. Besonders große Konzerne und politische Entscheidungträger*innen verfügen über wesentlichen Einfluss auf den Schutz von Biodiversität Daher ist es wichtig, diese in die Verantwortung zu nehmen, und mit politischen Maßnahmen zum Biodiversitäts- und Pandemieschutz zu verpflichten. 
Diese politischen Maßnahmen müssen…

  • … die Pandemie-, Biodiversitäts- und Klimakrise zusammen betrachten. Mit integrierten Ansätzen muss Biodiversität in allen grundlegenden Sektoren und sektorübergreifend berücksichtigt werden - nicht nur im Umweltbereich, sondern auch in der (Land)wirtschafts-, Gesundheits-, Bildungs-, Entwicklungs- und Finanzpolitik. 
  • … den nötigen Wandel durch eine Stärkung und Durchsetzung von Umweltregulierungen auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene begleiten. Wir brauchen einen starken politischen und gesetzlichen Rahmen. 
  • … ein starkes nationales und europaweites Lieferkettengesetz implementieren. Der Import von Produkten, die mit Entwaldung und Degradierung von Lebensräumen verbunden sind, muss gestoppt werden. Dafür müssen Unternehmen in die Pflicht genommen werden, Lieferketten einer ökologischen und menschenrechtlichen/ sozialen Sorgfaltsprüfung zu unterziehen und zu verbessern. 
  • … das vorherrschende System der Landwirtschaft und unser globales Ernährungssystem reformieren. Sie sind ein wesentlicher Hebel zur Senkung des Pandemierisikos und Schutzes der Biodiversität. Gleichzeitig brauchen wir stärkere Anreize für nachhaltige Ernährungssysteme. Subventionen sind an Nachhaltigkeitskriterien zu koppeln. Subventionen, die biodiversitätsschädliche Aktivitäten (wie z.B. Entwaldung, Überdüngung) unterstützen, müssen abgeschafft werden.
  • … die Krise als Chance nutzen: Konjunkturpakete müssen Anreize für nachhaltiges und natur-/ biodiversitätspositives Wirtschaften bieten. Wirtschaftliche Zielsetzungen müssen mit nachhaltigen Landnutzungspraktiken und dem Schutz von Ökosystemen inklusive der Tropenwälder verbunden werden. Bildungsarbeit und Aufklärung von Verbraucher*innen über die Relevanz und Zusammenhänge zwischen Biodiversitätsschutz und Gesundheit sind nötig. 
  • … einen transformativen Wandel des vorherrschenden Paradigmas des unbegrenzten Wirtschaftswachstums einleiten. Die Basis hierbei muss sein, dass Wirtschaft in die Natur eingebettet ist. Die Wahrnehmung und Messung von wirtschaftlichem Erfolg muss Biodiversität und menschliches Wohlergehen integrieren. Nur auf Basis einer gesunden Natur kann die Wirtschaft langfristig für Wohlstand sorgen.
Sie haben noch Fragen?
Wir helfen Ihnen gerne weiter!
OroVerde - Die Tropenwaldstiftung
Telefon: 0228 24290-0
E-Mail: info@oroverde.de

Bildnachweis: Header: istockphoto.com/Jiri Hrebicek; Illustrationen: Özi‘s Comix Studio; Gruppenbild-Klimastreik: OroVerde