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Die Ramsar-Konvention ist eine internationale Vereinbarung, die Feuchtgebiete unter Schutz stellt. Feuchtgebiete spielen eine wichtige Rolle im Wasserhaushalt und der Klimaregulation und sind biodiverse Lebensräume.

Feuchtgebiete sind vielfältige Helfer für Umwelt und Klima. Als natürliche Schwämme speichern sie Wasser und schützen vor Fluten. Intakte Moore und Feuchtgebiete binden Kohlenstoff, der von ihnen gespeichert wird, und verlangsamen somit den Klimawandel. Dazu sind sie der Lebensraum für viele Pflanzen- und Tierarten. Umso wichtiger ist es also, die Erhaltung von Feuchtgebieten zu sichern. Dafür rief man die Ramsar-Konvention ins Leben.

Ramsar im Überblick

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1.

Die Ramsar-Konvention ist seit 1971 der zentrale internationale Rahmen für den Schutz von Feuchtgebieten.

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2.

Feuchtgebiete sind ein Hotspot der Artenvielfalt. Sie bedecken nur circa sechs Prozent der Landoberfläche der Erde, beherbergen dabei aber 40 Prozent der weltweiten Artenvielfalt.

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3.

Stand Ende 2025 gibt es genau 2.553 Ramsar-Gebiete.

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4.

OroVerde verbindet in Guatemala Feuchtgebietsschutz, Waldschutz und Klimaanpassung.

Die Ramsar-Konvention

Die Ramsar-Konvention wurde 1971 in der Stadt Ramsar im Iran unterschrieben. Das Übereinkommen schützt Feuchtgebiete von internationaler Bedeutung: Moore, Sümpfe, Mangroven, Seen, Flussdeltas, Überschwemmungswälder und künstliche Systeme wie Fischteiche. Feuchtgebiete leisten einen wichtigen Beitrag zur Wasser- und Kohlenstoffspeicherung sowie zum natürlichen Hochwasserschutz, was sie zu einem entscheidenden Faktor im Klimaschutz macht. 

Weltweit bieten Ramsar-Gebiete durch ihre Vielfalt einen sicheren Lebensraum für Millionen bedrohter Wasser- und Watvögel sowie zahlreiche Fischarten und Amphibien. 

Jeder Vertragsstaat muss mindestens ein Feuchtgebiet als Feuchtgebiet Internationaler Bedeutung benennen und so schützen, dass sich sein ökologischer Zustand nicht verändert. Zurzeit sind schon 173 Mitgliedsstaaten der Übereinkunft beigetreten und haben insgesamt 2.553 Feuchtgebiete unter ihren Schutz genommen (Stand 2025). Deutschland trat bereits 1976 bei.

Kriterien und Klassifikation von Ramsar-Gebieten

Jedes Beitrittsland muss mindestens ein Feuchtgebiet zum „Feuchtgebiet besonderer Bedeutung" ernennen. Dafür muss es eines der folgenden Kriterien erfüllen:

  • Enthält ein repräsentatives, seltenes oder einzigartiges Feuchtgebiet eines biogeografischen Raums.
  • Bietet Lebensraum für gefährdete, stark gefährdete oder vom Aussterben bedrohte Arten oder Lebensgemeinschaften.
  • Unterstützt Arten, die wichtig für die biologische Vielfalt einer Region sind.
  • Dient Arten in kritischen Lebensphasen oder als Zufluchtsort bei ungünstigen Bedingungen.
  • Beherbergt regelmäßig mindestens 20.000 Wasservögel.
  • Beherbergt regelmäßig mindestens 1 % der Population einer Wasservogelart oder -unterart.
  • Unterstützt eine bedeutende Vielfalt einheimischer Fischarten, ihrer Entwicklungsstadien und Wechselwirkungen.
  • Ist wichtig als Nahrungsquelle, Laichgebiet, Kinderstube oder Wanderroute für Fische.
  • Beherbergt regelmäßig mindestens 1 % der Population einer nicht-vogelgebundenen, feuchtgebietsabhängigen Tierart.

Gemeinsam stark für Feuchtgebiete

Durch die Zusammenarbeit einer außergewöhnlich großen Anzahl an Vertragsstaaten und mithelfenden Organisationen entsteht ein bedeutsames Netzwerk an Wissen. Die Konferenz der Vertragsstaaten findet alle drei Jahre statt, während sie nebenbei Unterstützung von International Organization Partners (IOPs) bekommen, um ihre Ziele umzusetzen. Die internationale Herangehensweise ist wichtig für die Verbesserung des Zustandes von Feuchtgebieten, denn viele von ihnen erstrecken sich über Landesgrenzen hinaus und benötigen umso mehr Kollaboration.

Großes Netzwerk für große Pläne

Die anfänglichen Pläne der Ramsar-Konvention bezogen sich hauptsächlich auf den Schutz von Wasservögeln. Doch inzwischen wurden die Ziele erweitert, um Feuchtgebiete insgesamt nachhaltig zu schützen. So soll jeglicher Verlust von Feuchtgebieten umgekehrt und eine achtsame Nutzung und Verwaltung erreicht werden.

Überwachung der RAMSAR-Gebiete

Verschlechtert sich der Zustand eines Gebietes, wird das Überwachungs- und Beratungsverfahren des Ramsar-Sekretariats eingeschaltet. Somit wird nach Prüfung des Zustandes zusammen mit dem Vertragsstaat ein Plan entwickelt, der die Zustandsveränderung rückgängig machen soll. Dokumentiert werden die bedrohten Gebiete in den sogenannten Montreux-Records. Aktuell sind 46 Gebiete aus 24 Vertragsstaaten aufgezeichnet (Stand März 2025).

Feuchtgebiete in Gefahr

Trotz der internationalen Kollaboration sind Feuchtgebiete weiterhin durch menschenverursachte Veränderungen gefährdet. Bis zum 20. Jahrhundert waren Feuchtgebiete für die Landwirtschaft noch von keinem besonderen Interesse, bis die Menschen lernten, sie auszutrocknen und zu nutzen. Auch heute schwinden viele Feuchtgebiete durch nicht nachhaltige Nutzung und die Folgen des Klimawandels. Schon 25 Prozent der in Feuchtgebieten heimischen Tiere und Pflanzen sind vom Aussterben bedroht, nicht zuletzt wegen invasiver Arten, die sich mit menschlicher Hilfe weltweit ausbreiten.

Bocas del Polochic – Feuchtgebietsschutz in Guatemala

Bocas del Polochic befindet sich um den Izabal-See, in den der Rio Polochic mündet. Der Fluss und der See formen ein großes Süßwassersystem, umgeben von verschiedenen Ökosystemen wie Marschland, Lagunen und Grasland. Die verschiedenen Typen an Ökosystemen bedeuten ebenfalls eine Vielfalt an Flora und Fauna. Der Bereich ist auch von besonderer Bedeutung für Zugvögel, die dort Zwischenstopps einlegen oder gar überwintern. Neben den Zugvögeln lassen sich über 300 Arten Wasservögel, die zentralamerikanische Seekuh und 50 Fischarten finden. 

Bedrohung durch invasive Arten

Wie in vielen Teilen der Welt sind Fische der Gattung Oreochromis, oft Tilapia genannt, ein Problem in Guatemala. Diese invasiven Buntbarscharten werden häufig als Zuchtfische importiert, entwischen und gelangen so in die umliegenden Ökosysteme. Dort bedrohen die großen Räuber die Bestände einheimischer Fischarten. Noch ist Bocas del Polochic – das 1996 als Feuchtgebiet internationaler Bedeutung anerkannt wurde und somit unter die RAMSAR-Konvention fällt – ein letztes sicheres Gebiet für die einheimischen Fische, denn hier sind Tilapia bis jetzt nicht verbreitet. 

Oroverde hilft mit lokalem Projekt

Oroverde unterstützt mit einem Projekt die lokale Bevölkerung, sich gegen die Folgen des Klimawandels zu schützen. Die Projektregion liegt im mittleren und unteren Einzugsgebiet des Flusses Polochic. Das Projekt regeneriert Süßwasserfeuchtgebiete und schafft nachhaltige Einkommensquellen. Außerdem erarbeitet es Methoden, damit die Maßnahmen auf nationaler, kommunaler und lokaler Ebene weiterlaufen. Auf diese Weise sollen sich das Gebiet und seine Bevölkerung besser an den Klimawandel anpassen.

Der lokale Projektpartner ist Fundación Defensores de la Naturaleza (FDN). Die guatemaltekische Nichtregierungsorganisation verwaltet neben anderen Schutzgebieten auch das Biosphärenreservat Bocas del Polochic (RVSBP) und Sierra de las Minas (RBSM) mit.

Häufig gestellte Fragen zur Ramsar-Konvention

In Deutschland wurden 35 Gebiete zu „Feuchtgebieten internationaler Bedeutung“ ernannt. Die insgesamt rund 869.000 Hektar Feuchtgebiet sind auf 12 verschiedene Bundesländer verteilt, doch mit rund 80 Prozent lassen sich die meisten an der Nord-und Ostsee finden. Bei drei Ramsar-Gebieten ist Kooperation mit deutschen Nachbarländern nötig, denn diese erstrecken sich über Staatsgrenzen. Beim Oberrhein sind es zwei Staaten: Frankreich und Deutschland. Ähnlich ist es beim Bayerischen Wildalm mit Österreich und Deutschland. Beim Wattenmeer sind es gleich drei Staaten, die zusammenarbeiten: die Niederlande, Dänemark und Deutschland. 

Zuletzt wurde 2021 ein deutsches Feuchtgebiet in die Ramsar-Liste aufgenommen: Die Rosenheimer Stammbeckenmoore befinden sich im bayerischen Alpenvorland. Die Moore dienen als Lebensraum für seltene und von Aussterbend bedrohte Vogelarten. Aber auch Amphibien und Libellen fühlen sich im Hochmoor wohl.

Die Ramsar-Konvention zeichnet Schutzgebiete – dabei spezifisch Feuchtgebiete – aus, die von besonderer internationaler Bedeutung sind, und deswegen geschützt werden müssen. Wie der Name bereits sagt, werden Nationalparks nach nationalen Regeln festgelegt. In Deutschland gibt es dafür beispielsweise § 24 des Bundesnaturschutzgesetzes. Laut diesem sind Nationalparks kurz gesagt großräumige Gebiete, in denen Naturvorgänge ungestört von Menschen stattfinden können. Überschneidungen zwischen Nationalparks und Ramsar-Gebieten sind dementsprechend möglich.

In der globalisierten Weltgesellschaft hängen wir alle miteinander zusammen. So fangen viele globale Lieferketten für Lebensmittel, die wir in deutschen Supermärkten kaufen – wie Avocados, Ananas und Kakao – in tropischen Regionen an. Was und wie wir konsumieren hat somit einen direkten Effekt auf die Umwelt in Tropenregionen. Darüber hinaus profitiert die gesamte Erde von den besonderen Fähigkeiten der Feuchtgebiete, denn sie speichern Kohlenstoff und tragen deswegen dazu bei, den Klimawandel zu verlangsamen. 

Ihre Spenden machen es möglich, dass OroVerde-Projekte, wie das in Bocas del Polochic, ausführen können. Spendenaktionen für Groß und Klein sind eine tolle Art und Weise, in der Gruppe aktiv zu werden. Auch politisches Engagement trägt zu einer grüneren Zukunft bei. Nutzen Sie Ihre Stimme und werden Sie politisch aktiv. Dabei ist es auch wichtig, den jüngeren Generationen eine klimaschonende Lebensweise ans Herz zu legen. Nehmen Sie Ihre Kinder beispielsweise beim Wocheneinkauf mit, so können sie Ihnen gleich interaktiv einen nachhaltigen Konsum beibringen.

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Schutzprojekte vor Ort

OroVerde setzt Regenwald-Schutzprojekte mit einheimischen Partnern in elf Ländern um – mit verschiedenen Schwerpunkten.

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6 Wege, wie Tropenwälder geschützt werden können.

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Hier geht es zu den Quellen der Seite. Letzte Aktualisierung 05.06.2026.

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