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Nationalparks sind großflächige Schutzgebiete, die weltweit eine entscheidende Rolle beim Schutz der Biodiversität spielen. Sie bewahren Wildnis, schaffen Rückzugsgebiete für wildlebende Tiere und Pflanzen und schützen bedrohte Arten. Gleichzeitig bieten Menschen einzigartige Naturerlebnisse, die es sonst nirgends gibt. 

Im Alexander-von-Humboldt-Nationalpark auf Kuba zum Beispiel kommen rund 70 Prozent der Arten nur dort vor. Ohne Schutz dieser Biodiversitäts-Hotspots würden viele Tier- und Pflanzenarten für immer verloren gehen.

Was genau ist ein Nationalpark?

Nationalparks sind Orte, wo die Natur zum Großteil sich selbst überlassen wird und der Mensch nur wenig eingreift, ganz nach dem Prinzip „die Natur macht das schon“. Das Hauptziel von Nationalparks ist der Schutz großer natürlicher Ökosysteme. Dort werden nicht nur einzelne Arten, sondern ganze Lebensräume geschützt. Nationalparks bieten auch Möglichkeiten für Umweltbildung und Erholung, solange diese dem Schutzzweck nicht entgegenstehen.

Vielleicht bist du schonmal im Urlaub durch einen Nationalpark gewandert und hast dort von einer Aussichtsplattform die Natur bewundert? Nationalparks findet man überall auf der Welt.

Folgende Punkte zeichnen Nationalparks aus:

  • Beliebte Reiseziele mit Naturerlebnissen und Aussichten
  • Natur wird größtenteils sich selbst überlassen, minimaler menschlicher Eingriff
  • Schutz großer natürlicher Ökosysteme und Lebensräume
  • Wichtige Orte für Umweltbildung und Erholung
  • Auswahl aufgrund besonderer Naturlandschaften, historischem Wert oder Erholungsangeboten
  • Verbot von Eingriffen wie Forstwirtschaft, Landwirtschaft und Straßenbau

Teste dein Wissen rund um Nationalparks!

Wann wird ein Gebiet zum Nationalpark?

Weltweit gibt es viele verschiedene Arten von Schutzgebieten. Dazu gehören zum Beispiel Naturschutzgebiete, Biosphärenreservate oder Nationalparks. Sie unterscheiden sich darin, wie streng die Natur geschützt wird und welche Nutzung erlaubt ist.

Damit ein Gebiet offiziell als Nationalpark gilt, muss es bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Viele Länder orientieren sich dabei an den Regeln der International Union for Conservation of Nature (IUCN). Diese Organisation hat ein internationales System entwickelt, mit dem Schutzgebiete weltweit eingeordnet werden.

Nach diesem System gehören Nationalparks zur Kategorie II. Diese Kategorie steht für große Schutzgebiete, in denen natürliche Prozesse langfristig erhalten bleiben sollen. Das bedeutet zum Beispiel, dass Wälder wachsen und sich verändern dürfen oder Tiere ihren Lebensraum ohne starke menschliche Eingriffe nutzen können.

Auf mindestens 75 Prozent der Fläche eines Nationalparks muss die Natur sich selbst überlassen bleiben. Ein Nationalpark muss groß genug sein, damit sich ein oder mehrere Ökosysteme natürlich entwickeln können. In Deutschland wird dafür eine Mindestgröße von 10.000 Hektar empfohlen.

Die Zonen eines Nationalparks

Nationalparks sind oft in verschiedene Zonen eingeteilt. Manche Bereiche sind streng geschützt, damit sich die Natur ohne Eingriffe entwickeln kann. Andere Bereiche dürfen von Menschen genutzt oder besucht werden.

Die Kernzone ist der wichtigste und am strengsten geschützte Teil eines Nationalparks. Hier hat die natürliche Entwicklung Vorrang. Wälder, Pflanzen und Tiere sollen sich möglichst ohne menschliche Eingriffe entwickeln. Besucher dürfen sich meist nur auf markierten Wegen bewegen.

Die Entwicklungszone ist ein Bereich im Wandel. Hier soll sich die Natur nach und nach wieder frei entwickeln. Dafür können vorübergehend Maßnahmen nötig sein, damit sich natürliche Lebensräume erholen und später zur Kernzone werden.

Am Rand eines Nationalparks liegt häufig eine Pufferzone. Sie soll die empfindliche Natur im Inneren des Parks vor starken Einflüssen von außen schützen, zum Beispiel vor intensiver Nutzung oder Verkehr.

 

30 x 30 : Ambitioniertes Ziel der UN-Biodiversitätskonferenz

2022 wurde auf der UN-Biodiversitätskonferenz in Montreal das sogenannte 30x30-Ziel beschlossen. Fast 200 Länder haben sich darauf geeinigt, mehr Natur zu schützen. Bis 2030 sollen mindestens 30 Prozent der weltweiten Land- und Meeresflächen unter Schutz stehen. Ziel ist es, das Artensterben zu stoppen, das Klima zu schützen und wichtige Ökosysteme zu erhalten.

Bisher ist dieses Ziel noch nicht erreicht. Aktuell stehen weltweit etwa 17,3 Prozent der Landflächen und 9,8 Prozent der Meere unter Schutz. Obwohl sich die Fläche der Schutzgebiete in den letzten 40 Jahren verdreifacht hat, nimmt die Artenvielfalt weiter ab. Nur etwa 21 Prozent der wichtigsten Gebiete für Biodiversität stehen überhaupt unter Schutz. 35 Prozent haben gar keinen Schutzstatus. Ein Grund dafür ist, dass Schutzgebiete oft dort entstehen, wo es politisch oder wirtschaftlich einfacher ist – und nicht dort, wo sie am dringendsten gebraucht werden. Deshalb fordern Forschende, neue Schutzgebiete gezielt dort einzurichten, wo besonders viele bedrohte Arten leben.

Yellowstone Nationalpark: der erste Nationalpark der Welt

Im frühen neunzehnten Jahrhundert erzählten US-amerikanische Pelzjäger von einem ungewöhnlichen Ort. Einem Ort, wo die Erde bebt und heißes Wasser aus bunten Quellen in die Luft schießt. Sie erzählten von großen Wildtierherden zwischen tiefen Canyons und großen Wasserfällen. Viele Menschen hielten diese Berichte zunächst für übertriebene Fantasien.

Im Laufe des 19. Jahrhunderts erkundeten immer mehr Expeditionen das Gebiet. Die Berichte bestätigten die fantasievollen Beschreibungen. Aufgrund seiner außergewöhnlichen Landschaften beschloss der US-Kongress 1872, das Gebiet zu schützen, welches noch bis heute ein beliebtes Urlaubs- und Ausflugsziel ist: der Yellowstone Nationalpark. Er ist der erste Nationalpark der Welt. Mit einer Größe von 8.991 Quadratkilometern erstreckt er sich im US-amerikanischen Bundestaat Wyoming bis nach Montana und Idaho. Er ist der größte und einer der beliebtesten Nationalparks in den Vereinigten Staaten.

Yellowstone bietet atemberaubende Canyons, alpine Flüsse, üppige Wälder, Thermalquellen und sprühende Geysire, darunter der berühmteste, Old Faithful. Yellowstone besitzt etwa die Hälfte aller bekannten geothermischen Erscheinungen der Erde. Dort gibt es mehr als 300 Geysire. Heute besuchen jedes Jahr rund vier Millionen Menschen den Park.

Wieviele Nationalparks gibt es auf der Welt?

Die Idee hinter Yellowstone verbreitete sich schnell in viele Länder. Weltweit gibt es fast 4000 Nationalparks, die von der International Union for Conservation of Nature offiziell anerkannt sind. Es gibt aber noch viele weitere Gebiete, die ebenfalls „Nationalpark“ heißen. Manche von ihnen haben jedoch andere Aufgaben oder werden anders genutzt. Deshalb ist die Zahl der Schutzgebiete mit dem Namen „Nationalpark“ weltweit noch deutlich höher.

Nationalparks sind auf der Welt sehr unterschiedlich verteilt. In Nordamerika gibt es zum Beispiel 1.362 Nationalparks. Sie schützen dort einen großen Teil der Naturflächen.

In Europa gibt es dagegen nur 273 Nationalparks. Zusammen bedecken sie eine deutlich kleinere Fläche. Das liegt unter anderem daran, dass Europa dichter besiedelt ist und viele Landschaften schon lange vom Menschen genutzt werden.

Warum tropische Schutzgebiete so wichtig sind

Tropische Wälder gehören zu den artenreichsten Lebensräumen der Erde. Rund die Hälfte aller bekannten Tier- und Pflanzenarten lebt dort. Gerade deshalb sind Schutzgebiete besonders wichtig. Sie schützen viele der artenreichsten Gebiete der Erde und bieten Lebensraum für stark bedrohte Arten. Bereits heute liegen etwa 39 Prozent der tropischen Primärwälder und 37 Prozent der weltweit intakten Waldlandschaften in Schutzgebieten. Diese Wälder sind besonders wichtig, weil sie viel Kohlenstoff speichern und die Artenvielfalt sichern. Seit etwa 1950 werden jedoch immer mehr tropische Wälder zerstört. Vor allem seit den 1970er-Jahren wurden große Flächen gerodet, um Platz für Landwirtschaft, Viehhaltung, Straßen, Städte oder Bergbau zu schaffen. Zwischen 1990 und 2015 gingen weltweit etwa 196 Millionen Hektar tropischer Wald verloren.

Gleichzeitig verfügen viele der Staaten über begrenzte Haushaltsmittel, sind wirtschaftlich abhängig und haben eine hohe Armutsrate in ländlichen Regionen. Die Länder mit der höchsten globalen Schutzverantwortung haben oft die geringsten finanziellen Ressourcen, um Biodiversität vor wirtschaftlichen Interessen zu schützen.

Alexander-von-Humboldt-Nationalpark auf Kuba

Der Alexander-von-Humboldt-Nationalpark im Osten Kubas ist kein gewöhnliches Schutzgebiet – er ist einer der biologisch reichsten Orte der Erde. Auf über 70.000 Hektar treffen tropische Regenwälder auf semiaride Strauchlandschaften, Mangrovenwälder auf Korallenriffe. 

Das Gebiet reicht vom Meeresgrund bis auf 1.175 Meter Höhe und zählt seit 2001 zum UNESCO-Weltnaturerbe. Die besondere Landschaft und das feucht-tropische Klima schaffen viele voneinander getrennte Lebensräume, wo es nur von Artenvielfalt wimmelt.

Ein Paradies der Artenvielfalt

Rund 70 Prozent aller Arten, die hier leben, kommen nirgendwo sonst auf der Welt vor! Das ist ein weltweiter Spitzenwert – vergleichbar nur mit dem Kerngebiet des Amazonas. Über 1.500 Pflanzenarten wachsen hier, mehr als 150 Vogelarten, rund 45 Reptilienarten. Darunter die Bienenelfe – ein Kolibri, der nur 1,8 Gramm wiegt und der kleinste Vogel der Welt ist. 

Mit viel Geduld und Glück kann man auch den Kubanischen Schlitzrüssler (Solenodon cubanus) sichten, ein vom Aussterben bedrohtes nachtaktives Säugetier und „lebendes Fossil“, das sich von Insekten ernährt. Dort findet man auch das Monte-Iberia-Fröschchen (Eleutherodactylus), so klein wie ein Daumennagel und der kleinste Frosch der nördlichen Hemisphäre. Wer diesen Frosch im Park entdeckt, weiß: Das Ökosystem hier ist gesund. Das Tier überlebt nur dort, wo alles stimmt – sauberes Wasser, intakte Böden, ungestörte Natur.

Jahrzehntelange Unterstützung aus Deutschland

OroVerde ist seit der Gründung des Parks 1996 dabei: Von der Planung des Parks bis zur Unterstüzung des Parkmanagements und Aufbau eines Besucherzentrums. Verschiedene Projekte sind im Laufe der Jahre in Kooperationen mit Partnern und Organisationen vor Ort, in und rund um den Park entstanden. Dazu zählen die Projekte „Wasserwald“ und „Klimawald“.

In Kooperationen mit lokalen Partnern werden Wassereinzugsgebiete geschützt, Wälder wieder aufgeforstet und gemeinsam mit der Bevölkerung Pläne entwickelt, wie sich die Region an den Klimawandel anpassen kann. Diese Lösungen heißen ökosystembasierte Anpassung (engl. Ecosystem-based Adaptation, kurz: EbA). Sie tragen zur Resilienz von Menschen und Ökosystemen gegenüber den Klimawandelfolgen bei.

 

Neues Projekt auf Kuba mit neuen Lösungen

2026 startet OroVerde ein neues Projekt, diesmal mit einem starken sozialen Fokus. Im Mittelpunkt stehen die Menschen, die im Park leben. Denn der Alexander-von-Humboldt-Nationalpark ist kein menschenleerer Schutzraum. Innerhalb der Parkgrenzen leben viele Bauernfamilien und Gemeinden, und das ist von der kubanischen Regierung aus ausdrücklich gewollt.  Der Gedanke dahinter ist: Wer dort lebt, hat das größte Interesse daran, die Natur zu schützen. Die Menschen dürfen Landwirtschaft betreiben und Holz entnehmen. Alles geschieht nach klaren Regeln, welche von Managementplänen festgelegt werden. 

Honig hat in Kuba als Nahrungs- und Heilmittel einen hohen Stellenwert. OroVerde hilft lokalen Imkerinnen und Imkern, ihre Arbeit zu professionalisieren: von der Bienenhaltung über die Abfüllung bis zur Vermarktung. Das Ziel ist es, eine Wertschöpfungskette aufzubauen, von der Familien im Park dauerhaft leben können.

Nirgendwo in der Karibik gibt es mehr endemische Arten zu entdecken. Vogelbeobachter und Reptilienfreunde aus aller Welt reisen gezielt in den Alexander-von-Humboldt-Nationalpark. Auf geführten Touren von lokalen Guides können Besucher*innen die einzigartige Tier- und Pflanzenwelt erleben. Diese Guides kennen den Park wie ihre Westentasche – viele wissen, welche Heilpflanzen wo wachsen und welche Tiere in ihrer Nähe leben. Damit sie dieses Wissen auch internationalen Gästen vermitteln können, unterstützt OroVerde bei der professionellen Tour-Vorbereitung. Außerdem ist geplant, die Infrastruktur vor Ort zu verbessern. Dazu zählen der Ausbau von Unterkünften, die Verbesserung von Sanitäranlagen und die Ausrüstung für die Guides.

OroVerde hat bereits zusammen mit Partnern in einem anderen Projekt einen großen Plan für den nachhaltigen Umgang mit Wasser in der Region entwickelt. Jetzt entstehen daraus kleinere Pläne für einzelne Flüsse und Gemeinden.

Es gibt aktuell keine oder kaum Förderung von öffentlichen Institutionen und Ministerien für Maßnahmen in Kuba. Deshalb hängt dieses Projekt direkt von Spenden ab. Mit Ihrer Unterstützung können konkrete Maßnahmen vor Ort umgesetzt und unsere Partner langfristig gestärkt werden.

Einzigartige Artenvielfalt auf Kuba schützen

Mit Ihrer Spende unterstützen Sie unsere Maßnahmen im Nationalpark und leisten einen wichtigen Beitrag zur Anpassung an den Klimawandel und zum Schutz der Artenvielfalt.

Schutzgebiete: Letzte Chance zur Klimaanpassung

Der entscheidende Punkt ist: Im Alexander-von-Humboldt-Nationalpark konnte sich die Natur über lange Zeit ungestört entwickeln. Das Ökosystem ist noch intakt. Das klingt erstmal selbstverständlich, ist es aber nicht. Denn wenn der Klimawandel die Temperaturen verändert oder Regenmengen schwanken, müssen Tiere und Pflanzen reagieren: Sie weichen in kühlere Höhenlagen aus, verändern ihre Lebensweise oder passen sich über Generationen hinweg an. Das ist kein Problem – solange sie den Raum dafür haben. In zerstückelten, vom Menschen stark genutzten Landschaften funktioniert das nicht mehr. Im Alexander-von-Humboldt-Nationalpark schon. Das macht ihn zu einem der wertvollsten Schutzgebiete der Welt.

Dass der Park nach Alexander von Humboldt benannt wurde, ist kein Zufall. Der deutsche Naturforscher reiste vor über 200 Jahren durch Kuba und Südamerika und erkannte damals schon: In der Natur hängt alles zusammen. Wer einen Wald abholzt, verändert das Klima. Stirbt eine Art aus, geraten andere aus dem Gleichgewicht. Der Mensch ist nicht die Krone der Schöpfung – er ist Teil eines großen Ganzen. Mit diesen Gedanken war Humboldt seiner Zeit weit voraus. Und sie sind heute aktueller denn je.

Die wichtigsten Nationalparks bei uns in Deutschland

Der Nationalpark Bayerischer Wald, gegründet 1970, ist der älteste Nationalpark Deutschlands und bildet zusammen mit dem tschechischen Böhmerwald die größte zusammenhängende Waldfläche in Zentraleuropa. Er liegt im Südosten von Bayern. Der Nationalpark umfasst heute eine Fläche von ca. 24.250 ha.

Der Nationalpark Bayerischer Wald ist bekannt für seine seltenen Tierarten wie Auerhuhn, Luchs, Wanderfalke und Fischotter, die in den geschützten Lebensräumen des Parks leben.

Das Auerhuhn gilt als typischer Vogel der Region und ist in Deutschland außerhalb der Alpen nur noch selten zu finden. Durch Schutzmaßnahmen im Nationalpark konnten sich die Bestände des bedrohten Waldvogels langsam wieder erholen. Auch der Wolf ist nach langer Zeit wieder in die Region zurückgekehrt. Alte abgestorbene Bäume bleiben im Nationalpark stehen und bieten vielen Tieren Nahrung, Schutz und Brutplätze. Davon profitieren zum Beispiel seltene Vogelarten wie der Habichtskauz oder der Dreizehenspecht.

Der Nationalpark Berchtesgaden-Königsee in Bayern ist der einzige deutsche Nationalpark in den Alpen und umfasst 20.804 Hektar, darunter alpine Felsschuttfluren und subalpine Wälder.

Der Nationalpark Sächsische Schweiz ist Deutschlands einziger Nationalpark mit einer großen Felsenlandschaft außerhalb der Alpen. Mit einer Fläche von etwa 94 Quadratkilometern gehört er außerdem zu den kleinsten Nationalparks des Landes.

Der Park ist besonders beliebt für Wanderausflüge. Dort gibt es ein 400 Kilometer langes Wegenetz, das sowohl Wanderern als auch Radfahrern zugänglich ist.

Der Nationalpark Schwarzwald wurde 2014 gegründet und ist der erste Nationalpark in Baden-Württemberg mit einer Fläche von 10.000 Hektar.

Seit seiner Gründung konnten dort 9000 Arten nachgewiesen werden. Darunter befinden sich auch seltene Arten wie der in Baden-Württemberg vom Aussterben bedrohte Dreizehenspecht, der seine Population im Nationalpark stabilisieren konnte.

Im Nationalpark werden bedrohte Arten gezielt geschützt. Beim Auerhuhn bedeutet das zum Beispiel, dass wichtige Lebensräume erhalten und störungsarme Rückzugsorte geschaffen werden.

Das Wattenmeer ist in Deutschland in drei Nationalparks aufgeteilt:

Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer: Der Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer erstreckt sich über 441.500 Hektar, wobei 97,7 Prozent aus Meeresfläche bestehen und wichtige Lebensräume wie Salzwiesen und Dünen schützt.

Niedersächsisches Wattenmeer: Das Wattenmeer an der niedersächsischen Nordseeküste steht seit 1986 unter Schutz. Mit rund 3.450 Quadratkilometern Fläche ist es der zweitgrößte Nationalpark Deutschlands. Gleichzeitig ist das Gebiet UNESCO-Biosphärenreservat und Teil des UNESCO-Weltnaturerbes Wattenmeer. Im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer sind bis zu 4000 Tier- und Pflanzenarten auf den nahrungsreichen Lebensraum Wattenmeer spezialisiert, darunter Seehunde und Kegelrobben.

Hamburgisches Wattenmeer: Ebenfalls Teil des UNESCO-Weltnaturerbes und wichtiger Lebensraum für zahlreiche Arten.

Der 2004 gegründete und 110 Quadratkilometer große Nationalpark Eifel bietet seltenen Tierarten wie Schwarzstorch, Uhu und Wildkatze überlebenswichtige Rückzugsorte.

2015 wurde der Nationalpark Hunsrück-Hochwald gegründet. Er ist bisher der jüngste Nationalpark in Deutschland und schützt seltene Waldökosysteme, die zuvor kaum geschützt waren. Der Nationalpark ist etwa 10.000 Hektar groß und liegt in zwei Bundesländern: im Saarland und in Rheinland-Pfalz.

Der Nationalpark Hunsrück-Hochwald gehört zu den artenreichsten Regionen Deutschlands. Dort gibt es viele verschiedene Lebensräume – von trockenen Wiesen bis zu feuchten Mooren, oft ganz nah beieinander. Besonders typisch sind die großen Buchenwälder mit viel Totholz, seltene Hangmoore und besondere Felsen aus Quarzit, die auch „Rosselhalden“ genannt werden.

Im Nationalpark leben viele Tier- und Pflanzenarten, darunter 17 Fledermausarten, mehr als 250 Schmetterlingsarten und rund 1.400 Käferarten. Auch bedrohte Wildkatzen finden dort einen wichtigen Lebensraum.

Der Nationalpark Jasmund auf der Insel Rügen ist mit 3.003 Hektar der kleinste Nationalpark Deutschlands und bekannt für seine bis zu 118 Meter hohen Kreidekliffs und Buchenwälder, welche als UNESCO-Welterbe gelten.

Bayerischer Wald: der erste Nationalpark in Deutschland

Mittlerweile gibt es in Deutschland 16 Nationalparks mit einer Gesamtfläche von rund 1 Millionen Hektar. Das sind circa 3 Prozent der Landfläche Deutschlands. Ohne die großen Meeresflächen wird die Fläche deutlich kleiner: Dann bleiben etwa 215.000 Hektar übrig. Das entspricht nur rund 0,6 Prozent der Fläche Deutschlands. Dort können Besucher*innen eine Vielzahl von Freizeitaktivitäten genießen, darunter Wandern, Radfahren und Tierbeobachtungen.

Alle 16 deutschen Nationalparks sind bei der internationalen Naturschutzorganisation IUCN gemeldet. Die meisten erfüllen die strengen Kriterien der Kategorie II aber noch nicht vollständig. Deshalb werden sie oft als Entwicklungsnationalparks bezeichnet. Das bedeutet: Die Natur wird dort zwar geschützt, hat sich aber noch nicht überall vollständig zu einer wilden Naturlandschaft entwickelt.

Einige deutsche Nationalparks haben die internationale Zertifizierung der IUCN-Kategorie II bereits erhalten:

  • Nationalpark Bayerischer Wald – 2024 ausgezeichnet
  • Nationalpark Berchtesgaden – 2024 ausgezeichnet
  • Nationalpark Kellerwald-Edersee – 2010 als erster deutscher Nationalpark zertifiziert

Einen Überblick zu den wichtigsten deutschen Nationalparks und ihren Besonderheiten gibt es hier:

Warum gibt es nicht mehr Nationalparks in Deutschland?

Es gibt in Deutschland noch weitere Gebiete, die sich als Nationalpark eignen. Doch oft gibt es Streit darüber, wie diese Flächen genutzt werden sollen. In dem dicht besiedelten Land stehen wirtschaftliche Interessen – zum Beispiel Forstwirtschaft oder andere Nutzungen – häufig im Konflikt mit dem Naturschutz. Dadurch wird es schwieriger, neue Nationalparks auszuweisen oder internationale Schutzstandards vollständig umzusetzen.

Häufige Fragen zu Nationalparks

Zu den 16 Nationalparks in Deutschland gehören der Nationalpark Bayerischer Wald, der Nationalpark Berchtesgaden, der Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer, der Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer, der Nationalpark Hamburgisches Wattenmeer, der Nationalpark Jasmund, der Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft, der Nationalpark Müritz, der Nationalpark Sächsische Schweiz, der Nationalpark Unteres Odertal, der Nationalpark Harz, der Nationalpark Kellerwald-Edersee, der Nationalpark Eifel, der Nationalpark Hainich, der Nationalpark Schwarzwald sowie der Nationalpark Hunsrück-Hochwald.

Nationalparks schützen biologische Vielfalt, bewahren natürliche CO₂-Speicher, ermöglichen Forschung und bieten Räume für naturnahe Erholung. Gleichzeitig sichern sie genetische Vielfalt und erhöhen die ökologische Resilienz gegenüber dem Klimawandel.

Als einer der größten gilt der Northeast Greenland National Park. Mit über 970.000 Quadratkilometern ist er größer als viele Länder.

Tropische Nationalparks beherbergen einen Großteil der weltweiten Artenvielfalt. Regenwälder speichern große Mengen CO₂ und stabilisieren regionale Klimasysteme. Gleichzeitig sind sie besonders von Entwaldung, illegaler Nutzung und Klimawandel bedroht.

In vielen Ländern hängt der Erfolg von Nationalparks stark von der Zusammenarbeit mit lokalen Gemeinden ab. Umweltbildung, alternative Einkommensquellen und nachhaltige Nutzungskonzepte sind entscheidend, um Schutz langfristig wirksam zu gestalten.

Steigende Temperaturen, Extremwetter und veränderte Niederschlagsmuster bedrohen selbst streng geschützte Gebiete. Arten wandern, Waldbrandrisiken steigen, Korallenriffe bleichen aus. Schutzgebiete müssen deshalb vernetzt und klimaresilient geplant werden.

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Fotonachweis: Josh Asel via Wildscreen Exchange (Titelbild), K. Osen - OroVerde (Ökotourismus), J. Lee - Pexels (Yellowstone Nationalpark), Pixabay (Bayerischer Wald), M. Santamaria - OroVerde (Monte-Iberia-Fröschchen, Aussicht Alexander-von-Humboldt-Nationalpark, Nationalparkschild)

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