Das Projekt im Überblick
Projektlaufzeit
01.08.2025 bis 31.12.2028
Projektregion
Sierra de Lacandón, Guatemala
Maßnahmen
- Zukunftskonzepte für Gemeinden und Regenwaldschutz entwickeln
- Gründung eines Governance-Rats für gemeindeübergreifende Zusammenarbeit im Nationalpark
- Monitoring der Artenvielfalt für fundierte Entscheidungen und wirksamen Schutz
- Frauen stärken und Teilhabe in Gemeinden gezielt ausbauen
- Bildung fördern und Perspektiven vor Ort nachhaltig sichern
Harausforderungen im Nationalpark Sierra del Lacandón
Der Nationalpark Sierra del Lacandón ist mit über 2.000 Hektar der zweitgrößte Nationalpark Guatemalas und zählt zu den artenreichsten Regionen des Landes. Dichte Regenwälder und Feuchtgebiete am Río Usumacinta prägen die Landschaft. Gleichzeitig ist die Region kulturell bedeutsam, denn sie gehört zum Kernland der Maya-Zivilisation. Die Projektgemeinden liegen in der Nutzungszone des Parks, entlang der Grenze zu Mexiko.
Die Lebensbedingungen vor Ort sind schwierig. Einkommensmöglichkeiten sind begrenzt, viele Familien schicken Angehörige auf den gefährlichen Weg in die USA. Für die Gemeinden bedeutet das ständige Umbrüche, denn engagierte Mitglieder gehen oft kurzfristig verloren.
Zurück bleiben meist Frauen, Kinder und ältere Menschen. Frauen tragen damit einen großen Teil der Verantwortung und spielen eine zentrale Rolle für den Zusammenhalt der Gemeinden. Deshalb stärken wir gezielt ihre Beteiligung. Gerade hier ist Jugend- und Gemeindearbeit besonders wichtig: Sie stärkt den Zusammenhalt, schafft Zukunftsperspektiven und fördert Verantwortung für die Natur. Wo engagierte Menschen fehlen, haben Drogenbanden, illegale Holzfäller und Schmuggler leichtes Spiel. Sie scheren sich nicht um Schutzkonzepte und Artenvielfalt.
Wie die Jugend- und Gemeindearbeit wirkt
Der erste Gemeinde-Governance-Rat entsteht: Hier tauschen sich die Menschen erstmals regelmäßig und gemeindeübergreifend über ihre Bedürfnisse und Pläne aus – auch über den Schutz der natürlichen Ressourcen. Der neue Gemeinderat entsendet Vertreter*innen in den Parkbeirat. So erhalten die Menschen eine Stimme bei der Verwaltung des Regenwald-Nationalparks.
Bislang fehlen strukturierte Sozial- und Umweltdaten im Nationalpark. Das ist ein Problem, denn ohne diese Daten können Projekte zum Regenwaldschutz und zur Gemeindeentwicklung nur unzureichend geplant werden. Auch Förderung des Staates Guatemala lässt sich so nicht sinnvoll einsetzen. Wir können das ändern, denn mit dem Jugendnetzwerk haben wir das erste gemeindeübergreifende Netzwerk im Park geschaffen. Mitglieder des Jugendnetzwerkes werden zu Monitoring-Experten geschult. Im Gemeinde-Governance-Rat wird festgelegt, welche Daten erhoben werden sollen, beispielsweise zur Situation von Frauen und jungen Menschen, zur Luftqualität in der Waldbrandsaison oder zum Vogelarten-Monitoring als Indikator für die Ökosystemgesundheit.
Im Grenzgebiet zu Mexiko ist Migration allgegenwärtig, meist gehen die Männer, während Frauen, Kinder und ältere Menschen bleiben. Gleichzeitig sind Frauen besonders von Umweltzerstörung und sozialer Instabilität betroffen. Zugleich stärken sie durch kooperative Ansätze ihre Gemeinden und wirken kriminellen Einflüssen entgegen. Starke Gemeinden brauchen starke Frauen, deshalb sollen mindestens 30 Prozent der Sitze im Governance-Rat an Frauen gehen. Mit einer umfassenden Datenerhebung zur Situation der Frauen schaffen wir die Grundlage für gezielte Förderung durch Gemeinden, Staat und Nationalparkverwaltung.
Das Schulungszentrum in Pozo Azul sowie die Fortbildungen für Lehrkräfte werden fortgeführt. Zusätzlich vergibt OroVerde Stipendien für einen fachlichen Sekundarschulabschluss. Lehrkräfte planen den Aufbau eines gemeinnützigen Unternehmens, um den Stiftungsfonds langfristig zu sichern und auszubauen, dabei unterstützen wir sie.
Ihre Spende sorgt für langfristigen Waldschutz durch die Gemeinden
Mehr zum Hintergrund des Projektes
In den 14 Gemeinden des Parks leben rund 20.000 Menschen, viele davon sind minderjährig. Menschen, die heute im Nationalpark leben, haben oft ihre familiäre und kulturelle Wurzeln in anderen Landesteilen Guatemalas, weil das Land von 1960 bis 1996 von einem Bürgerkrieg erschüttert wurde, was für viel Migration und Völkerwanderung gesorgt hat. Besonders indigene Gemeinschaften wurden damals verfolgt. In den 1980ern gab es sogar einen Genozid an Angehörigen der Ethnien des Maya-Volkes.
Das Trauma des Bürgerkrieges wirkt bis heute nach. Viele Menschen sind nach der Flucht vor der Gewalt im Krieg nicht in ihre Heimat zurückgekehrt, sondern in eine Region, die sie sich nun neu zur Heimat machen müssen. Angst, Diskriminierung und Identitätsverlust sind in den Familien oft immer noch spürbar. Projekte wie das Jugendnetzwerk und das Gemeindeprojekt schaffen Begegnungsräume und stärken den Zusammenhalt in den indigenen Gemeinschaften.
Neben unseren Arbeitsschwerpunkten Wald- und Biodiversität, Menschen im Regenwald und Wirtschaft für Waldschutz, zahlt das Projekt auch auf folgende UN-Ziele für eine nachhaltige Entwicklung (SDGs) ein:








Das Projekt baut auf dem erfolgreich abgeschlossenen Vorgängerprojekt auf
Zukunft im Regenwald
Ziel des Projekts war es, junge Menschen zu stärken, damit sie ihre Ideen in die Entwicklung des Nationalparks einbringen. Durch Workshops und Trainings gewannen sie Selbstvertrauen, Wissen und eine Stimme in ihren Gemeinden – eine wichtige Grundlage, um Perspektiven vor Ort zu schaffen und Abwanderung entgegenzuwirken.
Fragen & Antworten zu Ihrer Spende
Der Nationalpark Sierra del Lacandón gehört zu den artenreichsten Regenwaldgebieten Guatemalas und ist zugleich stark durch Abholzung und soziale Unsicherheit bedroht. Der Schutz des Waldes ist deshalb nicht nur für die Natur wichtig, sondern auch für die Menschen, die dort leben. Das Projekt fördert Mitbestimmung, Bildung und nachhaltige Perspektiven für die Gemeinden im und am Nationalpark. So entstehen Strukturen, die den Regenwald langfristig schützen und den Menschen vor Ort mehr Zukunftschancen geben.
Vor Ort arbeitet OroVerde mit der Organisation Fundación Defensores de la Naturaleza (FDN) und der Staatlichen Schutzgebietsbehörde (CONAP) zusammen. Sie verwalten gemeinsam den Park Sierra del Lacandón. Die FDN ist eine private Stiftung für nachhaltige Entwicklung und Naturschutz und leitet das Projekt in Guatemala. Ihre Aufgaben sind die Erarbeitung von Waldbewirtschaftungs- und Schutzplänen, sowie die Beratung und Unterstützung der lokalen Bevölkerung in der Aufforstung und Forstwirtschaft.
OroVerde verwendet Spenden transparent, sparsam und zweckgerichtet. Ihr Beitrag für das Projekt in Honduras wirkt sicher und direkt vor Ort.
Als eine der ersten Umweltorganisationen deutschlandweit trägt OroVerde das DZI-Spendensiegel. Die jährliche Prüfung und Auszeichnung durch das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) bestätigen, dass Spenden bei OroVerde sicher sind und effektiv für den Schutz der Regenwälder eingesetzt werden. Mehr zur Verwendung sowie unseren jährlichen Finanzbericht finden Sie unter: So verwenden wir Ihre Spende.
Ja! OroVerde ist als gemeinnützige Organisation anerkannt. Gerne stellen wir Ihnen eine Spendenquittung aus, die wir in der Regel am Jahresanfang verschicken - gerne auch per E-Mail!
Ihre Spende ebnet den Weg für starke Gemeinden und langfristigen Waldschutz
Mit Ihrer Spende für das Jugendprojekt in Guatemala tragen Sie dazu bei, dass der Regenwald nachhaltig genutzt und geschützt wird.
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Zuletzt aktualisiert: 11.05.2026
