Weit verbreitet und wenig erforscht: Tropische Trockenwälder stehen im Schatten ihrer weit bekannteren Regenwaldverwandschaft. Fast die Hälfte aller weltweiten Wälder in tropischen und subtropischen Regionen sind Trockenwälder. Sie sind das Zuhause zahlreicher bedrohter Arten, wie Giraffen, Faultiere und Komodowarane.
Tropische Trockenwälder zeichnen sich durch mehrmonatige Trockenphasen aus, in denen es kaum regnet. In dieser Trockenzeit scheinen sie im ersten Moment karg und fast ausgestorben zu sein, dennoch beherbergen sie eine einzigartige biologische Vielfalt. Diese ist ideal an die saisonalen Niederschläge angepasst — doch durch Entwaldung sowie steigende Temperaturen und Trockenheit im Zuge des Klimawandels zunehmend bedroht.
Vier Fakten zu Trockenwäldern
In der Trockenzeit werfen zahlreiche Bäume ihre Blätter ab, damit sie in dem Zeitraum weniger Wasser verlieren.
Für viele Menschen sind Trockenwälder nicht nur artenreiche Ökosysteme, sondern auch Nahrungsquelle und Arbeitgeber.
95 Prozent der weltweiten tropischen Trockenwälder sind bedroht.
Die Holzkohleindustrie und die damit einhergehende Entwaldung ist eine der größten Gefährdungen der Trockenwälder.
Was sind tropische Trockenwälder?
Tropische Trockenwälder sind Waldgebiete in den Tropen und Subtropen. Dort wechseln sich Regen- und Trockenzeiten ab. Es regnet jährlich etwa 500 bis 1.500 Liter pro Quadratmeter. Das ist deutlich weniger als in anderen Tropenwäldern.
Tatsächlich ist die Regenmenge vergleichbar mit Deutschland. Denn hier hat es im Jahr 2023 im Durchschnitt 958 Liter pro Quadratmeter geregnet. Der entscheidende Unterschied liegt in der Verteilung des Regens. In Deutschland regnet es meist über das ganze Jahr verteilt.
In tropischen Trockenwäldern gibt es dagegen eine fünf- bis achtmonatige Trockenzeit, in der kaum oder gar kein Regen fällt.
Viele Bäume wie beispielsweise der Guanacaste werfen in dieser Zeit ihre Blätter ab. Das spart kostbares Wasser. Trotzdem hat der Wald eine geschlossene oder weitgehend geschlossene Baumkrone.
Wo wachsen tropische Trockenwälder?
Die größten zusammenhängenden Trockenwälder der Erde liegen in Südamerika und Afrika. Bekannte Beispiele sind der Gran Chaco in Südamerika und der Miombo-Wald im südlichen Afrika. Auch in Indien sind Trockenwälder weit verbreitet. Dort machen sie rund 60 Prozent der Waldfläche aus. Weitere Trockenwälder finden sich vom Süden Mexikos bis nach Mittelamerika, in Südostasien, im Norden Australiens und auf vielen pazifischen Inseln. Über die Trockenwälder der pazifischen Inseln ist wenig bekannt.
Wie groß die Trockenwälder ursprünglich waren, lässt sich heute kaum noch bestimmen. Viele wurden bereits vor langer Zeit gerodet oder durch menschliche Eingriffe verändert. Einige Savannen sowie Busch- und Dornwälder könnten ursprünglich Trockenwälder gewesen sein.
Auch heute gehen große Waldflächen tropischer Trockenwälder verloren. Viele Wälder werden für die Landwirtschaft gerodet oder für die Holzkohleproduktion genutzt.
In Mittel- und Südamerika sind Schätzungen zufolge bereits rund zwei Drittel der ursprünglichen Trockenwälder verschwunden. In Guatemala und Peru beträgt die Abholzungsrate sogar 86 und 95 Prozent. Aufgrund dieser Bedrohungen gibt es wenige große zusammenhängende Trockenwald-Gebiete im Vergleich zu anderen Waldtypen. Trockenwälder werden daher als weltweit stark fragmentiert bezeichnet.
Wie unterscheiden sich tropische Trockenwälder von anderen Tropenwäldern?
Trockenwälder unterscheiden sich von Kontinent zu Kontinent. Sie sind im Gegensatz zu anderen Tropenwaldtypen weniger erforscht. Je nach Lage, Klima und Boden haben sich Pflanzen und Tiere unterschiedlich an die langen Trockenzeiten angepasst. Aus diesem Grund gibt es keine einheitliche Beschreibung von Trockenwäldern.
Im Vergleich zu anderen Tropenwäldern wachsen Trockenwälder meist weniger dicht. Die Baumkronen sind lichter und viele Bäume verlieren während der Trockenzeit ihre Blätter. Auch die Artenvielfalt ist oft geringer als in tropischen Regenwäldern.
Die Grenze zwischen Trockenwald und Savanne ist nicht immer eindeutig. Beide Lebensräume gehen häufig ineinander über. Trockenwälder sind jedoch dichter bewachsen. Ihre Bäume werden meist höher als zehn Meter und spenden besonders in der Regenzeit viel Schatten. In Savannen wachsen dagegen mehr Gräser und weniger Bäume. Die Gräser sind dort besser an das heiße und trockene Klima angepasst.
Von Braun zu Grün: die Jahreszeiten im tropischen Trockenwald
Während der Trockenzeit verändert sich der Wald stark. Viele Bäume werfen ihre Blätter ab, um Wasser zu sparen. Dadurch kann die Sonne bis zum Waldboden strahlen. Das heruntergefallene Laub trocknet aus, zersetzt sich aber kaum. Flüsse führen weniger Wasser oder trocknen zeitweise ganz aus. Auch die Luft wird deutlich trockener. Die relative Luftfeuchtigkeit liegt in der Trockenzeit am Tag nur noch bei 20 bis 60 Prozent. Zum Vergleich: Der Tieflandregenwald hat in der untersten Schicht meist eine Luftfeuchtigkeit von 90 bis 100 Prozent.
Zu Beginn der Regenzeit kehrt ein feuchtes Klima zurück. Die Bäume bilden neue Blätter und der Wald erstrahlt in einem frischen Grün. In der Regenzeit fallen insgesamt ein bis drei Meter Regen.
Pflanzen und Tiere während der Trockenzeit
Trotz der Trockenheit bleibt der Wald lebendig. Einige Pflanzen blühen gerade in dieser Zeit oder bilden Früchte und Samen. Andere speichern Wasser in ihren Blättern oder Stämmen. Fachleute sprechen von Blatt- oder Stammsukkulenz. Wie gut Pflanzen die Trockenzeit überstehen, hängt vor allem davon ab, wie lange sie dauert. Wenig Regen erschwert das Wachstum der Pflanzen auf Dauer.
Für manche Tiere ist die Trockenzeit sogar besonders wichtig. Sie ernähren sich von den Früchten und Samen vieler Pflanzen. Ein Beispiel ist der Alpargata-Kaktus. Seine wasser- und nährstoffreichen Früchte liefern in der Trockenzeit Nahrung für Tiere wie den Hispaniola-Felsenleguan. Andere Tiere ziehen sich in feuchtere Regionen zurück. Sie ziehen sich zum Beispiel in Höhlen, hohle Baumstämme oder Gebiete in der Nähe von Flüssen zurück.
Artenvielfalt in tropischen Trockenwäldern
Trockenwälder unterscheiden sich stark voneinander. In ihnen leben ganze unterschiedliche Pflanzen und Tiere. Dazu gehören Leguane, Faultiere, Giraffen, Eisvögel, Hühner und Rinder. Auch Nutzpflanzen wie Baumwolle, Mais, Reis, Süßkartoffeln und Bohnen stammen ursprünglich aus diesem Lebensraum.
Viele Tiere kommen sowohl in Trockenwäldern als auch in tropischen Regenwäldern vor. Forschende schätzen, dass bis zu 80 Prozent der Säugetier- und Insektenarten in beiden Waldtypen leben. Diese Tiere haben sich an unterschiedliche Bedingungen angepasst.
Bei anderen Artengruppen gibt es dagegen große Unterschiede. Das gilt zum Beispiel für Amphibien und Aufsitzerpflanzen (Epiphyten), wie Orchideen oder Bromelien. Weniger als fünf Prozent ihrer Arten kommen sowohl im Trockenwald als auch im Regenwald vor. Der Grund dafür liegt im Klima
Angepasst an ein extremes Klima
Im Trockenwald müssen Pflanzen und Tiere lange Trockenzeiten überstehen. Arten, die ein immer feuchtes Klima brauchen, können dort nicht leben. Deshalb haben viele Pflanzen besondere Anpassungen entwickelt, um mit dem Wassermangel zurechtzukommen.
Ein bekanntes Beispiel ist der Baobab (Adansonia digitata) aus Afrika und Madagaskar. Er ist auch bekannt als „Affenbrotbaum". Der Baobab hat einen dicken, schwammartigen Stamm. Dieser kann bis zu 14.000 Liter Wasser speichern.
Während der Trockenzeit wirft der Baum seine Blätter ab. So verliert er weniger Wasser. Seine dicke, faserige Rinde schützt ihn außerdem vor Buschbränden. Viele Baobabs können selbst große Feuer überstehen. Seine großen weißen Blüten öffnen sich nachts. Sie werden vor allem von Flughunden und anderen Fledermäusen bestäubt. Später dienen Blüten, Früchte und Höhlen im Stamm vielen Tieren als Nahrung oder Unterschlupf.
Guanacaste: Ein Trockenwald-Baum mit hunderten Ohren
Der Guanacaste (Enterolobium cyclocarpum) ist ein Baum der zur Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae) gehört und in den Trockenwäldern von Mexiko bis ins nördliche Südamerika wächst.
Der Guanacaste ist einer der bekanntesten Bäume Costa Ricas. Er ist der Nationalbaum des Landes und Namensgeber der Guanacaste-Provinz.
Mit seiner breiten Krone spendet der Baum viel Schatten. Seine weißen Blüten blühen weniger als einen Tag. Sie öffnen sich am späten Nachmittag und verwelken dann in der Hitze des nächsten Tages. In der Nacht bestäuben kleine Insekten wie Käfer und Motten die Blüten, tagsüber übernehmen Bienen diese Aufgabe. Aus den Blüten entstehen zunächst Schoten. Daraus wachsen innerhalb eines Jahres braune Früchte, die vier bis fünfzehn Zentimeter lang werden. In vielen Gemeinden werden die jungen Schoten als Gemüse gegessen. Auch die Samen werden geröstet, gemahlen und verzehrt.
Besonders auffällig sind die dunkelbraunen, verdrehten Schoten. Sie sehen aus wie menschliche Ohren. Deshalb wird der Baum in einigen Regionen auch Ohrfrucht, Ohrschote oder Orejoni (von dem spanischen Wort „oreja“ für Ohr) genannt. Der Name Guanacaste geht ebenfalls auf ein Wort zurück, das so viel wie „Ohrbaum“ bedeutet.
Warum müssen Trockenwälder geschützt werden?
Insgesamt sind 95 Prozent der Trockenwälder weltweit bedroht, das liegt auch daran, dass weniger als ein Drittel der weltweiten Trockenwaldflächen innerhalb von Schutzgebieten liegen. Die größte Bedrohung der Trockenwälder ist der Mensch, denn große Teile des Waldes werden für die Landwirtschaft und Holzgewinnung gerodet. Besonders in den Trockengebieten südlich der Sahara ist der Wald durch Abholzung gefährdet. Denn die meist ärmere Bevölkerung ist auf das Holz als Energiequelle angewiesen, da es an nachhaltigen Alternativen mangelt. Gleichzeitig sind Trockenwälder weltweit auch wegen des Klimawandels und der wachsenden Bevölkerung bedroht. Die genauen Folgen dieser Risikofaktoren sind nicht vorsehbar. Es wird aber davon ausgegangen, dass durch die steigenden Temperaturen und der damit einhergehenden Austrocknung das Brandrisiko erheblich zunehmen wird.
Kleine Wälder mit geringer Walddichte
Unter den Tropenwäldern sind Trockenwälder die am stärksten fragmentierten Wälder mit der geringsten Walddichte. Das bedeutet, dass es nur noch wenige große zusammenhängende Gebiete mit Trockenwäldern gibt, die zudem in großen Teilen eher spärlich bewachsen sind. Die durchschnittliche Fläche von Waldabschnitten tropischer und subtropischer Trockenwälder beträgt gerade einmal 56 bis 59 Hektar – das entspricht der Fläche des Vatikans. Im Vergleich dazu erstreckt sich eine zusammenhängende Fläche tropischer Regenwald im Durchschnitt noch auf über 433 Hektar – das ist mehr als siebenmal so groß. Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) stuft nach der Walddichte nur 13 bis 29 Prozent der Trockenwälder als intakten oder zusammenhängenden Wald ein.
Zerstört und vergessen – das Schicksal der Trockenwälder
Einer der Hauptgründe, warum Trockenwälder im großen Stil abgeholzt werden ist die landwirtschaftliche Nutzung. Die trockenen Wälder lassen sich leicht brandroden und werden so für Viehweiden und Felder landwirtschaftlich nutzbar gemacht. Weidetiere wie Ziegen und Kühe beschädigen obendrein noch die übriggebliebenen Pflanzen. Auch invasive Arten können die Gesundheit der Trockenwälder bedrohen.
Neben diesen Faktoren zerstören auch regelmäßig Brände große Waldgebiete. Diese können auch durch Brandrodungen ausgelöst werden, wenn die Feuer sich unkontrolliert ausbreiten und dadurch Gebiete ungewollt zerstört werden. Zum Beispiel vernichteten 2019 durch Brandstiftungen ausgelöste Feuer 1,4 Millionen Hektar Fläche im bolivianischen Trockenwald Chiquitano.
Dazu kommt noch, dass Trockenwälder bisher weniger erforscht sind als zum Beispiel die Regenwälder. Daher werden sie schlicht und ergreifend bei der Planung von politischen Maßnahmen vergessen oder die Programme sind zu wenig an die Bedingungen des jeweiligen Ökosystems angepasst. Dementsprechend sind Trockenwälder oft in einem Teufelskreis aus Entwaldung, der anschließenden Fragmentierung der Wälder, ein dadurch verschlechterter Zustand des Lebensraumes und letztendlich einer Savannen- oder Wüstenbildung gefangen.
Wie Trockenwälder über die Jahrhunderte verschwinden
Neben dem Klimawandel geht nach wie vor die größte Bedrohung für tropische Trockenwälder durch die vom Menschen verursachte Entwaldung aus. Noch im 16. Jahrhundert erstreckten sich 550.000 Quadratkilometer Trockenwald – das entspricht der Fläche von Frankreich — an der Pazifikküste des heutigen Mexikos und Mittelamerikas. Bereits in den 1980ern waren davon nur noch weniger als zwei Prozent intakte Wälder übrig und gerade mal 0,09 Prozent unter Schutz gestellt.
Weltweit sind seit 2000 weitere unbegreifliche 710.000 Quadratkilometer tropischer Trockenwald vernichtet worden — umgerechnet entspricht das etwa zweimal der Fläche von Deutschland. Allein in Lateinamerika und der Karibik wurden zwischen 2001 und 2010 bereits 200.000 Quadratkilometer Trockenwald und Savannen für die landwirtschaftliche Nutzung abgeholzt. Daran wird deutlich, wie gefährdet tropische Trockenwälder sind.
Der Klimawandel als schleichende Gefahr – warum der Trockenwald immer trockener wird
Trockenwälder sind Klimaschützer, denn wie alle Wälder speichern sie große Mengen CO2 und leisten unter anderem dadurch einen Beitrag zum Klimaschutz. Wie viel CO2 Trockenwälder genau speichern ist nicht bekannt, es ist aber weniger im Vergleich zum riesigen CO2-Speichervolumen der Tieflandregenwälder.
Gleichzeitig sind tropische Trockenwälder selbst auch durch die Auswirkungen des Klimawandels wie den steigenden Temperaturen und der zunehmenden Trockenheit gefährdet. Mit diesen Faktoren können die unterschiedlichen Wälder je nach Region und Artenvielfalt besser oder schlechter umgehen. Sollten diese Auswirkungen langfristig eintreffen, ist es gut möglich, dass sich Trockenwälder teilweise hin zu Savannen entwickeln könnten. In dem Szenario würde ihre einzigartige Vielfalt regional aussterben.
In Teilen Indiens zeigt sich allerdings ein anderer Trend: Hier könnten sich Trockenwälder aufgrund von längeren Trockenzeiten und einer steigenden Temperatur auch in Regionen ausbreiten, die bisher noch von immergrünen Tieflandregenwäldern geprägt sind. Trotzdem ist der Klimawandel insgesamt für alle Tropenwälder eine Bedrohung.
Wie widerstandsfähig der Wald auf den Klimawandel reagieren kann, hängt auch mit möglichen weiteren Störungsfaktoren, wie Insektenausbrüchen, Entwaldung oder Waldbränden zusammen, denen die Trockenwälder zusätzlich ausgesetzt sind.
Betroffen sind alle Lebewesen des Ökosystems, denn die Auswirkungen des Klimawandels können die Überlebensfähigkeit und das Wachstum der Pflanzen beeinflussen, wie deren Bildung von Photosynthese, die Atmung und die Nährstoffdynamik. Dieser drastische Wandel kann dazu führen, dass gefährdete Arten aussterben. Letztendlich ist die Folge ein Verlust der Biodiversität und der Lebensgrundlage für die vom Wald abhängigen Menschen.
Obwohl Trockenwälder besonders widerstandsfähig gegenüber Wassermangel und auch Waldbränden sind, können sich die klimawandelbedingten Schwankungen negativ auf diese auswirken. Denn die Pflanzenwelt der Trockenwälder ist zwar an die regelmäßigen Trockenphasen angepasst, fallen diese aber deutlich länger aus, können Laubbäume unter Trockenstress leiden und im schlimmsten Fall absterben.
Holzkohle aus dem Trockenwald
Auch die hohe Nachfrage nach Holz und Holzkohle trägt zur massiven Entwaldung bei. Holz oder Holzkohle sind wichtige Energielieferanten für breite Teile der weltweiten Bevölkerung. Rund 2,4 Milliarden Menschen nutzen heute noch Brennholz zum Kochen, das sind umgerechnet fast alle Einwohner*innen der beiden bevölkerungsreichsten Länder Indien und China zusammen.
Die Trockenwälder spielen dabei eine Hauptrolle, denn sie sind ein wichtiger Brennstoff-Lieferant, um den Energiebedarf der lokalen Bevölkerung zu decken. Allerdings ist diese Holzkohlegewinnung eine der größten Umweltbedrohungen vor allem für Trockenwälder im südlichen Afrika.
Holzkohle wird aber nicht nur von der lokalen Bevölkerung verwendet, sondern auch unter anderem nach Deutschland als Grillkohle importiert. 61 Prozent der Kohleprodukte aus deutschen Supermärkten sind nach einer Studie des WWFs demnach risikobehaftet. Weil sie zum Beispiel aus subtropischen und tropischen Gebieten wie Paraguay oder Nigeria stammen und mit illegalem Holzeinschlag in Verbindung stehen könnten.
Der Miombo-Trockenwald als Arbeitgeber
Es wird geschätzt, dass ganze 100 Millionen Menschen ihren Lebensunterhalt aus dem Miombo beziehen. Besonders Brennholz ist in der Region eine zentrale Lebensgrundlage, denn rund ein Drittel der Menschen sind auf Holz aus dem lokalen Trockenwald angewiesen.
Der Miombo-Trockenwald liegt zu großen Teilen in den Ländern Simbabwe, Sambia und Mosambik und zählt mit dem südamerikanischen Gran Chaco zu den größten zusammenhängenden Trockenwäldern weltweit. Er erstreckt sich über eine Fläche von 2,4 Millionen Quadratkilometern — das entspricht mehr als die Hälfte aller Länder der Europäischen Union zusammen. Der Miombo ist der vorherrschende Wald Typ des afrikanischen Kontinents.
Gerade in Zeiten von Ernteausfällen leisten die Ressourcen des Waldes einen wichtigen Beitrag zur Armutsbekämpfung. Die Menschen vor Ort beziehen ihr Brennholz zum Kochen, zahlreiche Lebensmittel wie Wildfrüchte, Nüsse, Gemüse und Insekten aus dem Wald oder verdienen ihren Lebensunterhalt mit dem Verkauf einzelner Lebensmittel. Durch den niedrigschwelligen Zugang zu den Produkten des Waldes können Menschen ohne hohe Startkosten beispielsweise ihren eigenen Honig oder Bienenwachs aus dem Trockenwald verkaufen.
Allerdings ist auch der Miombo-Wald durch die Auswirkungen des Klimawandels und die voranschreitende Entwaldung stark bedroht. Vor allem letzteres führt dazu, dass immer größere Teile des Waldes auch infrastrukturell erschlossen werden. Durch diese Eingriffe können vermehrt illegale Aktivitäten in der Region gefördert werden. Der Klimawandel und die Entwaldung schaden dementsprechend nicht nur dem Wald, sondern auch den Millionen Menschen, die auf die Produkte des Waldes angewiesen sind. Für den Schutz des Waldes und seiner Bewohner*innen, müssen daher umfangreiche Maßnahmen ergriffen werden.
Wie können Trockenwälder geschützt werden?
Um den Teufelskreis aus Entwaldung und Fragmentierung zu durchbrechen, setzen sich Organisationen wie OroVerde für den Erhalt der tropischen Trockenwälder ein. Projekte fördern die Anpassung der Trockenwälder an die Auswirkungen des Klimawandels und unterstützen die Bevölkerung vor Ort in Schutzvorhaben oder einer nachhaltigen Bewirtschaftung der Wälder.
Statt umweltschädlicher Praktiken der Bewirtschaftung sollen alternative Ansätze, die stabile Beschäftigungsmöglichkeiten und Einkommensquellen bieten und gleichzeitig die ökologische Nachhaltigkeit gewährleisten, entstehen. Dabei ist die Einbeziehung der umliegenden Gemeinden essenziell. In Projekten wie etwa dem OroVerde-Projekt KlimaWald in der Dominikanischen Republik werden einheimische Arten wieder im Ökosystem Trockenwald angesiedelt und somit die natürliche Anpassungsfähigkeit gefördert. Durch diese Maßnahmen kann das Aussterben bedrohter Arten verhindert und das Ökosystem gestärkt werden.
Neben solchen Projekten müssen auch politische Akteur*innen mehr zum Wohl der Trockenwälder leisten, um die noch existierenden Wälder zu schützen und zur Regenration degradierter Wälder beizutragen. Dabei sollten unbedingt auch die vielfältigen Rollen und Funktionen der Trockenwälder für Biodiversitätsparadies, lokale Ernährungshelfersicherung und Lebensraum berücksichtigt werden. All diese Schritte sind nötig, um die einzigarten Trockenwälder und die als Lebensgrundlage der von Menschen und Lebensräume der biologischer Vielfalt zu schützen.
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OroVerde - Die Tropenwaldstiftung
+49 228 24290-0
info[at]oroverde[dot]de
Fotonachweise: Martin Harvey - Wildscreen Exchange (Titelbild), Winfried Meier (Guanacaste-Baum), OroVerde – M. Brähler (Grafik: Wo wachsen tropische Trockenwälder, Grafik: Trocken- und Regenzeiten) OroVerde – N. Gawol (Rinderweide), Center for International Forestry Research - Wildscreen Exchange (Ausgetrockneter Fluss, Miombo-Trockenwald), OroVerde – K. Weinhold (Trockenwald in der Dominikanischen Republik).
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